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  • Schleswig-Holstein
  • Verschwendung droht
29.10.2019

Die Eisenbahnstrecke „Hein Schönberg“ wird immer teurer

Reaktivierung der Strecke fast doppelt so teuer wie geplant

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Was ist passiert?

Kiel. 1981 wurde die 26 km lange Eisenbahnstrecke von Kiel zum Schönberger Strand stillgelegt. Begründet wurde die Stilllegung vor fast 40 Jahren mit dem maroden Gleisunterbau und den ausbleibenden Fahrgästen. Diese Eisenbahnstrecke soll nun reaktiviert werden.

Sie führt am Rande der Wohnorte zum Kieler Hauptbahnhof, der nur über eine große Schleife erreicht wird. Darum ist für viele Pendler der Bus die attraktivere Alternative, weil er nicht nur vor der Haustür hält, sondern in Richtung Kiel auch die großen Schulen und Arbeitgeber ansteuert. Dennoch sehen die Befürworter in der Reaktivierung der Eisenbahn einen wichtigen Baustein, um den ÖPNV in der Region Kiel zu stärken.

Geplant wurde mit Baukosten von 30 Mio. Euro und einem jährlichen Betriebsdefizit von knapp 2 Mio. Euro. Inzwischen liegt die Kostenschätzung für die Sanierung der Schienenstrecke bei mindestens 50 Mio. Euro. Die Planer zeigten sich von dem schlechten Unterbau der Schienen „überrascht“.

Ein bereits fertiggestelltes Teilstück, auf dem auch intensiver Güterverkehr stattfindet, kostete bislang 15 Mio. Euro. Seit 2017 fahren dort auch Personenzüge – jedoch weitgehend ohne Fahrgäste. Statt der prognostizierten 2.200 Personen am Tag wurden bislang im Durchschnitt nur 295 Passagiere täglich gezählt.

Die gestiegenen Kosten bei schlechter Auslastung führten zu einer Neubewertung des Projekts. Doch einem Gutachter gelang es, das Gesamtprojekt wirtschaftlich darzustellen: Es soll nun möglich sein, mit weniger Fahrzeugen und mit geringeren Betriebskosten den Fahrplan einzuhalten. Viele Anwohner befürchten, dass der sehr gut angenommene Busverkehr ausgedünnt wird, um die Pendler in die Eisenbahn zu drängen.

Am Ende könnte das Gegenteil des beabsichtigten Ziels eintreten: Statt weniger fahren jeden Tag mehr Menschen mit dem eigenen Auto nach Kiel.

Der Bund der Steuerzahler meint

Mit Investitionen von 50 Mio. Euro und jährlichen Zuschüssen von 2 Mio. Euro ließe sich der Busverkehr so verbessern, dass er eine wirkliche Alternative zum eigenen Auto darstellt.

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Autor des Artikels

Rainer Kersten

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Bemerkungen :

  • user
    Volker Klemm 05/11/2019 um 22:18

    Guten Abend,



    ist jemand zu Hause? Gestern am 04.11.2019 habe ich zwei (2) Kommentare abgesandt, die noch nicht sichtbar / geprüft / veröffentlicht sind.


    Was ist los? Systemstörung? Seite inaktiv? Kommentarfunktion ausgefallen?



    Beste Grüße aus Bremen


    Volker Klemm

    • user
      Philipp Behm 06/11/2019 um 14:06

      Hallo Herr Klemm,



      Sie hatten richtig vermutet: Wir hatten ein paar Probleme mit der Kommentarfunktion. Daher hat die Freigabe der Kommentare länger gedauert als uns lieb ist. Jetzt sind Ihre Kommentare online.



      Beste Grüße


      Philipp Behm

      • user
        Volker Klemm 06/11/2019 um 16:20

        Hallo, Herr Behm,



        herzlichen Dank!

  • user
    Volker Klemm 04/11/2019 um 20:31

    Moin,


    ich habe heute - am 04.11.2019 gegen 16:30 h den Artikel umfangreich kommentiert, kann jedoch meinen Kommentar nicht finden.


