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30.09.2025

Designerstühle für Regensburg

Designerstühle für Regensburg

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Was ist passiert?

Regensburg (BY). Im Jahr 2022 hat die Stadt Regensburg am Schwanenplatz ein ca. 20 Meter langes und ca. 2,50 Meter breites „Servicegebäude“, d. h. ein WC-Häuschen mit Damen- und Herrentoiletten und einem „behindertengerechten WC für Alle“ mit Hebelift und Liege samt Wartebereich mit überdachter Sitzbank für Buspassagiere errichtet. Der Bund der Steuerzahler kritisierte in seinem Schwarzbuch 2022/2023 die hohen Kosten von 890.000 Euro für dieses exklusive Toilettengebäude. 

Nach nur zwei Jahren war der Wartebereich mehr als unansehnlich. Die dort installierte Bank hat statt Busfahrgästen vorwiegend Obdachlose und Taubenfütterer angezogen. Sie war nach kurzer Zeit derart ramponiert, dass sie abmontiert werden musste. 

Ein ganzes Jahr lang suchte man nach einem Ersatz für die Bank. Schließlich wurde man im hohen Norden fündig. Es wurden acht „Plateau StadtSitze“ von einem norddeutschen Hersteller angeschafft, nach Regensburg transportiert und schließlich im November 2024 im Wartebereich des Servicegebäudes am Schwanenplatz im Boden verankert. Die Stühle sind farblich individuell gestaltet und erscheinen futuristisch und zeitlos. „Ziel der Maßnahme war es, die Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen und Bürger als auch Touristinnen und Touristen zu verbessern und gleichzeitig eine langfristige Lösung für die Herausforderungen mit der vorherigen Sitzgelegenheit zu finden […]. Diese Entscheidung wurde auf Grundlage von Kriterien wie Design, Funktionalität und Robustheit getroffen […] Es wurde vor allem Wert darauf gelegt, ein Produkt zu wählen, das den spezifischen Anforderungen hinsichtlich Stabilität und Design gerecht wird. Die nun verbaute Lösung schien uns hier am geeignetsten. […] Die Stühle wurden aufgrund ihrer hochwertigen und langlebigen Verarbeitung ausgewählt, um den besonderen Anforderungen des Standorts am Schwanenplatz gerecht zu werden. Diese Entscheidung zielt darauf ab, langfristig Wartungs- und Ersatzkosten zu minimieren und den Nutzenden eine attraktive und nachhaltige Sitzgelegenheit zu bieten“, so die Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg. Auch der Preis für die Stühle von insgesamt rund 8.500 Euro brutto, inklusive Lieferung und „fachgerechte Installation vor Ort“, kann sich sehen lassen. Doch das „Stuhl-Designer-Glück“ währte nicht lange. „Laufende Sachbeschädigung der Stühle durch verschiedene, uns teils unbekannte Gruppen“ verursachten nach Angaben der Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg einen „erhöhten Aufwand bei Reinigung und Instandhaltung der Sitzgelegenheiten“.

Und es kam noch dicker: Ende Januar 2025 haben mehrere Personen offenbar versucht, die Stühle von der Anlage abzuschrauben. Sie wurden jedoch von der Regensburger Polizei auf frischer Tat ertappt. Die Stühle wurden daher „zur Ermittlung im Rahmen der Strafanzeige konfisziert. Daher sind wir aktuell bemüht, deeskalierend zu wirken und eine stabile und dauerhafte Lösung zu finden“, ließ die Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg den Bund der Steuerzahler wissen. 

Schließlich teilte die Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg mit, dass sich zur Sitzgelegenheit am Schwanenplatz neue Erkenntnisse ergeben haben und eine Kooperation mit dem „Neuer Kunstverein e. V.“ umgesetzt werde. „In diesem Zusammenhang wurde die ursprünglich vorhandene Bank wieder installiert, ergänzt durch zwei weitere Stühle, die ebenfalls bereits Teil der Gestaltung des Wartebereichs waren. Die weiteren Stühle können einfach wechselnd an dieser oder an anderer Stelle im Stadtgebiet aufgestellt werden. […] Es ist davon auszugehen, dass durch die sichtbare gestalterische Aufwertung des Ortes im Rahmen von Kunstinstallationen und die zusätzliche Nutzung eine vertrauensbildende Wirkung erzielt wird, die den Schutz des Gebäudes fördert. Mit dieser Lösung werden die Aspekte der Aufenthaltsqualität betont und gleichzeitig das Risiko von Beschädigungen durch eine engere Präsenz und Beobachtung reduziert“. Außerdem erfolge ein Monitoring zeitlich parallel über die nächsten Monate.

Foto: TVA Ostbayern

Der Bund der Steuerzahler meint

Im Vergleich zu dem öffentlichen Klohäuschen für knapp 900.000 Euro sind die acht „Plateau StadtSitze“ für rund 8.500 Euro wahrlich ein „Schnäppchen“. Die Steuerzahler dürfen aber auch gespannt sein, welche Ergebnisse das Monitoring bringen wird.

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Autor des Artikels

Maria Ritch

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