
„Mit Fritzi durch den Kiez“
Drogen, Gewalt, Obdachlosigkeit – Bezirksämter warnen Kinder mit Kinderbuch
Was ist passiert?
Berlin. Die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick haben ein Kinderbuch mit dem Titel „Mit Fritzi durch den Kiez“ vorgestellt. In dem 24-seitigen Bilderbüchlein geht es um drei Kinder, die sich mit dem Stadtfuchs Fritzi auf eine Tour durch ihren Kiez machen. Dabei beobachten sie aggressive Auseinandersetzungen, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Obdachlose, die im Park ihre Zelte aufgeschlagen haben. Fritzi hat für die Kinder daher einige fuchsschlaue Tipps für den Großstadtalltag auf Lager: Abstand von Betrunkenen halten und keine Drogenspritzen anfassen. Denn das ist supergefährlich!
Das Buch soll Eltern und Kindern ab drei Jahren dabei helfen, gemeinsam über ihre Erlebnisse und Herausforderungen im urbanen Alltag zu sprechen. Das soll den Kindern bei der Verarbeitung ihrer Eindrücke helfen, um so die Großstadt als sicheren und spannenden Ort zu erleben. Ängste und Vorurteile sollen abgebaut und Sicherheitshinweise für Gefahren im öffentlichen Raum kindgerecht vermittelt werden.
Die Idee zu dem Buch war im Rahmen des „Runden Tisches Görlitzer Park“ entstanden. Der „Görli“ macht seit Jahren weit über die Bezirksgrenzen von Kreuzberg hinaus als Drogenumschlagplatz und Kriminalitätshotspot von sich reden und ist alles andere als ein sicherer Ort. Land und Bezirk streiten sich seit Jahren darüber, wie mit den Dealern dort umgegangen werden soll, ohne diese zu diskriminieren.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte das Kinderbuch bereits im November 2025 in Kooperation mit einem renommierten Verlag entwickelt. Für die Erstellung der Inhalte sowie Druck und Lieferung von 10.000 Exemplaren seien insgesamt 38.948,00 Euro gezahlt worden. Eine türkische Übersetzung mit einer Auflage von 5.000 Exemplaren habe insgesamt 14.569,90 Euro gekostet.
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat insgesamt 13.942,10 Euro für seine 7.000 Exemplare aufgewandt, die seit Anfang Januar 2026 kostenfrei an kinderrelevante Einrichtungen und Interessierte im Bezirk ausgegeben werden. Das Interesse sei riesig und die vorliegenden Rückmeldungen durchweg und ausschließlich positiv.
Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Kinderbuch beider Bezirksämter damit auf 67.460 Euro. Nach der haushaltsrechtlich vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gefragt, hieß es vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg nur lapidar, dass keine umfassende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchgeführt worden sei, „da es sich hier um ein einzelwirtschaftliches Verfahren mit nur geringer finanzieller Bedeutung“ handle. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick teilte mit, dass der Zuwendungsempfänger mit rechtsverbindlicher Unterschrift bestätigt habe, dass wirtschaftlich und sparsam verfahren worden sei.
Foto: Alexander Kraus
Der Bund der Steuerzahler meint
Der Schutz von Kindern durch ordnungspolitische Maßnahmen gegen Drogen- und Gewaltkriminalität sowie Obdachlosigkeit wäre vordringlicher als bloße Aufklärung. Wichtig wären Investitionen in die Ausstattung der Polizei und finanzielle Unterstützung der Obdachlosenhilfe.
Ärger allein ändert nichts. Ihre Spende schon.
Wir machen Steuergeldverschwendung öffentlich und bleiben dran, bis sich etwas ändert. Unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Spende.


Kommentare und Antworten
Sei der Erste, der kommentiert