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  • Bund
  • Teure Imagepflege
15.01.2020

Kein Grund zum Schmunzeln

Bundesinnenministerium zahlt 9 Mio. Euro für „Aufmerksamkeits-Kampagne"

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Was ist passiert?

Bund. Ende des Jahres 2019 waren bundesweit Plakate und Videos von Menschen mit weißen Socken in Sandalen, treu schauenden Dackeln und akkurat geschnittenen Hecken zu sehen. Was auf den ersten Blick anmutet wie eine luftleere Satire auf deutsche Eigenarten, ist bei genauerem Hinsehen eine millionenschwere Kampagne der Bundesregierung.

Die Videoclips und Plakate sind Teil einer „Aufmerksamkeits-Kampagne“ des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), welche den Auftakt des Jubiläumsjahres zu 30 Jahren Friedliche Revolution und Deutsche Einheit begleitet. Die Kampagne sollte nach Auskunft des Heimatministeriums „zu Beginn des Jubiläumsjahres zum Nachdenken über Deutschland anregen“. Dafür sei ein „humoriger, niedrigschwelliger Auftritt zum Thema „Typisch Deutsch“ gewählt“ worden, mit dem Ziel, „Neugier auf das Jubiläum zu wecken und ‚über sich selbst‘ zu schmunzeln“. Dafür seien „historische und geografische Besonderheiten bildlich und szenisch umgesetzt“ worden, die den Gedanken unterstreichen: „Deutschland ist eins: vieles“.

Die „Das ist sooo deutsch“-Kampagne lief bundesweit von Anfang Oktober bis Mitte Dezember 2019 mit Außenwerbung, TV-Spots und in Online-Medien. Besonderer Schwerpunkt waren dabei „Hochfrequenzstandorte“ wie Bahnhöfe, Flughäfen und Verkehrsknotenpunkte sowie Städte mit weniger als 100.000 Einwohnern, um die Wahrnehmbarkeit insbesondere in Ostdeutschland zu ermöglichen, wie das BMI auf Nachfrage des BdSt mitteilte. Insgesamt seien Kosten von rund 8,85 Mio. Euro entstanden – unter anderem für die Konzeption, Produktion und die mediale Verbreitung.

Da fast 9 Mio. Euro viel Geld sind für eine Kampagne, die vorrangig Neugier auf ein Jubiläum wecken sowie zum Nachdenken und Schmunzeln anregen soll, hat der BdSt auch nachgefragt, ob Alternativen geprüft wurden. Diese Frage an das zuständige Ministerium blieb zunächst unbeantwortet. Auf Nachfrage teilte die Pressestelle schließlich mit, dass man zur Umsetzung der Kampagne dem Votum der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ gefolgt sei. Inwieweit erörtert wurde, ob eine Kampagne überhaupt notwendig und sinnvoll ist, wurde nicht mitgeteilt.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Seine Bürger zum Nachdenken und Schmunzeln anzuregen, ist nicht die vorrangige Aufgabe des Staates. Die Bundesregierung hätte besser darüber nachdenken sollen, ob eine solche Kampagne notwendig ist. Mit Blick auf die hohen Kosten dürfte dem Steuerzahler zumindest das Schmunzeln vergangen sein.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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Bemerkungen :

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    Wolfgang Henke 05/03/2020 um 20:11
    Eine derartige "Studie" ist wie so viele andere Studien überflüssig und verschwendetes Geld. Man hat den Eindruck, dass hier interessierte Gruppen/Personen bewusst Derartiges in die Welt setzen, um die deutsche Art in Misskredit zu bringen oder ins Lächerliche zu ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Franzose, Spanier, Italiener etc. so etwas in die Welt setzen würde.
  • user
    Anna Einzinger 03/03/2020 um 15:49

    Also ich habe die besagte 9 Millionen Kampagne überhaupt nicht wahrgenommen.

