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  • Baden-Württemberg
  • Richtig skurril!
01.10.2026

Kein „König Kunde“ im Stuttgarter Café „Planie“

Baulärm statt Kaffeegenuss

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Was ist passiert?

Stuttgart (BW). Als im Oktober 2020 den bisherigen Pächtern des „Grand Café Planie“ die Konzession entzogen wurde, konnte niemand ahnen, dass dies für viele Jahre das gastronomische Aus für die sich im Landesbesitz befindende Immobilie am Stuttgarter Karlsplatz bedeuten würde. Es gibt vielfältige Gründe dafür, dass für fast sechs Jahre – bis zum Sommer 2026 – die Türen des beliebten Cafés immer noch nicht wieder geöffnet haben. Nach dem Konzessionsentzug dauerte es bis März 2022, bis die Flächen wieder an das Land Baden-Württemberg zurückgegeben wurden. Im Sommer 2022 begann man mit der Sanierungsplanung und den Entrümpelungsarbeiten, bevor man im Januar 2023 bei der Stadt Stuttgart ein Baugesuch für notwendige Umbauarbeiten innerhalb der Immobilie einreichte. Presseberichten zufolge gab es hier dann die nächste lange Verzögerung. Der Grund: Mehr als ein Jahr lang musste die für den Umbau zuständige Landesbehörde Vermögen und Bau, die zum Geschäftsbereich des baden-württembergischen Finanzministeriums gehört, auf grünes Licht aus dem Stuttgarter Rathaus warten.

Erst im Februar 2024 erteilte die Stadt die Baugenehmigung, im Sommer 2024 begannen dann die vorbereitenden Baumaßnahmen. Somit lagen zwischen dem Entzug der Konzession und dem Start der Sanierungsmaßnahmen fast vier Jahre. Dies führte zu zwei ganz unterschiedlichen Problemen: Zum einen kann der geneigte Café-Gast dort nicht mehr einkehren, zum anderen fehlen dem Land nicht unerhebliche Pachteinnahmen. Dies wiegt umso schwerer, da sich auch mit dem Auftakt der Baumaßnahmen im Sommer 2024 eine zügige Wiedereröffnung der einst gut frequentierten Räumlichkeiten nie abzeichnete.

Denn aufgrund gleich mehrerer Faktoren kam das Land mit den Umbauarbeiten langsamer voran als vorgesehen. „Die verlängerte Bauzeit resultiert u.a. aus unerwarteten Lieferengpässen“, hieß es im Juni 2026 auf BdSt-Anfrage aus dem Finanzministerium. Zudem habe es bei den Sanitärgewerken „nicht vorhersehbare Probleme“ gegeben. Laut Angaben des Ministeriums belaufen sich die Gesamtbaukosten für die landesseitigen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag, für den das Land aufkommt.

Wann das ehemalige „Grand Café Planie“, das künftig unter dem Namen „Planie“ seine Gäste empfangen will, die Tore wieder öffnen wird, stand im Sommer 2026 noch immer in den Sternen. Der für Ende 2025 anvisierte Termin zur Wiedereröffnung konnte jedenfalls nicht gehalten werden. Laut Finanzministerium sollten die landesseitigen Maßnahmen erst Ende des zweiten Quartals 2026 abgeschlossen sein, im Anschluss dann der pächterseitige Innenausbau erfolgen. Im Sommer 2026 scheint es, als müssten die Gäste am Stuttgarter Karlsplatz noch eine Weile auf ihren Kaffee warten – genau so, wie das Land Baden-Württemberg auf wieder fließende Pachteinnahmen.

Foto: Daniel Bilaniuk

Der Bund der Steuerzahler meint

Die Sanierungsmaßnahmen im Café „Planie“ sind ein weiteres typisches Beispiel für nicht enden wollende Bauprojekte, die es in Deutschland viel zu oft zu beklagen gibt. Wenn diese Arbeiten über Jahre hinweg auch für Pachtausfälle bei der öffentlichen Hand in nicht unerheblicher Höhe sorgen, ist dies umso ärgerlicher.

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Autor des Artikels

Daniel Bilaniuk

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