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  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Teure Imagepflege
27.10.2020

Filmförderung de luxe

Mit dem Vorpommern-Fonds werden etablierte Förderverfahren umgangen

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Was ist passiert?

Mecklenburg-Vorpommern. Kaum wird es warm und es zeigt sich zartes Grün in der Natur, wird Mecklenburg-Vorpommern zur beliebten Filmkulisse. Teams aus aller Welt waren schon hier, bekannte und weniger bekannte Filme wurden gedreht. Viel Sonne, das besondere Licht, ursprüngliche Motive – Gründe gibt es viele, weshalb sich die Filmemacher für Mecklenburg-Vorpommern entscheiden. Auch die Filmförderung des Landes gehört dazu. Die gab es bis zur Jahresmitte 2020 nämlich gleich im Doppelpack: die kulturelle und wirtschaftliche Filmförderung (später kulturwirtschaftliche Filmförderung). Gefördert werden Stoff- und Projektentwicklung, Produktion, Vertrieb, Verleih und Abspiel. Wer sich um eine Förderung bemüht, muss einen Antrag einreichen. Eine Auswahlkommission, besetzt mit Medienexperten, entscheidet.

Eine Produktion in der jüngsten Vergangenheit musste diesen Weg allerdings nicht gehen. Das Spielfilmdrama „Alle reden übers Wetter“, so der Arbeitstitel, ist der Abschlussfilm einer Nachwuchsregisseurin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH. Das Gesamtbudget ist mit 407.300 Euro eher klein und speist sich, wie in der Branche üblich, aus den Fördertöpfen verschiedener Bundesländer. Darunter: 7.500 Euro aus Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2019, weil sich die Regisseurin und ihr Team das kleine Örtchen Krackow in Vorpommern als Drehkulisse ausgesucht hatten. Hier wurde jedoch weder die kulturelle noch die kulturwirtschaftliche Filmförderung angezapft, sondern das Geld kommt aus dem Vorpommern-Fonds und damit aus jenem Topf, den das Land zu Beginn der Wahlperiode aufgelegt hatte, um „die Stärkung des Landesteils Vorpommern“ voranzubringen.

Doch weshalb wurden nicht die vorhandenen Filmförderungen genutzt? Die zuständigen Fachstellen bestätigen dem Bund der Steuerzahler, dass ein Antrag auf Filmförderung nicht vorgelegen habe. Das widerspricht dem Vergabeprozedere des Vorpommern-Fonds, nach dem alle Anträge zunächst daraufhin geprüft werden müssen, ob sie anderweitig förderfähig sind. Auf diese Ungereimtheit angesprochen, beruft sich das Land auf eine mündliche Nachfrage bei der Filmförderung und führt die zwischenzeitliche Neustrukturierung der Filmförderung im Land als Grund für die gegensätzlichen Aussagen an. Auf diesem Weg hätte das Büro des Parlamentarischen Staatssekretärs für Vorpommern die Auskunft erhalten, dass Abschlussfilme nicht förderfähig seien und sich dann für eine Vergabe entschieden. Doch der Fall bleibt unklar: In der Vergangenheit wurden sehr wohl Abschlussfilme gefördert. Als Entschuldigung für die Förderung außerhalb des üblichen Prozederes kann auch nicht die Neustrukturierung geltend gemacht werden, denn die meisten Beteiligten sind seit Jahren in dem Geschäft tätig.

Foto (Symbolbild): Photo by Denise Jans on Unsplash.

Der Bund der Steuerzahler kritisert

Aus gutem Grund gibt es für die Förderung etablierte Verfahren und Auswahlgremien, die mit Experten besetzt sind. Einmal mehr offenbart sich hier eine Schwäche des Vorpommern-Fonds. Mittel werden ohne ausreichende fachliche Expertise vergeben und das Geld der Steuerzahler mit einer gewissen Beliebigkeit ausgegeben.

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Autor des Artikels

Michaela Skott

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