
Klein, teuer, nutzlos: Sportplatz ohne Spielbetrieb
Ein neuer Hamburger Sportplatz – doch niemand spielt dort!
Was ist passiert?
Hamburg. Der Neubau eines Kunstrasenplatzes im Hamburger Oberhafenquartier (HafenCity) sollte die sportliche Infrastruktur des Stadtteils verbessern. Tatsächlich aber ist das 1,53 Mio. Euro teure Spielfeld seit der Fertigstellung Anfang 2025 bis heute ungenutzt. Ein Grund dürfte sein, dass der Platz für den regulären Ligabetrieb ungeeignet ist: Das Spielfeld ist schlicht zu klein. Mit 68 mal 50 Metern erfüllt es noch die Anforderungen für Jugendspiele bis zur D-Jugend, doch an regulären Punktspielbetrieb mit Erwachsenen (Standardmaß des Deutschen Fußball-Bunds: 105 mal 68 Meter) ist hier nicht zu denken.
Dabei war ein größerer Sportplatz an dieser Stelle von vornherein nicht möglich: Direkt neben dem Spielplatz befindet sich nämlich eine Rampe, die ursprünglich Teil einer Brückenverbindung zum Hamburger Großmarkt sein sollte. Durch sie wurde verhindert, dass ein regulär großes Spielfeld gebaut werden konnte. Apropos Brücke: Ob diese jemals gebaut wird, steht in den Sternen. Im Amtsdeutsch heißt es dazu, „ihre Umsetzung wird aber weiterhin angestrebt.“ Dies immerhin schon seit dem Jahr 2000. Dennoch wurde die Rampe zur Brücke realisiert. Über die Kosten für die Rampe schwieg sich der Senat bislang aus. Ortskundige halten die Brücke ohnehin für nicht notwendig, denn es bestehen bereits Querungsmöglichkeiten.
Besonders ärgerlich: Trotz der kleinen Spielfläche wurden dennoch Markierungen wie bei einem normalen Fußballplatz aufgebracht. Das führt zu der Situation, dass die beiden Strafraumlinien so nah beieinander liegen, dass sie sich auf Höhe der Mittellinie fast berühren. Unter diesen Bedingungen ist selbst für Jugendmannschaften ein reguläres Spiel kaum möglich, weil damit gewisse Mindestabstände und Proportionen nicht eingehalten werden können.
Nun könnte man sagen, immerhin ist ein kleiner Sportplatz entstanden. Doch trotz der Fertigstellung blieb der Platz viele Monate ungenutzt. Der Grund: Die zuständige HafenCity Hamburg GmbH, eine städtische Projektentwicklungsgesellschaft, hat es versäumt, vorab einen Fußballverein als Hauptnutzer zu gewinnen. Auch eine Abstimmung mit dem Hamburger Fußballverband hat nicht stattgefunden.
Foto: Sascha Mummenhoff
Alternative Investition
Für 1,53 Mio. Euro hätte man 6.800 klappbare Aluminium-Mini-Tore für die Hamburger Schulen anschaffen können.
Der Bund der Steuerzahler meint
In Zeiten knapper Mittel darf öffentliche Infrastruktur nicht „auf Verdacht“ gebaut werden. Ein 1,53 Mio. Euro-Sportplatz ohne Nutzung ist entstanden, weil zuvor keine Abstimmung erfolgt ist. Die Stadt Hamburg hat hier auf ganzer Linie versagt. In einer Stadt, in der viele Vereine Wartelisten für Fußballanfänger führen müssen und dringend Plätze suchen, ist dieser Fall ein Armutszeugnis.
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