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  • Nachlese
27.10.2020

Einmal saniert ist zweimal neu gebaut

Die Sanierung eines alten Polizeigebäudes in Idar-Oberstein wurde viermal teurer als geplant

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Was ist passiert?

Idar-Oberstein (RP). Bekannt ist Idar-Oberstein als Edelsteinstadt. Kein Juwel ist aber das Gebäude der örtlichen zei- und Kriminalinspektion. Es stammt zum größten Teil noch aus Kaisers Zeiten und hatte seine besten Tage schon lange hinter sich. Im Jahr 2014 wurde daher mit der Sanierung begonnen. Ursprünglich waren nur „kleine Eingriffe“ geplant. Deshalb wurde auch die Neubauvariante, die geschätzt rund 6 Mio. Euro gekostet hätte, als weniger wirtschaftlich verworfen.

Fatalerweise wurde auf eine detaillierte Analyse des Gebäudezustands verzichtet – trotz des hohen Alters der Immobilie. Deshalb zeigte sich erst während der Bauphase, dass viel mehr zu tun war als angenommen. So stiegen die Baukosten von ursprünglich 3,1 Mio. Euro auf 6,9 Mio. Euro stark an – soweit der Stand aus dem Schwarzbuch 2018/19.

 Mit erheblicher Verspätung wurden die Arbeiten Ende 2019 abgeschlossen, und die Polizei konnte ihr Domizil wieder beziehen. Doch die Gesamtkosten stiegen weiter an – auf satte 12,6 Mio. Euro! Laut dem zuständigen Landesbetrieb haben insbesondere massive statische Mängel, zusätzliche Leistungen für die Tragkonstruktion, höhere Baunebenkosten und allgemeine Kostensteigerungen dazu geführt. Insgesamt wurde das Projekt also viermal teurer als zu Sanierungsbeginn geplant. Selbst für ein Projekt der öffentlichen Hand ist eine solche Kostenexplosionen ungewöhnlich.

Foto: Nahe-Zeitung/Stefan Conradt

Alternative Investition

Ein Neubau für rund 6 Millionen Euro.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Wer Sanierungen bei sehr alten Gebäuden durchführen will, sollte vorsichtshalber immer mit bösen Überraschungen rechnen. Insofern war der bewusste Verzicht auf hinreichende Prüfungen von Zustand und Statik des Polizeigebäudes der Kardinalfehler schlechthin. Wirklich bitter ist zudem, dass die Polizei für die verausgabten Sanierungskosten ebenso gut zwei Neubauten hätte erhalten können. Bei einem Neubau hätten die Polizisten wohl auch nicht jahrelang in Ausweichquartieren sitzen müssen.

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Autor des Artikels

Frank Senger

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