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02.12.2025

Empfindliches „Main Bad Bornheim“

Zu früh gefreut: Neues Schwimmbad schließt kurz nach Eröffnung monatelang

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Was ist passiert?

Frankfurt a.M. (HE). Am 24.5.2025 eröffnete die BäderBetriebe Frankfurt GmbH das Main Bad Bornheim mit rund eineinhalb Jahren Verspätung. Der ca. 79,7 Mio. Euro teure Bau – vor Coronapandemie und Ukrainekrieg ursprünglich für rund 55,5 Mio. Euro geplant – ersetzt im Frankfurter Stadtteil Bornheim das sanierungsbedürftige Panoramabad. Der Badespaß währte aber zunächst nur kurz. Schon nach einem Monat wurde das Schwimmbad vorübergehend geschlossen, nachdem bereits vorher immer wieder einzelne Bereiche für Gäste gesperrt worden waren. 

Das Problem: Das frühere Panoramabad hatte eine Besucherzahl von 800 bis 1.000 Menschen pro Tag, davon gingen die Verantwortlichen auch beim Main Bad aus. Doch dorthin kamen plötzlich 2.000 bis 3.000 Schwimmerinnen und Schwimmer. Für diese Besuchermenge war die Badewassertechnik nicht ausgelegt. Immer wieder gab es starke Schwankungen der Hygieneparameter wie Chlorgehalt und pH-Wert – vielleicht auch, weil auf eine Testphase im Volllastbetrieb zugunsten eines früheren Öffnungstermins verzichtet wurde. Das ist grundsätzlich erlaubt, sorgte in Frankfurt aber für Ärger. 

Vom 27.6. bis zum 18.8.2025 war das Schwimmbad wegen Optimierungsarbeiten geschlossen, doch eine konkrete Ursache für das Problem wurde nicht gefunden. Die Badewassertechnik sei ein Organismus, bei dem viele Parameter (Filteranlagen, Wassertemperatur, Chlorierung) einander beeinflussen, teilte die BäderBetriebe Frankfurt GmbH dem Bund der Steuerzahler im August 2025 mit. Deshalb wurden rund 1,9 Mio. Liter Wasser abgelassen, um chemische Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten bei allen Leitungen und Filteranlagen durchzuführen. Außerdem wurde die Filtertechnik um sieben Marmorkiesbehälter für 3.000 Euro pro Stück erweitert. Nach den Sommerferien testeten dann zunächst u. a. Vereine und Schulen das Bad, seit dem 12.9.2025 können endlich wieder alle im kühlen Nass planschen. 

Foto: Christina Lehr

Der Bund der Steuerzahler meint

Das Main Bad wurde Opfer seines Erfolgs – und von Fehlplanungen. Weil viel mehr Besucherinnen und Besucher kamen als gedacht und die Schwimmbadtechnik ein empfindlicher Organismus ist, währte der Badespaß erst einmal nur kurz. Die Verantwortlichen sollten aus dieser vermeidbaren Panne für künftige Bauvorhaben lernen und immer eine Testphase einplanen.

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Autor des Artikels

Portrait Christina Lehr, Redaktion Bund der Steuerzahler Hessen

Christina Lehr

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Bemerkungen :

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    Alexandra Ihls 05/12/2025 um 11:36

    Welche finanzielle Einsparung hätte denn Ihrer Ansicht nach eine Testphase gebracht? Vom zeitlichen Ablauf und den Investitionskosten her sehe ich keinen Benefit in einer Testphase. Hinsichtlich der Öffentlichkeitswirkung schon, aber die ist in diesem Fall nicht real kostenrelevant.
    • user
      Bund der Steuerzahler Hessen 08/12/2025 um 09:53

      Hallo Frau Ihls,

      uns geht es nicht um kurzfristige Einsparungen, sondern um die langfristig sinnvolle Planung und Verwendung von Steuergeldern. Das gilt gerade für ein Schwimmbad, das im Idealfall mehrere Jahrzehnte betrieben werden soll. Aber auch kurzfristig hätte eine vorgeschaltete Testphase Einsparungen gebracht: Beispielsweise wurden während der 2,5 monatigen Schließung 1,9 Mio. Liter Wasser abgelassen und mussten später ersetzt werden. Das ist nicht nur Geld-, sondern auch Wasserverschwendung.

      Ursache allen Übels war ja die zu niedrige Besucherzahlprognose. Hier stellen wir uns die Frage, ob die Verantwortlichen das im Vorhinein nicht hätten genauer bestimmen können. Schließlich ist der Andrang und die Neugierde bei neuen Einrichtungen höher als bei alten.