  • user
    DerTrekie 06/02/2020 um 19:21
    Man wurde auch so Wochenlang damit zugetextet.
    Da war diese Aktion wirklich absolut sinnlos und unnötig.
    Zumal sie anscheinend kaum jemand wahrgenommen hatte.
  • user
    Hans-Dieter Grützner 19/01/2020 um 06:56
    Habe gedacht das wäre eine Werbung eines Sandalenfabrikanten!
    Wer Steuergelder in solcher Höhe verchwendet gehört eingesperrt, aber dann wäre ja keine "Regierung" mehr da, fast alle wären in der "Kiste"! Maut, Beratervergabe etc. was kommt noch ???
  • user
    Markus Nonninger 18/01/2020 um 16:14
    Vielen Dank für Ihre unermüdliche Arbeit.
    In der Tat verschwendet unsere Bundesregierung große Mengen an Steuergelder für zweifelhafte Kampagnen.

    Neujahr war ich mit der Bahn unterwegs, da hingen im gesamten Zug Hefte herum.
    Da mir langweilig war, nahm ich eines dieser Hefte,
    Es nannte sich "SCHWARZROTGOLD - Das Magazin der Bundesregierung"
    In der Ausgabe 4/2019 ging es ums Theme Klimaschutz.
    Ansich ist dieses Thema ja nicht verkehrt und die Auslage in Zügen nicht schlecht gedacht. Schliesslich laß ich das Magazin aufgrund meiner langen Fahrt.

    Inhaltlich war aber die Auseinandersetzung mit dem Thema Klimaschutz sehr einseitig und voll mit fachlichen Fehlern!

    1. Wurden behaupten alle Wissenschaftler wären überzeugt von der durch den Menschen verursachten Klimaerwärmung.
    2. Wird behauptet Deutschland wäre für 20% aller klimaschädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich!

    Was ab aber einfach bloß peinlich ist, Deutschland könne das Klima retten, wenn es weniger Lebensmittel wegwerfen würde.
    In einer Tabelle wird dargestellt, wieviel Treibhausgase erzeugt und wieviel Wasser ein Kg eines Lebensmittel verbraucht.

    So wird erklärt, dass ein kg Tomaten umweltfreundlicher wären als ein kg Äpfel.
    Für ein kg Tomaten entstehen 340gr, Treibhausgase und 214 l Wasser werden verbraucht.
    Für ein kg Äpfel wären es 550gr. Treibhausgase und es werden 820 l Wasser benötigt.

    Besonders hoch wären die Werte bei tierischen Produkten.

    Ich empfinde diese Behauptungen in diesem Magazin als politische indoktrination zur vegetarischen Ernährung und Volksverblödung.

    Denn
    1. Wasser kann nicht verbraucht werden, Wasser kann nur gebraucht werden (Wasserkreislauf der Erde)
    2. Pflanzen wandeln CO2 in Sauerstoff und Biomasse um. Wenn also eine Pflanze oder Teile von ihr (Früchte, Blätter ect.) verotten dann entsteht Kompost und es wird CO2 freigesetzt. Bei dieser Verrottung wird aber auf keinem Fall mehr CO2 freigesetzt als vorher mit dem Pflanzewachstum aufgenommen wurde.

    Wieviel Treibhausgase durch Kühlung des Lebendsmittel, dessen Transport und den Anbbau der Pflanzen ect, entsteht ist nicht seriöse zu berechnen.

    Der Apfel aus meinem Garten verbraucht überhaupt keine Treibhausgase, weil er direkt vom Baum verbraucht wird. Die Äpfel von der Plantage in der Nachbarschaft haben weniger Transportweg hintersich als die Äpfel aus Chile importiert.

    Das Rind verbraucht auch nicht über 15.420L Wasser um 1kg Rindfleich wachsen zu lassen. Das Rind trinkt das Wasser um sein Organismus in gang zuhalten und scheidet dann das Wasser wieder aus. Das Wasser kann und wird nicht verbraucht.
    Der Anbau von Viehfutter erzeugt nicht nur Treibhausgase sondern fängt beis einem Wachstum auch in Form von Biomasse wieder CO2 ein. Im übrigen wird das meiste Viehfutter aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten und abfällen erzeugt...

    Sprich es ist peinlich solch unkritisches geschreibsel als offizielles Magazin der Bundesregierung herum liegen zu sehen.

    Machen Sie weiter mit ihrer Arbeit.

