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27.10.2020

„Dance Cube“ – mobile Mini-Disco

Mobile Disco hält nicht, was sie verspricht

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Was ist passiert?

Bund. Um die Deutschen zu einem bewussteren Umgang mit Energie zu bewegen, gibt die Bundesregierung Jahr für Jahr viel Geld ebendieser Bürger aus. In den Jahren 2016 bis 2018 kam dafür der „Dance Cube“ zum Einsatz. Der „Dance Cube“ ist in einem umgebauten mobilen Schiffscontainer untergebracht. Und der Dreh zur Energieeffizienz?

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bewarb den Einsatz dieser kleinen Disco damit, dass die „Tänzerinnen und Tänzer die Musikund LED-Lichtanlage sowie zwei Smartphone- Ladesäulen mit ihrer Bewegungsenergie betreiben“ könnten. Dafür seien unter der Tanzfläche Generatoren eingelassen worden, die „jeden Hüftschwung und Tanzschritt in Elektrizität“ umwandelten. Ergänzt durch ein Solarmodul auf dem Dach, sei der „Dance Cube“ somit sogar „energieautark“ – also auf keine externe Energiequelle angewiesen. Rund 1,8 Mio. Euro haben Konzept, Miete, Lagerung und Einsatz des „Dance Cube“ in den Jahren 2016 bis 2018 gekostet.

Ziel der Aktion war laut BMWi, für das Zukunftsthema Energieerzeugung und -effizienz spielerisch Aufmerksamkeit zu wecken und ein Bewusstsein für die wertvolle Ressource Energie zu vermitteln. Dafür tourte der „Dance Cube“ in drei Jahren saisonweise von Volksfest zu Volksfest. