
Endgültiges Aus für den „Brückenschlag B54“
Aus drohender Steuergeldverschwendung wird ein Erfolgsfall
Was ist passiert?
Dortmund (NRW). Aus Sicht einer Ratsmehrheit waren Argumente gegen die Brücke in Zeiten knapper Haushaltsmittel die viel zu hohen Kosten, eine vermutlich zu geringe Nutzung, die falsche Platzierung, gute Alternativen und nicht zuletzt der Widerstand der Bezirksvertretungen Hombruch und Hörde. Ein Ratsmitglied begründete sein „Nein“ sogar ausdrücklich damit, dass die Brücke bereits im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler gestanden hätte und dort womöglich nochmals auftauchen würde.
Bei dem „Brückenschlag B54“ handelt es sich eigentlich um zwei separate Brücken, die zum einen die Nortkirchenstraße und zum anderen die B54 überspannen sollten. Die Stadt Dortmund hielt die Brücken für erforderlich, um das Gewerbegebiet Phoenix-West besser anzubinden. Doch das Projekt war von Anfang an umstritten, denn in unmittelbarer Nähe gibt es bereits eine Brücke. Und da bei den Planungen auch noch die Kosten explodierten, schafften es die Brückenpläne zweimal ins Schwarzbuch: War 2007 zunächst ein Budget von 3,7 Mio. Euro vorgesehen, ging man 2016 bereits von 6,6 Mio. Euro aus. Da die Angebote nach einer Ausschreibung sogar noch deutlich höher waren, wurden die Pläne erst einmal auf Eis gelegt. 2019 folgte der zweite Eintrag ins Schwarzbuch: Der Rat befürwortete den Bau nun doch, für inzwischen 12,1 Mio. Euro – zuletzt waren gar 17,75 Mio. Euro für die Brücken kalkuliert worden. Nach Darstellung der Stadt Dortmund wird der Förderbescheid für das Projekt nun widerrufen. Auch die Projektrückabwicklung mit Auftragnehmern erfolgte bereits.
Und was wurde aus der Anbindung des Gewerbegebiets Phoenix-West an den Rombergpark? Dies ist über die sogenannte Rückschlaggleisbrücke B54 und die Treppe „Am Segen“ möglich. Dort ist nun geplant, zusätzlich zu der bestehenden Treppe eine barrierefreie Fahrrad- und Rollstuhlrampe zu errichten.
Foto: Bärbel Hildebrand
Der Bund der Steuerzahler meint
Der „Brückenschlag B54“ hat sich von einer drohenden Millionenverschwendung zum echten Erfolgsfall für die Steuerzahler gewandelt. Die jahrelange Forderung des BdSt, auf dieses Luxusprojekt zu verzichten, hat gewirkt.
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