    Mit besten Grüßen

    In dem besagtem Magazin wirft die Bundesregierung mit Zahlen herum
  • user
    Norbert Wilz 16/01/2020 um 19:09
    Gut, dass so etwas zur Sprache kommt, jedoch wird es wohl leider keine Konsequenzen für die Handelnden haben, wie meistens, oder? Durch Bekannte habe ich Einblick in den öffentlichen Dienst, wie städtische Eigenbetriebe oder Regierungspräsidium, gipfelt in mehrmonatigem "Sanatoriumsaufenthalt" als "Beobachter " bei der EU Kommission in Brüssel, bei doppelten Bezügen ! Für Nixtun und ohne Ergebnis!

    Für das Geld hätte man ein neues Hallenbad für die Bürger bauen können. Laut Medienberichten wurden allein in 2019 in Deutschland 80 Hallenbäder geschlossen, so auch in meinem Wohnort.


    Wie will man dieses System aufbrechen? Es gibt zu viele, die davon profitieren!
  • user
    Lars Düser 16/01/2020 um 19:01
    Das hat ja super geklappt
    Ich habe die “lustige“ Kampagne nicht mal wahrgenommen.
  • user
    Vincent S. 16/01/2020 um 18:59
    Dieser Beitrag ist wunderbar! Mir ist auch aufgekommen, dass das Anregen zum Nachdenken nicht in den Arbeitsbereich und schon gar nicht in den Kompetenzbereich der Politiker bzw. des Bundes gehört.
    Danke, Herr Behm(:
    • user
      Philipp Behm 17/01/2020 um 13:16
      Sehr gerne! Danke für Ihr positives Feedback. :)
  • user
    Schmidt 16/01/2020 um 18:27
    Da der Vertrag von Versaille seit Sonntag dem 10.01.2020 beendet ist, macht es Sinn, die (nachweislich einer Finanzverwaltung) ungültige Steuer als "Mensch" zu boykottieren?
    Es wird ohnehin die halbe Welt mit illegalen Steuern versorgt!
    Wir zahlen jeden Monat unserre Steuer! vom Lohn und müssen zum Jahressteuerausgleich einen gesamten Monatslohn hinlegen, damit sich die Betriebsleitung (Vormundschaft) das Steuergeld verschenken und die eigenen Taschen voll machen kann.
  • user
    Annemarie Muth 16/01/2020 um 17:14
    Diese Werbeaktion ist so überflüssig wie ein Kropf
  • user
    Adelheid D. Kieper 16/01/2020 um 13:54
    Interessant wäre doch, ob die Vergaberichtlinien auch eingehalten wurden - das hört sich doch eher nach „Prinz Karneval“ an...
    • user
      Philipp Behm 16/01/2020 um 16:40
      Nach Angaben des zuständigen Ministeriums wurden die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit durch die Einbindung von Rahmenvertragspartnern vollumfassend berücksichtigt. Die Vergabeverfahren, die zum Abschluss der geführt haben, sollen gewährleisten, dass die Leistungen zu den wirtschaftlichsten Konditionen in Anspruch genommen werden können.
  • user
    Bernhard 16/01/2020 um 13:17
    Ich habe mich auch sehr über diese Kampagne gewundert. Es wäre interessant zu wissen,

    - welche Agentur wurde hier mit knapp €9m bedacht und

    - wurden branchenübliche Rabatte gewährt?
    • user
      Philipp Behm 16/01/2020 um 16:42
      An der Kampagne waren nach Angaben des zuständigen Ministeriums mehrere Agenturen beteiligt. Der überwiegende Teil der Kosten sei für die mediale Verbreitung angefallen. Über mögliche Rabatte liegen dem BdSt keine Informationen vor.
  • user
    Brigitte Meurer 16/01/2020 um 13:07
    Der Steuerzahler wird auf Gehalt und Bankkonto überprüft.

    Warum darf mit Steuergeldern so hirnlos umgegangen werden.

    Mittlerweile habe ich das Schwarzbuch komplett gelesen. Ich konnte es nur in Etappen lesen, denn immer wieder bekam ich einen furchtbaren Brechreiz.

    Bitte weiter machen.
    • user
      Philipp Behm 16/01/2020 um 16:43
      Danke für Ihr Feedback. Wir recherchieren weiter - auch wenn ich hoffe, dass ihnen die Texte in Zukunft weniger zusetzen.