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  • Bremen
  • Teure Imagepflege
09.11.2021

Der Bremer Stadtmusikanten nicht würdig

Wegweiser-Piktogramme auf dem Boden hielten nicht lange

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Was ist passiert?

Bremen. Wer kennt es nicht? Kaum am Zielort angekommen, muss man sich als Tourist zunächst orientieren, um den Weg zu den besten Einkaufsmöglichkeiten und den schönsten Sehenswürdigkeiten einer Stadt zu finden. Meist reicht hierzu ein Blick in den Stadtplan oder auf das Smartphone aus. Wer beides in Bremen nicht zur Hand hat, kann sich in der Regel auf die örtlichen Wegweiser samt Stadtplantafel verlassen, die es in Bahnhofsnähe gibt. Dennoch hatte die Freie Hansestadt Bremen im Sommer 2020 noch dringenden Verbesserungsbedarf ausgemacht.

Damit auswärtige Besucher die Innenstadt künftig noch einfacher und vor allem „intuitiver“ finden können, ließ die Stadt im Oktober 2020 insgesamt 140 auffällige rote Piktogramme mit dem Abbild der Bremer Stadtmusikanten auf Gehwege und Plätze in der Nähe von Parkhäusern und Hauptbahnhof malen. Der Clou: Die Piktogramme sind dabei immer in Richtung der „Bremer Stadtmusikanten“ ausgerichtet, eine Bronzeskulptur am Bremer Rathaus, die Esel, Hund, Katze und Hahn aus dem weltbekannten Märchen der Gebrüder Grimm darstellt. Als zusätzliche Information ist unterhalb der einzelnen Piktogramme in Minuten angegeben, wie lange der Fußweg bis zur Skulptur dauert.

Ob aufgrund der neuen Piktogramme tatsächlich mehr Touristen in die Geschäfte und Restaurants strömten, darf allerdings bezweifelt werden. Bereits nach kürzester Zeit – teilweise nach nur einer Woche – blätterten viele der Piktogramme allmählich ab. Offenbar hielt die Farbe nicht auf jeder Oberfläche gleichermaßen gut. Auch Touristen, denen die neuen Wegweiser helfen sollten, trugen wohl ungewollt zum Abblättern der Piktogramme bei, wenn sie darüber liefen.

Eine Möglichkeit die Herstellerfirma in Regress zu nehmen, bestand offenbar nicht. Allerdings gelang es dem Amt für Straßen und Verkehr zumindest, eine Kostenreduktion durchzusetzen. Dennoch musste Bremen für die Aktion rund 30.000 Euro in die Hand nehmen, also circa 214 Euro pro Piktogramm. Ursprünglich waren sogar bis zu 50.000 Euro vorgesehen. Das Geld stammt aus einem kreditfinanzierten Aktionsprogramm zur Belebung der Innenstadt, von dem insbesondere die pandemiegebeutelten Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe profitieren sollen.

Entfernt werden sollen die zahlreichen beschädigten Piktogramme übrigens nicht. So weisen an vielen Stellen noch immer trostlose rote Farbreste den Weg in die Bremer Innenstadt.

 

Der Bund der Steuerzahler meint

In einigen Fällen ließ die aufgemalte Zeitangabe wohl eher auf die Haltbarkeit der roten Piktogramme schließen. Das Aufstellen weiterer „klassischer“ Wegweiser wäre wohl wesentlich hilfreicher und vor allem nachhaltiger gewesen.

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Autor des Artikels

Jan Vermöhlen

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