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29.10.2019

Im Verschönerungsrausch

Zwei überflüssige Aussichtspunkte in Essen kosten mehr als 25.000 Euro.

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Was ist passiert?

Essen. Zur Aufwertung der Brehminsel, ein Park mit alten knorrigen Bäumen in Insellage zwischen Ruhr und Werdener Altstadt, wurden über Jahre hinweg verschiedene Maßnahmen finanziert und umgesetzt. Unter anderem wurden Wege überarbeitet, neue Sichtachsen geschaffen und ein Spielplatz neugestaltet – sicher sinnvolle Maßnahmen. Doch dann ist die zuständige Bezirksvertretung offensichtlich in einen Verschönerungsrausch geraten und gab zwei Aussichtsplattformen mit Blick auf die Ruhr in Auftrag. Von der einen Plattform schaut man nun auf die Ruhr und die gegenüberliegende Mauer der Bundesstraße 224, die andere Plattform bietet einen Blick auf die Neukircher Mühle. Demnächst sollen auf den Plattformen noch Bänke aufgestellt werden.

Und was sagen die Bürger? Sie ärgerten sich über die beiden Aussichtspunkte für 25.300 Euro, denn vom Wegesrand aus gibt es den gleichen Ausblick gratis. Ein weiterer Stein des Anstoßes war, dass eine Plattform zunächst nur über eine Stufe zu betreten und damit nicht barrierefrei war. Auf Wunsch von Bürgern wurde die Stufe entfernt. Bei der Plattform mit Ruhrblick wurde nachträglich zur Gefahrenminimierung bei Hochwasser das Geländer mit einem zusätzlichen Knieholm gesichert. Beide Maßnahmen verursachten nochmals Kosten.

Nun ist noch geplant, beide Plattformen mit QR-Codes auszustatten. Diese sollen zusätzliche Hinweise auf die Aussicht der jeweiligen Plattform bieten. Das Angebot beträgt voraussichtlich 580 Euro. Die Finanzierung war bis Redaktionsschluss noch nicht geklärt.

Der deutlich geäußerte Ärger der Bürger war offenbar wirksam: Eigentlich waren sogar vier Aussichtsplattformen auf der Brehminsel geplant. Nun bleiben den Essenern zwei weitere Exemplare erspart.

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Was einen so richtig in Wallung bringt: Vom Wegesrand aus, neben den nahezu ebenerdigen Plattformen, sieht man exakt das gleiche. Und dieser Ausblick ist kostenlos, während er von den Aussichtsplattformen mehr als 25.000 Euro kostet.

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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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