
Kreisverkehr für Phantom-Hotel
Die Stadt Ueckermünde baut einen Kreisverkehr für ein geplantes Hotel, das nicht kommen wird
Was ist passiert?
Ueckermünde (MV). Große Pläne hatte man im Jahr 2021 in der Stadt Ueckermünde am Stettiner Haff. Ein Investor wollte gleich neben dem „Haffbad“ und der „Lagunenstadt“ am Strand ein Hotelresort bauen. Zunächst war von 500 Betten die Rede, später sprach man von 300 und irgendwann wurde gar nicht mehr davon gesprochen. Das Hotel am Strand war schon vor seinem Bau Geschichte, denn eine Bürgerinitiative hatte schon im Jahr 2021 recherchiert, dass die Investoren, die in der Stadt große Hoffnungen verbreitet hatten, bereits an anderer Stelle mit ähnlichen Vorhaben gescheitert waren.
Von dem ambitionierten Vorhaben ist nur der öffentlich geförderte Verkehrskreisel übriggeblieben, der laut Bebauungsplan dazu dienen sollte, den durch das Hotel entstehenden Verkehr zu regulieren. Obwohl das Hotel nun nicht gebaut wird, entsteht am Ende der Haffstraße jetzt für rund 1,3 Mio. Euro dennoch ein Kreisverkehr. Rund 100.000 Euro muss die Stadt selbst tragen. Die großzügigen Fördermittel für das Projekt brachte der Chef der Staatskanzlei bei einer feierlichen Übergabe persönlich in Ueckermünde vorbei. Auch er hält trotz Kritik von Bürgerinnen und Bürgern und dem Bund der Steuerzahler an dem Vorhaben fest, denn auch aus Sicht des Bürgermeisters und der Landespolitik gewinnt die Stadt durch den Kreisel.
Allerdings zeigt ein im Zusammenhang mit der Hotelplanung erstelltes Verkehrsgutachten aus dem Jahr 2024, dass bei einer gleichbleibenden Verkehrslage kein unmittelbarer Handlungsbedarf für eine bauliche Veränderung besteht. Und obwohl sich an dieser Stelle seit mehreren Jahren keine Unfälle ereignet haben, verweist der Bürgermeister auf angeblich „gefährliche“ Situationen sowie auf eine fehlende „Wendemöglichkeit“ in diesem Bereich.
Inzwischen schreiten die Bauarbeiten am Kreisel zügig voran – und die Politik ignoriert damit die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die dieses Vorhaben ablehnen.
Foto: Michaela Skott
Der Bund der Steuerzahler meint
Wir haben das Gesamtprojekt – Hotel und Kreisel – von Anfang an kritisch gesehen. Ein Hotel wird hier auf absehbare Zeit nicht entstehen. Dass der Kreisel dennoch gebaut wird, ist Verschwendung.
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Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Diese Bebauung bei uns im der Stadt ist der größte Betrug an den Einwohnern. Wir wohnen seid mehreren Jahren in einer Straße in der Platten aus der DDR noch liegen und hier könnte man von einer gefährlichen Situation sprechen. Wir haben teilweise Stellen die mehrer viele Zentimeter rausragen. Unsere älteren Bewohner der Straße trauen sich nicht spazieren zu gehen ohne das Stolpergefahr besteht. Autos sind ständig ausgeschlagen. Auf eine Unterschriften Sammlung der gesamten Straße und Anwohner wurde nur mit einem Lächeln reagiert und es gäbe kein Geld dafür . Die Stralsunderstrase sowie die ganze angrenzende Siedlung leben seid Jahren mit einer solch extrem schlechten Straße. Aber für einen völlig unnützen Kreisverkehr ist Geld da wir sind einfach nur sauer .