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  • Niedersachsen
  • Brücken, Straßen und Verkehr
27.10.2020

Kosten für Friesland-Umgehung ufern aus

Jeder Meter einer neuen Umgehung soll mehr als 24.000 Euro kosten

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Was ist passiert?

Emden (NI). Um den Emder Seehafen besser an das überörtliche Straßennetz anzubinden, wird derzeit eine neue Straße gebaut – die Friesland-Umgehung (B210). Die Trasse ist zwar nur 1,9 km lang und in Dammlage erstellt, hat es aber wegen der Marschlandbodenverhältnisse und drei Brückenbauwerken in sich. Eng aufeinanderfolgend muss die neue Bundesstraße den Ems-Seitenkanal, die Bahnstrecke Emden- Leer und das Fehntjer Tief überbrücken. Zudem müssen zwei Ferngasleitungen beachtet werden.

Ursprünglich waren für die kurze Süd-Umgehung Emdens knapp 24 Mio. Euro veranschlagt worden, also rund 12.600 Euro je Straßenmeter. Doch mit Beginn der Bauphase uferten die Kosten aus: Mittlerweile liegen sie bei 46,1 Mio. Euro – und sind damit fast doppelt so hoch wie geplant. Wie konnte es dazu kommen, dass ein Straßenmeter jetzt durchschnittlich mit mehr als 24.000 Euro zu Buche schlägt? Wesentlicher Grund für die Kostenexplosion ist eine Planungspanne bei der Bahnquerung. Wie die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erklärte, machte die Deutsche Bahn lange Zeit die Vorgabe, für das Brückenbauwerk eine Höhe über Schienenoberkante von 5,70 m vorzusehen. Als mit dem Bau begonnen wurde, habe die Deutsche Bahn jedoch eine Durchfahrtshöhe von 6,20 m verlangt, da der Kreuzungspunkt dem Bahnhofsbereich Emden zuzuordnen sei. Diese Änderung hatte erhebliche Auswirkungen auf die herzustellende Dammhöhe, auf die Vorbereitung des Baugrunds sowie das Brückenbauwerk und verursachte so einen Teil der Kostensteigerung.

Bei der Brücke über den Ems-Seitenkanal mussten nachträglich aufgrund falsch eingeschätzter Baugrundverhältnisse die Kosten für die Gründung und das Bauverfahren angepasst werden. Hieraus resultieren Mehrkosten von 4,6 Mio. Euro. Auf das Konto „schlechte Baugrundverhältnisse“ gehen auch noch weitere 8,5 Mio. Euro Steuergeld. Die Tragfähigkeit des Baugrunds war nämlich deutlich überschätzt worden, was im Nachhinein Füllsand in einer Größenordnung erforderlich machte, die laut Aussage der Straßenbaubehörde „in dieser Menge und auch aufgrund starker Nachfrage bei verhältnismäßig begrenztem Angebot in Ostfriesland nur zu überhöhten Preisen zu beschaffen ist“. Neben weiteren Faktoren für Kostensteigerungen, die weniger ins Gewicht fallen, führt die Behörde abschließend auch die allgemeinen Baupreissteigerungen an: Sie belaufen sich – zwischen erstem Spatenstich im Dezember 2015 und der voraussichtlichen Fertigstellung im Jahr 2023 – auf 4,2 Mio. Euro.

Foto: Nicolai Heise, FRIESLANDFOTOGRAFIE.DE

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Pannen bei Brückenbauwerken und fehlerhaft eingeschätzte Bodenverhältnisse machen die neue Hafenanbindung zu einem sündhaft teuren Stück Straße in Emden. Bei sorgfältiger und gewissenhafter Planung wären diese bösen Kostenüberraschungen vermeidbar gewesen.

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Autor des Artikels

Bernhard Zentgraf

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