
„Heiße Bänke“ nach wenigen Jahren marode
Paderborn muss Sitzbänke auf dem Königsplatz für 20.000 Euro erneuern
Was ist passiert?
Paderborn (NRW). Die Stadt hatte 2018 zwei Hochbeete aus Messing mit integrierten Sitzbänken für fast 180.000 Euro auf dem Paderborner Königsplatz installiert. Doch die Messingplatten erhitzten sich im Sommer so stark, dass die Stadt zunächst die Umrandungen mit Matten abdecken musste und Warnschilder aufstellte. Später wurde ein Schutzanstrich für 2.000 Euro aufgetragen, um die Gefahr zu beseitigen. Der Bund der Steuerzahler berichtete im Schwarzbuch 2019/20.
Jetzt sind die Bänke komplett hinüber. Bei den Sitzelementen hat die Stadt witterungsbedingte Abnutzungserscheinungen wie Risse, Verformungen einzelner Latten und Verwitterung des Holzes festgestellt. Die Holz-Sitzflächen müssen komplett erneuert werden, erklärte die Stadt auf BdSt-Anfrage im Februar 2026. Vor Ort bietet die metallische Unterkonstruktion der Bänke ein trauriges Bild. 20.000 Euro wird die Installation der neuen Sitzauflagen insgesamt kosten.
Für die Sitzelemente und die vielen Meter Handläufe im Umfeld des Königsplatzes war 2018 unbehandeltes Douglasienholz verwendet worden. Diese Materialwahl erfolgte im Rahmen der planerischen Konzeption unter Berücksichtigung gestalterischer, funktionaler und nachhaltiger Aspekte und entsprach dem abgestimmten Planungsvorschlag, so die Stadt Paderborn. Eigentlich hatte die Stadt nach eigenen Angaben mit einer Haltbarkeit von 20 Jahren gerechnet. Doch auch die 530 Meter Handläufe mussten im Sommer 2024 bereits überarbeitet und nachträglich versiegelt werden.
Die Stadt rechnet sich die zusätzlichen Arbeiten schön: Kosten seien nur für die Schutzversiegelung fällig geworden. Die Arbeiten wären durch den Bauhof erfolgt, sodass keine zusätzlichen Kosten für externe Dienstleistungen angefallen seien. Doch auch die Mitarbeiter des Bauhofs arbeiten nicht umsonst, denn der Austausch von Bauteilen oder nachträgliche Arbeiten binden Budget und Bauhofkapazitäten.
Für diese erst zu heißen und jetzt schon maroden Bänke kann niemand in Regress genommen werden. „Die Materialwahl war Bestandteil der abgestimmten Planung und entspricht grundsätzlich den anerkannten Regeln der Technik. Die festgestellten Veränderungen sind typische Erscheinungen natürlicher Bewitterung“, so die Stadt Paderborn.
Foto: Andrea Defeld
Der Bund der Steuerzahler fordert
Langlebig, robust, funktional – diese Kriterien müssen bei der Beschaffung von Stadtmöbeln im Vordergrund stehen, damit die Bürger lange etwas davon haben. Nur von Design und gutem Aussehen dürfen sich Kommunen bei der Auswahl von Bänken und Co. nicht leiten lassen.
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