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  • Niedersachsen
  • Staatliche Wirtschaftsflops
27.10.2020

Ein teurer Ausflug in die Energiewirtschaft

Dickes Minus statt sicherem Gewinn

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Was ist passiert?

Aurich (NI). Mit großen Zielen gingen die Stadtwerke Aurich GmbH im Jahr 2010 und 2014 die – gemeinsam mit einem Windkraftanlagenhersteller gegründete – Muttergesellschaft Stadtwerke Aurich Holding GmbH an den Start. Die Partner wollten Aurich zu einem „Leuchtturm für die Energiewende“ machen und gleichzeitig noch eine Menge Geld damit verdienen.

Um dies zu bewerkstelligen, wollten die Gesellschafter dem bisherigen Konzessionsinhaber, einem großen deutschen Versorgungsunternehmen, an dem mehr als 120 Kommunen direkt beteiligt sind, die Konzessionen für den Betrieb des städtischen Energienetzes abjagen und anschließend in den Vertrieb von regional erzeugtem Öko- Strom einsteigen. Der Gedanke dabei: Als Inhaber der Netzkonzessionen würden sich die Stadtwerke beim Vertrieb die Zahlung der ansonsten fälligen Netzentgelte sparen, gleichzeitig könnten sie die Konkurrenz für die Nutzung der Stadtwerke-Netze zur Kasse bitten. Ein todsicheres Ding, dachte die Mehrheit der Stadtpolitiker, denn schließlich war es die Stadt, die den Netzbetrieb ausschreiben und vergeben durfte.

Falsch gedacht. Die Stadtwerke Aurich scheiterten gleich zweimal beim Erwerb der Netze – und zwar am Widerstand des bisherigen Konzessionsinhabers. Der erwirkte eine einstweilige Verfügung, die es der Stadt Aurich untersagte, einen Konzessionsvertrag mit den Stadtwerken abzuschließen, bevor nicht eine diskriminierungsfreie und transparente Konzessionsvergabe durchgeführt wird. Dazu kam es jedoch nicht, die Konzession liegt daher weiterhin bei dem bisherigen Inhaber. Damit entfällt die Geschäftsgrundlage der Stadtwerke Aurich, was letztlich auch der Stadtrat einsehen musste und im Sommer 2020 mehrheitlich die Abwicklung beschloss.

Dumm nur, dass die Stadtwerke Aurich entgegen der eigentlichen Planungen bereits Jahre zuvor in den Vertrieb von Strom und Gas eingestiegen waren – mit bescheidenem Erfolg. Nur ca. 4.000 Verträge zählten die Stadtwerke zuletzt. Hohe Einnahmen konnten hierdurch nicht generiert werden, zudem mussten mangels Konzession weiterhin Netzentgelte entrichtet werden. Hinzu kommen hohe Ausgaben für Marketing und den Aufbau einer Vertriebsinfrastruktur. Die Verluste, die die Stadt Aurich seit 2014 als Mitgesellschafterin der Stadtwerke anteilig ausgleichen musste, liegen bei rund 3,3 Mio. Euro – Geld, das der Stadt jetzt für andere wichtige öffentliche Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht.

Foto (Symbolbild): MonikaP/pixabay

Alternative Investition

Mit 3,3 Mio. Euro hätten rund 5 Prozent der Schulden der chronisch klammen Stadt Aurich getilgt werden können.

Der Bund der Steuerzahler meint

Der Ausflug der Stadt Aurich in die grüne Energiewirtschaft hat sich zu einem finanziellen Desaster entwickelt. Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass der Staat nicht der bessere Unternehmer ist. Besonders ärgerlich: Für die Fehleinschätzung der Politik haften nicht die Verantwortlichen, sondern die Steuerzahler.

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Autor des Artikels

Jan Vermöhlen

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Bemerkungen :

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    Yannick 28/10/2020 um 07:43

    Wie schlecht kann man nur Recherchieren lieber Bund der Steuerzahler!? Ein Stromvertrieb muss immer Netzentgelte bezahlen, weil ihm nie ein Netz gehört. Gern im EnWG nachzulesen.

    • user
      JV 28/10/2020 um 15:04
      Lieber Yannick,

      vielen Dank für Ihre Nachricht!

      Wenn Sie unseren Artikel aufmerksam gelesen haben, stellen Sie fest, dass es bei der Gründung der Stadtwerke vordergründig eben um jenen Erwerb der Netze ging. Erst danach wollte man eigentlich in den Vertrieb einsteigen, um jene Entgelte sozusagen "im eigenen Haus" halten zu können. Die Netzentgelte wären dann von der Vertriebs- an die Netzsparte bzw. von der einen städtisch dominierten Gesellschaft an die andere gezahlt worden.