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  • Nordrhein-Westfalen
  • Kostenexplosion
09.11.2021

Kölner Bühnen: Fertigstellung verzögert sich und die Kosten steigen

Die Sanierung wird 9 Jahre länger dauern als ursprünglich geplant

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Was ist passiert?

Köln (NRW). Ende Januar 2021 haben Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger bekanntgegeben, wie und zu welchem Preis es mit der Sanierung der Kölner Bühnen weitergehen wird. Dabei zeigte sich die Oberbürgermeisterin zerknirscht: „Es ist bitter.“ Statt im dritten Quartal 2023 soll die Sanierung nun bis März 2024 beendet sein. Aus geplanten 3 Jahren werden nun fast 12 Jahre.

Die erneute Verzögerung erhöht die Kosten ein weiteres Mal: So wurden zuletzt im Dezember 2020 für den Worst Case 899 Mio. Euro aufgerufen, nun kommen weitere 72 Mio. Euro on top. Wie teuer es letztlich wird, hängt von vielen Faktoren ab. Zuletzt hatte eine Firmeninsolvenz für eine weitere Verzögerung gesorgt – und jeder Monat mehr kostet entsprechend mehr.

Immerhin daraus zieht Köln nun seine Lehren: „In Zukunft halten wir uns daran: Erst planen, dann bauen“, verkündete OBin Reker. Man mag es kaum glauben, aber erst jetzt liegen verlässliche Pläne vor. Die Stadt fängt noch einmal bei null an und stellt das Projekt komplett neu auf.

Bernd Streitberger erklärte: „Wir haben eine exzellente Planung, kann ich heute sagen. Und wir haben eine Planung in der Tiefe und Breite, wie sie dieses Haus noch nie gesehen hat (…).“ Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit und Chuzpe diese Sätze gesagt werden. Bedeuten sie doch, dass jahrelang ohne Plan vor sich hingewerkelt wurde.

Teuer für den Steuerzahler fallen auch die Kredite über 40 Jahre und die Interimsspielstätte ins Gewicht. Um auf andere Spielorte ausweichen zu können, zahlt die Stadt pro Jahr zwischen 9 und 10 Mio. Euro. Das sind weitere rund 120 Mio. Euro, die die Sanierung der Städtischen Bühnen nach sich zieht. Der Technische Betriebsleiter tut diese Kosten eher launig ab: „Das kann man mit einrechnen, dann ist es aber falsch.“

Im März 2021 erschütterte die Städtischen Bühnen Köln die nächste Hiobsbotschaft: Sie müssen um 15 Mio. Euro bangen, weil sie ihr Geld bei der Pleite-Bank Greensill angelegt hatten.

Ursprünglich sollte die Oper saniert und das angrenzende Schauspielhaus neu gebaut werden. Damals wurde das Budget auf 230 Mio. begrenzt. Doch als ein Entwurf die Ausschreibung gewann, war schnell klar, dass dessen Umsetzung die Kosten sprengen würde. 355 Mio. Euro, so hieß es damals. Die Bürger liefen Sturm, und der Rat forderte eine „abgespeckte“ Version. Schließlich wurde der Neubau ganz gekippt, beide Spielstätten sollten „nur“ saniert werden. Dabei ging man von 253 Mio. Euro an Baukosten aus. Mitte 2015 musste die für November 2015 geplante Eröffnung abgesagt werden, weil auf der Baustelle Chaos herrschte und vor allem die Haustechnik etliche Mängel aufwies.

Foto: Oliver T. Müller

 

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Die ganze Angelegenheit ist ein Skandal: Die Stadt hat zu lange gebraucht, die Probleme rund um die Opernsanierung in den Griff zu bekommen. Es wurde ohne eine endgültige Planung gebaut, zurückgebaut und wieder neu angefangen.

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Autor des Artikels

Janine Bergendahl

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