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  • Teure Imagepflege
27.10.2020

Die Darßbahn nimmt Fahrt auf

Erst teuer, dann teurer: Die Darßbahn soll (mal wieder) kommen

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Was ist passiert?

Fischland-Darß-Zingst. Das Bahnprojekt „Wiederinbetriebnahme der Darßbahn“ genießt einen zweifelhaften Ruhm. So hatte der Bund der Steuerzahler bereits in den Schwarzbüchern der Jahre 2010, 2011 und 2012 vor den Kosten gewarnt. Seitdem ist viel Zeit vergangen, die Pläne sind jedoch die gleichen. Und die Kosten sind explodiert.

Das Problem in Zahlen – ein Rückblick: In den vergangenen zehn Jahren standen immer wieder neue Kosten im Raum. Ein 67.000 Euro teures Gutachten ging 2010 von Investitionskosten in Höhe von 48 Mio. Euro aus und bescheinigte dem Projekt, nicht wirtschaftlich zu sein. Daraufhin wurden die geplanten Kosten auf 38 Mio. Euro reduziert, indem auf zwei Haltepunkte verzichtet und der Busverkehr erheblich eingeschränkt werden sollten.

2011 gab die damalige Landesregierung dann erstmals grünes Licht für die Darßbahn. Baubeginn sollte 2014 sein. Doch dann passierte nicht viel. Das Projekt geisterte jahrelang immer wieder durch die Presse – vorangetrieben vor allem durch die Usedomer Bäderbahn –, und tauchte dann 2016 im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU auf. Im Zentrum der Debatte standen zuletzt die Verhandlungen mit dem Bund über Zuschüsse. Mittlerweile steht fest, dass der Bund bereit ist, 25,5 Mio. Euro zu übernehmen.

Wie sieht es aktuell aus? Derzeit gibt die Staatskanzlei die Baukosten mit 115 Mio. Euro an. Darüber hinaus verweist die Pressestelle ungefragt darauf, dass eine Brücke auf der Darßbahn-Strecke, die Meiningenbrücke, ohnehin saniert werden müsse. Die dafür geschätzten Kosten in Höhe von 35,6 Mio. Euro müsste das Land ohne Bahnstrecke allerdings komplett selbst tragen.

Es ist kein Geheimnis, dass die Halbinsel in den Sommermonaten von einer Verkehrslawine überrollt wird. Die Folgen sind Lärm, Schmutz, lange Staus und eine angespannte Parkplatzsituation. Das sich etwas ändern muss, ist klar. Aber es wurden nie Alternativen zu der Wiederinbetriebnahme der alten, in Teilen demontierten Strecke geprüft.

Warum also fällt die Entscheidung gerade jetzt – mitten in der Corona-Krise und ihren nicht absehbaren Folgen für die öffentlichen Haushalte? Der Verdacht liegt nahe, dass dies mit den Landtagswahlen kommendes Jahr zu tun hat. Denn die Darßbahn ist und bleibt offenbar ein Politikum. So hatte der Vorpommern-Staatssekretär schon 2017 verkündet, dass die Darßbahn „eines von drei bis vier Zukunftsprojekten für Vorpommern“ sei, die in dieser Wahlperiode entwickelt werden sollten.

Damit steht die Regierung unter Druck. Mittlerweile liegt das Projekt nicht mehr im Verkehrsministerium, sondern die Ministerpräsidentin selbst hat die Sache in die Hand genommen. Planungen und Bauvorbereitungen sollen 2025 abgeschlossen sein, verkündete sie noch im August. Vor welchen Kosten mögen die Steuerzahler in fünf Jahren stehen?

Foto: Diana Behr

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

115 Mio. Euro für 19 km. Die eingleisige Strecke mitten durch den Nationalpark ist kein echter Schritt nach vorn, kein echtes Zukunftsprojekt. Die Landesregierung verpasst die Chance, ein innovatives, zukunftsweisendes und nachhaltiges Gesamtverkehrskonzept für die Region auf den Weg zu bringen und Vorpommern als Vorbild für den Verkehr in Tourismusregionen zu etablieren.

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Autor des Artikels

Diana Veronika Behr

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