    Was ist passiert? Was habe ich falsch gemacht?


    Gruß


    Volker Klemm

  • user
    Volker Klemm 04/11/2019 um 16:39

    Lieber Autor, lieber Bund der Steuerzahler,



    die "Fakten" des Schwarzbuch-Artikels über "Hein Schönberg" sind so hanebüchen, dass ich ihnen gerne widerspreche.



    Sie behaupten:


    "Kiel. 1981 wurde die 26 km lange Eisenbahnstrecke von Kiel zum Schönberger Strand stillgelegt. Begründet wurde die Stilllegung vor fast 40 Jahren mit dem maroden Gleisunterbau und den ausbleibenden Fahrgästen. Diese Eisenbahnstrecke soll nun reaktiviert werden."


    Die Bahnstrecke von Kiel nach Schönberg wurde 1981 NICHT stillgelegt, lediglich der Personenverkehr zwischen Kiel und Schönberg wurde von der Schiene auf die Straße verlegt. Grund dafür war, dass nur noch ein planmäßiges Zugpaar für den Schienenpersonenverkehr fuhr (ansonsten hätte die Lok leer aus Schönberg nach Kiel und zurück fahren müssen). Güterverkehr auf der Schiene gab es auch nach 1981 sehr reichlich. Der Gesamtverkehr zwischen Schönberg und Schönberger Strand wurde schon in den 70er Jahren eingestellt; dort verkehrt heute (und seit den 70er Jahren) eine Museumseisenbahn.



    "Darum ist für viele Pendler der Bus die attraktivere Alternative, weil er nicht nur vor der Haustür hält, sondern in Richtung Kiel auch die großen Schulen (152 Verschwendung droht???) und Arbeitgeber ansteuert. Dennoch sehen die Befürworter in der Reaktivierung der Eisenbahn einen wichtigen Baustein, um den ÖPNV in der Region Kiel zu stärken."


    Der Bus kann keine Alternative sein, wenn er - wie der Individualverkehr - auf dem Weg in das Stadtzentrum im Stau steht. (Den Einwurf "152 - Verschwendung droht" kann ich im Kontext nicht verstehen).



    "Die Planer zeigten sich von dem schlechten Unterbau der Schienen „überrascht“."


    Um welche Art von Überraschung geht es? Bitte mit Quelle belegen!


    Die Schienen, die dort lagen und liegen sind für einen sicheren Güterverkehr mit 30 oder 40 km/h ausgerichtet; attraktiver Personenverkehr fordert natürlich ein wenig mehr TEmpo und dadurch mehr Investition.



    "Statt der prognostizierten 2.200 Personen am Tag wurden bislang im Durchschnitt nur 295 Passagiere täglich gezählt."


    Die Prognose galt für die Gesamtstrecke Kiel - Oppendorf - Probsteierhagen - Schönberg - Schönberger Strand. Die von Ihnen erwähnten 295 Passagiere täglich (Quelle?) verteilen sich derzeit nur auf den Streckenabschnitt zwischen Kiel und Oppendorf. Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!



    "Viele Anwohner befürchten, dass der sehr gut angenommene Busverkehr ausgedünnt wird, um die Pendler in die Eisenbahn zu drängen."


    Soweit mir bekannt, soll der Schienen- mit dem Busverkehr sinnvoll verknüpft werden - dafür wird NAH.SH schon sorgen!



    Ich freue mich auf eine intensive Diskussion!


    Beste Grüße aus Bremen


    Volker Klemm

  • user
    Sebastian E. 04/11/2019 um 15:00

    Sie stellen prognostizierte 2.200 Fahrgäste pro Tag (für die Gesamtstrecke!) 295 Fahrgästen für eine Teilstrecke entgegen! Wie sollen denn die vollen 2.200 Fahrgäste bereits jetzt erreicht werden, wenn nur ein kleiner Teil der potenziellen Nutzer und Fahrziele erschlossen wird? Es wurden 6,8 von 24,1 km reaktiviert, nach Kiel Hbf gibt es nur drei Haltestellen, zukünftig sollen es neun sein. Das "Fernziel", Schönberger Strand, wird sicherlich viele Fahrgäste auf die Schiene bewegen. Erst mit der vollen Strecke können Touristen aus ganz SH oder Deutschland überhaupt komfortabel mit dem ÖPNV nach Schönberger Strand fahren. Der Bus ist hier keine Alternative! Auf einer bisherigen Strecke mit 12 Minuten Fahrzeit und einem parallelen Busverkehr sind die erreichten Zahlen doch bereits zufriedenstellend, und wie wertet der BdSt den Beitrag des Schienenverkehrs zur Verringerung der CO2-Emissionen?

