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29.10.2019

Ein Wall versetzt die Bürger in Wallung

Stadt installiert zwei Skulpturen und eine umstrittene Treppe

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Was ist passiert?

Moers. Die Installationen aus Cortenstahl, die die Konturen der ehemaligen Wallanlage widerspiegeln sollen, stehen am gleichen Ort, an dem schon 1663 der Wall verlief. Heute geht hier eine vielbefahrene Hauptstraße entlang. Die beiden Skulpturen bestehen aus 10 Millimeter dicken und 150 Millimeter breiten Cortenstahlstreben. Die Kunstwerke sind auf ein 60 Zentimeter breites Stahlbetonfundament montiert. Ergänzt werden die schnell rostenden Skulpturen mit einer Treppe, die mit dem gleichen Material verkleidet wurde. Der Knackpunkt: Es gibt bereits eine Treppe und einen langen, barrierefreien Rampen-Zugang wenige Schritte entfernt, die in den Schlosspark führen.

Schon jetzt haben die beiden rot-rostigen Wallwände über 74.000 Euro gekostet, die Treppe kommt auf 27.865 Euro. 80 Prozent übernimmt die Städtebauförderung von Bund und Land, die Hanns-Albeck-Stiftung und die Stadt sind mit je 10 Prozent an den Kosten beteiligt. In den nächsten Jahren werden Folgekosten für Instandhaltung und Reinigung hinzukommen. Bereits nach wenigen Monaten sind die Stahlwände besudelt und mit eingekratzten Botschaften „dekoriert“.

Die beiden Skulpturen plus die verkleidete Treppe sind Teil des Projekts „Barrierefreier Schlosspark“. Dessen Ziel ist es, barrierefreie Zu- und Abgänge zur denkmalgeschützten Wallanlage zu schaffen. So war die neue Rampe in den Schlosspark hinein wichtig, um die historische Wall- und Grabenanlage für Besucher erlebbar zu machen. Genau deshalb ist die cortenstahlverkleidete Treppe aber eine teure Annehmlichkeit, die so nicht nötig gewesen ist. Die Stadt hat nämlich ein Sparpaket geschnürt, die Steuern erhöht und hohe Schulden: rd. 625 Mio. Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist die höchste im Kreis Wesel und gehört zu der höchsten in ganz NRW.

Alternative Investition

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Der Bund der Steuerzahler meint

Bereits die Anschaffung dieser Wallskulpturen und der Treppe waren ein teures Extra. Moers kann sich solche Extravaganzen nicht leisten. Hinzu kommen mögliche Folgekosten für Instandhaltung und Reinigung. Bereits jetzt sind die Stahlwände von Vandalismus gezeichnet.

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Autor des Artikels

Janine Bergendahl

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Bemerkungen :

  • user
    Manfred Kundinger 01/11/2019 um 21:37

    Dass diese "Kunst" die Politiker immer so fasziniert. Das erinnert mich an das Märchen "Des Königs neue Kleider". Keiner möchte als Kunstbanause gelten.