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  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Staatliche Wirtschaftsflops
27.10.2020

Luxuswasser sorgt für Verluste in Parchim

Parchim geht mit Luxuswasser baden

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Was ist passiert?

Parchim (MV).Edles Wasser sprudelt aus einer Quelle in 181 m Tiefe mitten in der mecklenburgischen Kreisstadt Parchim – ausgerechnet auf einem Gelände der städtischen Wasserwerke. Schnell war die Idee der Vermarktung eines Luxuswassers und damit die „Minus 181 GmbH“ geboren. Weich und besonders geschmacksneutral sei das Wasser, das in einer Manufaktur auf dem werkseigenen Gelände gefördert und abgefüllt wird. Der Liter kostet rund 20 Euro und ist nicht im Einzelhandel, sondern nur in gastronomischen Partnereinrichtungen erhältlich.

Derlei Angebote im Luxussegment sind nicht ungewöhnlich, doch „Minus 181“ ist eine Luxusmarke, an der eine Stadt – Parchim – sowohl über die städtischen Wasserwerke als auch mit einem direkten Anteil im Wert von 24.000 Euro beteiligt ist. Das rief den Landesrechnungshof auf den Plan. Denn, so steht es im Kommunalfinanzbericht 2019: „Ein öffentlicher Zweck, der eine solche Beteiligung rechtfertigt, liegt nicht vor. Die Beteiligung ist nach Kommunalverfassung unzulässig.“ Diese Auffassung teilte die Stadt allerdings nicht, da die entsprechenden Beschlüsse durch die Stadtvertretung gefasst worden sind und eine Gewinnerzielungsabsicht vorgelegen habe.

Doch es blieb bei dieser Absicht. Bis Ende 2018 hatte das Unternehmen Verluste in Höhe von 651.000 Euro erwirtschaftet und damit das Eigenkapital um rund zwei Drittel vermindert. Auch für 2019 sah der Wirtschaftsplan einen Verlustausweis vor. Unterdessen reagierten die Gesellschafter auf die Kritik – auch des Bundes der Steuerzahler – und suchten private Investoren. Bis dato ohne Erfolg. Zum 1. Juli 2020 wurde die Gesellschaft liquidiert, und die Stadt verlor damit ihren Anteil von 24.000 Euro. Für das Stadtsäckel zumindest indirekt verloren sind auch die hohen Verluste, die die städtischen Wasserwerke gemacht haben.

Der Geschäftsführer der Parchimer Stadtwerke, der bis zur Liquidation auch der Geschäftsführer der „Minus 181 GmbH“ war, zeigte sich im Gespräch mit dem Bund der Steuerzahler zwar enttäuscht, spricht aber von einer nach wie vor guten Idee. Was die Suche nach Investoren angeht, gab er sich weiterhin optimistisch: Es gebe zurzeit noch einen Interessenten.

Foto: Michaela Skott

Der Bund der Steuerzahler meint

Das Luxuswasser sollte zum Aushängeschild des Mittelzentrums Parchim werden – also ein Marketinginstrument. Doch ist so etwas für eine mecklenburgische Kleinstadt wirklich sinnvoll? Zumindest waren sowohl die Stadt als auch die Stadtwerke offenbar schlecht beraten. Das Geld ist weg und so bleibt zu hoffen, dass die Stadt Parchim künftig die Finger von derlei Experimenten lässt.

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Autor des Artikels

Michaela Skott

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