  • user
    Siegfried Leiß 03/11/2019 um 20:06

    Warum wurde denn seinerzeit die Strecke Kiel-Schönberger Strand stillgelegt? Weil sie jahrelang vernachlässigt wurde. Ohne Pflege geht alles kaputt. Schauen Sie sich doch auch die Strecke Elmshorn-Westerland an. Hier herrschte auch jahrelange Vernachlässigung. Die hat der Bund der? (nicht aller) Steuerzahler nie angeprangert. Warum nicht?


    Busverkehr ist noch nie Ersatz für Autos gewesen.

  • user
    Jochen Kiphard 03/11/2019 um 17:13

    Ich finde es schade, dass sie dermaßen einseitig gegen die Verkehrswende agitieren.


    Trotz aller Kostensteigerungen hat das Projekt immer noch einen positiven Kosten-Nutzen-Faktor und ist damit volkswirtschaftlich sinnvoll! Davon lese ich bei ihnen jedoch nichts.


    Ich als Steuerzahler freue mich jedenfall, dass das Land in eine Verbesserung des SPNV investiert und damit mein Steuergeld sinnvoll einsetzt. Ihre Meinung als sogenannte Interessenvertretung aller Steuerzahler, teile ich hingegen ausdrücklich nicht und fühle mich von ihrer Darstellung in keiner Weise representiert!



    Mit feundlichen Grüßen

  • user
    Maciej 02/11/2019 um 23:46

    Pana artykuł i powielone szkodliwe podejście do pociągów, sprawi to co w Polsce. Likwidacje linii kolejowych. Rozumiem, że kocha Pan swój samochód, szkodzi Pan jednak ludziom i kolei.

  • user
    Rumpf Horst 02/11/2019 um 23:13

    Sehr geehrter Herr Kersten,



    die genauen Umstände sind mir im einzelnen natürlich nicht bekannt. Man kann natürlich auch getaktete Busanschluesse an die Bahn organisieren , wenn nicht schon geschehen.


    Es gibt bestimmt noch Möglichkeiten, z.B. Preisgestaltung,Job-Ticket, etc.


    Aber eines stoesst immer wieder auf.


    Die Kosten fuer Unterhalt und Neubau werden selten so unter die Lupe genommen, wie der Schienenverkehr. Hinterfragen Sie mal die Gemeinden welche Ausgaben sie fuer Parkplaetze, für die Autoinfrastruktur schlecht hin ausgeben muessen. Nur wenn ich alle Entstehungskosten, Schaeden, Nachhaltigkeit in der Summe sehe, bekomme ich ein einigermaßen objektives Bild. Und da schneidet das Auto bzw. die Strasse schlechter ab. Ausserdem besteht die Plicht der Daseinsvorsorge und man muss allen Menschen die Moeglichkeit bieten sich Mobil zu verhalten. Der ÖPNV ist eine Staatsaufgabe und so sollte man auch die Sache angehen.



    Mit freundlichen Grüßen



    Horst Rumpf. Germersheim

  • user
    Tim 30/10/2019 um 08:34

    Guten Tag,



    nach kurzer Online Recherche ist einfach herauszufinden, dass sich die Prognose von 2200 Fahrgästen auf die Gesamtstrecke bezieht nach Fertigstellung. Aktuell wird nur ein kleiner Teil der Strecke betrieben.


    Die Darstellung, dass die Fahrgastprognosen nicht erreicht werden ist damit grob verfälschend und nicht wahrheitsgemäß.