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  • Rheinland-Pfalz
  • Richtig skurril!
27.10.2020

Eene Meene Heck – und du musst weg

Illegaler Bau einer Totholzhecke und deren Abriss kosten mehr als 30.000 Euro

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Was ist passiert?

Niederwerth (RP). Mitten im Rhein zwischen Koblenz und Vallendar liegt die Ortsgemeinde Niederwerth. Die kleine Gemeinde in Rheinland-Pfalz ist eine Insel im Rhein und daher durch Überschwemmungen gefährdet. Auf der nur ca. 1,4 km² großen Insel unterhält der Landesbetrieb Mobilität (LBM) eine Ausgleichsfläche für Eingriffe in die Natur. Weil sich dort der ungebetene Riesenbärenklau breitgemacht hatte und der Bewuchs mitunter die Pflege der Ausgleichsfläche erschwerte, mähte der LBM die unerwünschte Bepflanzung nieder und errichtete im Herbst 2018 eine mehr als 500 m lange Totholzhecke.

Totholzhecken sind durch gestapeltes Grünzeug, Äste und Zweige errichtete Wälle, in deren Schutz neue Pflanzen gedeihen und die auch von Vögeln, Mäusen und Insekten besiedelt werden. Weil das locker aufgeschichtete Holz schnell verrottet, sprach der LBM gegenüber dem Bund der Steuerzahler von einem „vergänglichen Lebensraum“.

Doch in Niederwerth war die Totholzhecke besonders schnell vergänglich: Sie wurde nämlich ohne Baugenehmigung errichtet. So stand der landeseigene Betrieb mit den zuständigen Behörden über die geplante Totholzhecke in Kontakt und ging davon aus, dass mit der „Kontaktaufnahme eine einvernehmliche Vorgehensweise zwischen allen Beteiligten erzielt wurde“, wie er dem BdSt mitteilte. Doch welch ein Irrtum! Durch dieses behördliche Missverständnis war die 25.000 Euro teure Totholzhecke praktisch als illegaler Schwarzbau errichtet worden.

Oft reichen vollendete Tatsachen aus, um nachträglich eine fehlende Genehmigung zu erhalten – zumindest, wenn staatliche Stellen betroffen sind. Hier aber nicht: In einem Überschwemmungsgebiet sind Wälle und Anlagen, die den Wasserabfluss behindern könnten, gesetzlich verboten. Spätestens bis zum Frühjahr 2021 soll die Totholzhecke wieder verschwinden. Die Kosten dafür werden auf bis zu 7.000 Euro geschätzt.

Foto: C. Keßelheim, Niederwerth 

Der Bund der Steuerzahler meint

Eigentlich kann sich das niemand aushecken – mehr als 30.000 Euro an Steuergeld werden verschwendet, damit eine Hecke aus Grünschnitt, Ästen und Zweigen errichtet wird, um dann wieder entfernt zu werden. Auch wundert man sich als Bürger, dass ein Landesbetrieb den Unterschied zwischen einer Kontaktaufnahme und einer Genehmigung nicht kennt.

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Autor des Artikels

Frank Senger

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