
Endgültiges Aus für den Brückenschlag B 54
Aus drohender Steuergeldverschwendung wird ein Erfolgsfall
Was ist passiert?
Dortmund (NRW). Das Schwarzbuch wirkt: Die Brücke am Dortmunder Rombergpark kommt nach jahrelangem Hin und Her auf keinen Fall. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 9.10.2025 den Brückenschlag mehrheitlich abgelehnt. Argumente gegen die Brücke waren aus Sicht der ablehnenden Fraktionen die viel zu hohen Kosten in Zeiten knapper Haushaltsmittel, eine vermutlich zu geringe Nutzung, eine falsche Platzierung, gute Alternativen und nicht zuletzt der Widerstand der Bezirksvertretungen Hombruch und Hörde. Ein Ratsmitglied begründete sein Nein sogar ausdrücklich damit, dass die Brücken bereits im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler gestanden hätten und womöglich nochmal darin auftauchen würden. Bei dem „Brückenschlag B54“ handelt es sich eigentlich um zwei separate Brücken, die zum einen die Nortkirchenstraße und zum anderen die B54 überspannen sollen. Die Stadt Dortmund hielt die Brücken für erforderlich, um das Gewerbegebiet Phoenix-West besser anzubinden. Doch das Projekt war von Anfang an umstritten, denn in unmittelbarer Nähe gibt es bereits eine Brücke. Und da im Laufe der Planungen auch noch die Kosten explodierten, schafften es die Brückenpläne schon zweimal ins Schwarzbuch: War 2007 zunächst ein Budget von 3,7 Mio. Euro vorgesehen, ging man 2016 bereits von 6,6 Mio. Euro aus. Da die Angebote nach einer Ausschreibung sogar noch deutlich höher lagen, wurden die Pläne erst einmal auf Eis gelegt. 2019 folgte der zweite Eintrag ins Schwarzbuch: Der Rat befürwortete den Bau nun doch, für inzwischen 12,1 Mio. Euro. Zuletzt waren gar 17,75 Mio. Euro für die Brücken kalkuliert worden. Nach Darstellung der Stadt Dortmund wird der Förderbescheid für das Projekt nun widerrufen. Auch die Projektrückabwicklung mit Auftragnehmern erfolgte bereits. Und was wurde aus der Anbindung des Gewerbegebiets Phoenix-West an den Rombergpark? Die ist über die so genannte Rückschlaggleisbrücke B54 und die Treppe Am Segen möglich. Dort ist nun geplant, zusätzlich zu einer bestehenden Treppe eine barrierefreie Fahrrad- und Rollstuhlrampe zu errichten.
Foto: Bärbel Hildebrand
Der Bund der Steuerzahler meint
Der Brückenschlag B54 hat sich von einer drohenden Millionenverschwendung zum echten Erfolgsfall für die Steuerzahler gewandelt. Die jahrelange Forderung des BdSt, auf dieses Luxusprojekt zu verzichten, hat gewirkt.
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Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Waren denn hier auch die GRÜNEN am Werk?
Wie auch sonst, wenn sich Baukosten verdoppeln, während der Umweltklagen?
Hallo Herr Dirksen,
herzlichen Dank für Ihr Interesse an unseren Fällen. Im Fall der geplanten Brücken haben die Dortmunder Grünen den geplanten Brückenschlag über die B54 politisch überwiegend unterstützt und sich im Rat – im Gegensatz zur Ratsmehrheit – bis zuletzt für die Realisierung ausgesprochen. Die Kostensteigerung kam unseres Wissens durch die Ausschreibungsergebnisse und die Inflation zu Stande.
Viele Grüße
Andrea Defeld