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05.01.2022

Es hakt beim eRezept

Gefloppter Testlauf kostet mehr als 1 Mio. Euro

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Was ist passiert?

Bund. Wenige Tage vor Ende des Jahres 2021 wurde amtlich, was den Beteiligten schon länger dämmerte: Das eRezept wird nicht flächendeckend zu Beginn des Jahres 2022 eingeführt. Damit verzögert sich ein weiteres Projekt zur Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Das eRezept soll die Behandlung mit Arzneimitteln sicherer machen und Abläufe in der Arztpraxis und der Apotheke vereinfachen. Verantwortlich für die Einführung des eRezeptes ist die gematik GmbH, die auch für die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Infrastruktur des öffentlichen Gesundheitswesens zuständig ist. Sie wird mehrheitlich getragen vom Bundesgesundheitsministerium (BMG), dazu von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens.

Verzögerung war absehbar

Die Vorbereitungen für das elektronische Rezept liefen seit Jahren. Weniger als zwei Wochen vor der gesetzlich verpflichtenden Einführung zum 1.1.2022 zog dann das Bundesgesundheitsministerium die Reißleine und verschob den Start zunächst für unbestimmte Zeit. Bis dahin sollen das eRezept weiter getestet und die nötigen Voraussetzungen für den flächendeckenden sicheren Start geschaffen werden.

Dass der angedachte Start des eRezeptes zum 1.1.2021 nicht funktionieren würde, war bereits absehbar. Zuletzt hatten sich Verbände von Ärzten und Apothekern kritisch geäußert und vor einem Start zum geplanten Zeitpunkt gewarnt.

Kaum Teilnehmer im Testlauf

Und auch schon davor war einiges schiefgelaufen: Im Juli 2021 startete ein zunächst für drei Monate angelegter regionaler Testlauf für das eRezept in Berlin und Brandenburg. Ziel war es, das eRezept unter realen Bedingungen zu testen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sollten mindestens 1.000 Rezepte ausgestellt und abgerechnet werden, bevor der bundesweite Rollout startet. Das elektronische Rezept wurde jedoch nicht angenommen. Am Ende waren es nur 42 elektronische Rezepte, die während des regionalen Testlaufs ausgestellt wurden. Da half es auch nicht, dass dieser zwischenzeitlich bis Ende November verlängert wurde. Zum Vergleich: pro Tag werden in Deutschland rund 2 Mio. Rezepte in Arzt- und Zahnarztpraxen ausgestellt.

Der BdSt hat nachgefragt, was der gefloppte Testlauf in Berlin und Brandenburg gekostet hat. Nach Angaben des BMG waren für die Einführung und den Testlauf des eRezeptes in der Fokusregion Berlin-Brandenburg rund 1,1 Mio. Euro eingeplant – zu bezahlen aus Steuergeldern und Beitragsmitteln der gesetzlichen Krankenkassen.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Es ist zu hoffen, dass der Bund aus den Fehlern gelernt hat. Wie bei allen öffentlichen Digitalisierungsprojekten gilt: Es muss den Alltag der Nutzer erleichtern und unkompliziert und sicher anwendbar sein.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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