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29.10.2019

Die im Dunkeln pressen nicht

Die Solar-Presshaie in Köln brauchen mehr Licht und verursachen zusätzliche Kosten

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Was ist passiert?

Köln. Erinnern Sie sich noch an den Solar- Presshai? 2017 hatte es der innovative Abfallbehälter, der mittels einer solarbetriebenen Presse den Müll zusammendrückt und deshalb mehr schlucken kann, ins Schwarzbuch geschafft. Für 8.000 Euro pro Stück hatte die Stadt elf dieser Presshaie gekauft – und das, obwohl sie spezielle Müllsäcke und extra Leerungstouren benötigen und deshalb höhere Folgekosten mit sich bringen.

Im November 2018 meldete die Kölnische Rundschau, dass die Solar-Presshaie mehr Licht benötigen, um ordnungsgemäß pressen zu können. Diese Darstellung aber, so die Stadt Köln auf Anfrage des Bundes der Steuerzahler, sei nicht richtig: Vom Frühjahr bis zum Herbst reiche die Sonneneinstrahlung. Nur im Winter, „wenn die Sonne relativ tief steht, die Temperaturen heruntergehen und bedingt durch die Bebauungsstrukturen die Sonneneinstrahlung nur eingeschränkt das Solarmodul erreicht, entlädt sich der Akku allmählich“.

Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln haben drei Ersatz-Akkus und ein Ladegerät angeschafft – zusätzlich zu dem Ladegerät und dem Ersatz-Akku, die zum normalen Lieferumfang des Solar-Presshais gehören. Die zusätzlichen Kosten seien „nur geringfügig“. Wenn nun im Winter der Presshai nicht presst, werden die Akkus ausgetauscht und geladen. Das erledigen die Stadtreiniger auf ihren normalen Touren.

Wer jetzt schadenfroh grinst, dem sei gesagt, dass die Testphase mit dem Solar- Presshai klären soll, „ob weitere solarbetriebene Abfallbehälter angeschafft werden sollen, um die Sauberkeit zu erhöhen, oder aber, ob großvolumige Papierkörbe ohne integrierte Müllpresse besser geeignet sind“. Und überhaupt: Selbst wenn der Presshai nicht presst, frisst er 160 Liter Müll, 80 Liter mehr als die herkömmliche Tonne „Colonia“.

Ist das etwa 8.000 Euro wert?

Der Bund der Steuerzahler meint

Die Folgekosten für den Presshai sind ein Ärgernis für die Kölner Steuer- und Gebührenzahler. Und die Haltung der Stadt, die von „nur geringfügig“ spricht, ist es auch.

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Autor des Artikels

Bärbel Hildebrand

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