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09.11.2021

Der Impfstoff, den keiner wollte – fast keiner

Impfstoff gekauft, um Geschäft zu sichern?

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Was ist passiert?

Mecklenburg-Vorpommern. Im Alleingang plante die Landesregierung im Frühjahr den Kauf von 1  Mio. Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V. Ein Vektorimpfstoff, ähnlich dem, des Herstellers Astrazeneca. 10 Mio. Euro hatte man sich dafür vom Finanzausschuss extra freigeben lassen. Und das, obwohl im April, als die Kaufabsicht ans Licht der Öffentlichkeit kam, längst die Probleme mit dem hiesigen zugelassenen Vektorimpfstoff von Astrazeneca bekannt waren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) änderte mehrfach die betreffenden Impfempfehlungen. Die Akzeptanz dieses Vakzins in der Bevölkerung war gering und nur aufgrund des zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Impfstoffmangels griffen viele überhaupt zu Astrazeneca. Der russische Impfstoff Sputnik hingegen hat bis heute noch nicht einmal eine Zulassung.

Doch das alles schien die Landesregierung nicht zu beeindrucken. Man beauftragte sogar eigens eine Kanzlei für die Verhandlungen mit dem russischen Vertragspartner und bekundete in einem Schreiben an den russischen Industrieminister das Interesse des Landes Mecklenburg-Vorpommern an der Optionierung von Sputnik-Impfstoff. Dass es dabei nicht allein um den Kauf des Impfstoffes, sondern auch um einen eventuellen Produktionsstandort für Sputnik V „Made in Germany“ gegangen sein dürfte, lässt sich aus der Berichterstattung im Frühjahr schließen. Auch Bayern und Thüringen buhlten um das russische Vakzin – und um dessen Herstellung. Von einem in Europa hergestellten Impfstoff versprach man sich eine leichtere Zulassung durch die Europäische Zulassungsbehörde (EMA).

Im August dann die Kehrtwende. MV-Chefvirologe, Prof. Emil Reisinger, rät von der Nutzung von Sputnik V „aus medizinischer Sicht ab“. Genügend andere Impfstoffe seien vorhanden. Das Land begräbt den Impfstoffdeal. Den Steuerzahler hat für die Beratung der Kanzlei nach Medieninformationen bis zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens 20.000 Euro gekostet.

Foto:  v-a-n-3-ss-a auf Pixabay (Symbolbild)

Der Bund der Steuerzahler meint

Nicht erst seit Nord Stream 2 ist man in MV mit Russland „ziemlich beste Freunde“. Die Idee, sich als Bundesland im Alleingang Impfstoffe beschaffen zu wollen und sich damit gleichzeitig (erneut) als Wirtschaftspartner zu installieren, lässt zumindest Fragen offen und trägt nicht zur Verbesserung der Akzeptanz von Impfungen bei.

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Autor des Artikels

Michaela Skott

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