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29.10.2019

In Paderborn geht‘s heiß her

Messingeinfassung an einer Sitzbank sorgt für erhitzte Gemüter

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Was ist passiert?

Paderborn. Die heiße Platte gibt es in Paderborn nicht nur beim Japaner, sondern seit der Stadtverschönerung „Revitalisierung der Königsplätze“ im letzten Jahr auch mitten in der Stadt. Hier wurden zwei Hochbeete mit integrierten Sitzbänken installiert. Kostenpunkt 178.000 Euro inklusive Unterkonstruktion, Bepflanzung, Beleuchtung und Planung.

Im „Supersommer 2018“ erhitzten sich die nicht-vorpatinierten Messingplatten so stark, dass die Stadt sich zum Handeln gezwungen sah. Zuerst wurden als Sofortmaßnahme die Umrandungen mit Matten abgedeckt. Dann warnten gelbe Schilder in den Beeten vor der heißen Oberfläche. Trotzdem gab sich die Stadt gelassen: „Nicht die Bank des neuen Hochbeetsitzelementes erhitzt sich bei starker langanhaltender Sonneneinstrahlung, sondern lediglich die nicht zum Sitzen gedachte Randeinfassung des Hochbeets“, so die Stadt Paderborn, „die Sitzfläche ist somit auch bei Sonne und starker Hitze nutzbar.“ Laut Stadt waren weder dem Bauherrn noch den Planern negative Erfahrungen mit Messing bekannt, sie äußerten keine Bedenken.

Trotzdem blieb die Gefahr, dass gerade Kinder sich von der metallisch-glänzenden Oberfläche angezogen fühlen und drauffassen. Die Warnschilder hätten in diesem Fall nur bedingt geholfen. Auch die Sitzweise mit ausgestreckten, seitlich neben den Kopf platzierten Armen endete zumindest an Sonnentagen schmerzlich. Der nächste Plan sah vor, die Messingeinfassung mit Holz zu verkleiden. Das orange-goldene Messing, das die Hochbeete so besonders macht, wäre dann allerdings unter Holz verschwunden. So verwarf man auch diesen Plan.

Erst Ende Juli 2019 hat die Stadt etwas gegen die heißen Platten unternommen: Ein Schutzanstrich wurde aufgetragen, der nun acht bis zehn Jahre halten soll. Die Versiegelung kostete die Stadt noch einmal rund 2.000 Euro.

Der Bund der Steuerzahler meint

Bereits vor der Umsetzung hätten Hersteller und Planer auf die Gefahr der Erhitzung aufmerksam machen müssen. Schließlich sind sie die Experten, deren Rat die Entscheider vor Ort vertrauen.

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Autor des Artikels

Janine Bergendahl

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