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15.04.2021

Mehr als „‘n Appel und‘n Ei“: Teure PR-Kampagne

„Informationsoffensive“ des Landwirtschaftsministeriums

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Was ist passiert?

Bund. Tierwohl, Klimaschutz, Artenvielfalt und Preise für Lebensmittel sind Themen, die seit Jahren mit Blick auf die hiesige Landwirtschaft kontrovers diskutiert werden. Zur Erinnerung: Anfang des Jahres brummten die Landwirte zu hunderten mit ihren schweren Maschinen durch Berlin, um für höhere Preise und gegen strengere Umweltauflagen zu protestieren – der Konflikt schwelt noch immer. Darüber hinaus wird in der Politik seit Jahren darum gestritten, ein Tierwohlkennzeichen einzuführen. Ein nun geplantes staatliches Kennzeichen kritisierten Umweltverbände, die Opposition und auch der Bundesrechnungshof teils scharf. Der Bund der Steuerzahler wiederum übte Kritik an Gedankenspielen aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), wonach der Steuerzahler zur pauschalen Finanzierung von Maßnahmen für mehr Tierwohl in die Verantwortung genommen werden soll , ganz gleich, ob Fleischesser oder Veganer – vom „Wurst-Soli“ war die Rede.

Viele Konflikte sind ungelöst, für die Ministerin ist die Ausgangslage im Wahljahr nicht optimal. Und da Angriff als die beste Verteidigung gilt, startete Julia Klöckner zu Ostern medienwirksam die „Informationsoffensive Landwirtschaft“. Unter dem Motto „Kraut und Rüben. Gibt‘s nicht für‘n Appel und‘n Ei – Landwirtschaft ist mehr wert“ will das Ministerium mit der Kampagne „auf den Wert der Landwirtschaft aufmerksam“ machen und „Bewusstsein schaffen“.

Sicher nicht ganz uneigennützig soll die Kampagne verdeutlichen, „wie das BMEL die Landwirte unterstützt, im Stall und auf dem Acker noch mehr für Tierwohl, Artenvielfalt sowie Klima- und Umweltschutz zu leisten“. Im Rahmen der Kampagne informiert das Ministerium auf der Internetseite www.landwirtschaft-ist-mehr-wert.de über die strittigen Themen Tierwohl, Klimaschutz und Artenvielfalt. Dabei wird in erster Linie dargestellt, was das BMEL schon alles unternommen hat: Programme, Diskussionspapiere, Broschüren, Initiativen, Empfehlungen, Machbarkeitsstudien, Internetplattformen, Sonderrahmenpläne, Bundesprogramme, etc. Garniert sind die Darstellungen mit Appellen an die Verbraucher („weniger Lebensmittelabfälle bedeuten weniger Treibhausgasemissionen und damit mehr Klimaschutz“) und den Handel („der Handel muss dafür sorgen, dass sich nachhaltige Landwirtschaft lohnt“).

Die Kampagne umfasst unter anderem Internet-Postings in digitalen Medien und auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums sowie Anzeigen in rund 75 Printmedien bundesweit im Zeitraum 31.3. bis 10.4.2021. Veranschlagt sind für die „Informationsoffensive“ 980.000 Euro, wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage des Bundes der Steuerzahler mitteilte. Die genaue Summe werde erst nach Abrechnung der Maßnahmen feststehen, jedoch unter der veranschlagten liegen.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Die aufgeworfenen Themen Tierwohl, Klimaschutz, Artenvielfalt und Preise für Lebensmittel bewegen viele Bürger – Informationen sind wichtig für die Meinungsbildung. Dass diese aber vom Ministerium selbst kommen, das die Konflikte bislang nicht hat lösen können, ist ebenso fragwürdig wie eine bunte, fast 1 Mio. Euro teure Darstellung der eigenen Taten im Wahlkampfjahr.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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