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  • Hessen
  • Teure Imagepflege
27.10.2020

Künstlerische Marketing-Pyramide als neuer Goldstandard?

Wiesbaden gibt 500.000 Euro für Kunst am Bau aus

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Aktuelle Entwicklung

Pyramide wird nun doch nicht gebaut!

Nur wenige Tage nach Veröffentlichung des Falls im Schwarzbuch teilte die Stadt Wiesbaden mit, dass die Pyramide nun doch nicht gebaut wird. Die Künstlerin sei von den laufenden Verhandlungen und Bestrebungen zur Realisierung zurückgetreten und wolle das Projekt beenden. Sie begründete dies mit kürzlich vom Haftpflichtversicherer der Stadt mitgeteilten Versicherungsbedingungen für die Skulptur. Diese definierten nicht nur die aktuellsten Einschränkungen des Projektes, sondern vielmehr auch den Punkt, an dem sie die Realisierung der eingereichten Ideen nicht mehr für durchführbar halte.

Aus Sicht des BdSt dürfte dies aber nur der letzte Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte. Schließlich war das Projekt hoch umstritten und wurde von einer jahrelangen Diskussion begleitet. Dabei dürften auch die Recherchen zum Schwarzbuch ihren Teil zu Beendigung des teuren Vorhabens beigetragen haben.

Was ist passiert?

Wiesbaden (HE). Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden riss in ihrer Stadtmitte die alten Rhein-Main-Hallen als Veranstaltungszentrum ab und baute an der gleichen Stelle ein neues Kongresszentrum, das RheinMain CongressCenter (RMCC). 2018 eröffnet, bietet es Platz für Kongresse und renommierte, bundesweit beachtete Events wie den Ball des Sports oder Parteitage.

Die Stadt vertraute aber nicht nur auf ihr eigenes Marketing oder die zentrale Lage des RMCC. Vielmehr strebte sie bei der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) eine Auszeichnung mit dem Standard „Gold“ an. Eine Bedingung dafür: Kunst am Bau. Daher lobte der städtische Eigenbetrieb für Messe, Kongress und Tourismus (TriWiCon) eigens einen Wettbewerb aus. Als Siegerentwurf setzte sich eine treppenförmige Pyramide durch, deren Spitze den Himmel reflektiert und deren Stufen zum Sitzen einladen sollen.

Für das Wettbewerbsverfahren, zwei Baumgutachten, die Leistung des Projektplanungsbüros sowie eine Vorplanung des Landschaftsarchitekten fielen bisher bereits 100.000 Euro an. Weitere 400.000 Euro sind für die Errichtung vor dem RMCC bis Mitte 2021 eingeplant. Die Pyramide soll bis zu 4 m hoch werden. Ob der Kostenrahmen eingehalten werden kann, ist jedoch noch nicht absehbar, schließlich sind die Schätzungen bereits mehr als 3 Jahre alt.

Laut der auszeichnenden DGNB bedeutet nachhaltiges Bauen „einen bewussten Umgang und Einsatz vorhandener Ressourcen, die Minimierung von Energieverbrauch und ein Bewahren der Umwelt“. Inwieweit „Kunst am Bau“ dazu beiträgt, ist aber mehr als fraglich, vor allem, wenn dafür eine halbe Million Euro Steuergeld fließt. Ebenso fragwürdig ist das Motiv der Stadt, die sich mit der Pyramide ein höheres Ansehen erhofft und das Kunstwerk als eine „Marketing-Investition“ sieht. Immerhin hat das RMCC die erhofften Auszeichnungen erhalten: Am Ende wurden es sogar „Platin“ und „Diamant“.

Foto: Moritz Venner

Das Video zum Fall

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Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Wiesbaden und sein renommiertes RMCC haben eine Pyramide vor der Haustür zur Imagesteigerung nicht nötig. Steuergeld ist nicht dazu da, fragwürdige Bedingungen zu erfüllen, um eine Auszeichnung eines privaten Anbieters zu erhalten.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Jochen Kilp

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