News Bild 298
  • Baden-Württemberg
  • Brücken, Straßen und Verkehr
29.10.2019

Kreisverkehr für Radler – doch die wollen nicht kreiseln

Fahrrad-Kreiselverkehr: gebaut und abgebaut

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Winterbach. Der Ausbau des parallel zum Fluss Rems verlaufenden Weges zwischen Winterbach und Remshalden war Teil eines Maßnahmenpakets. Zwei Wirtschaftswege, die sich dort kreuzten, sollten zu einem Kreisverkehr umgebaut werden − in einen „Kreisverkehr“ für Radfahrer. Zu den Gründen dafür teilte das Regierungspräsidium Stuttgart mit, dass damit eine unübersichtliche Verkehrssituation entschärft und sichere Verkehrsverhältnisse geschaffen werden sollten.

Es zeigte sich jedoch schnell, dass die Radfahrer den ebenerdigen Kreisverkehr oft schlicht ignorierten und in falscher Richtung durchfuhren, nur, um nicht an Tempo zu verlieren. Es stellte sich also nicht der Effekt ein, den man durch den Umbau erhofft hatte. Das Regierungspräsidium wies auch noch darauf hin, dass durch die zunehmende Nutzung von Pedelecs und E-Bikes die Geschwindigkeit noch zunehmen werde. Also kann es dort noch gefährlicher werden.

Apropos Gefahr: Der Kreisverkehr war nachts nicht beleuchtet. Radfahrer konnten also eine unliebsame Überraschung erleben. Aber: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Es wurden beleuchtete Warnbarken auf den „Kreisverkehr“ gestellt. Kosten für die Aktion: zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Den Fahrrad- Kreisel gab es übrigens auch nicht umsonst. Er schlug mit 3.500 Euro zu Buche.

So ganz zufrieden war man mit der Lösung aber nicht, schließlich wurden dadurch weder Falschfahrer verhindert noch die Geschwindigkeit der Radler reduziert.

Zusammen mit der Verkehrsbehörde entschied das Regierungspräsidium daher, den Kreisverkehr wieder abzubauen. Stattdessen wird der Wirtschaftsweg nachrangig eingestuft und der Radweg vorrangig. Diese neue Einordnung wird durch ein neu angebrachtes Stoppschild auf dem Wirtschaftsweg sowie entsprechende Fahrbahnmarkierungen angezeigt. Kosten für den Rückbau und den neuen Asphalt: 10.000 Euro.

Foto: Regierungspräsidium Stuttgart

Alternative Investition

Für das Geld hätten 2 Ladestationen für E-Bikes gekauft werden können.

Der Bund der Steuerzahler meint

Ein Kreisel für Radfahrer: Wie so oft ein Versuch, der den Steuerzahler nur Geld kostet.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Michael Weiss

Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du
denkst!

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert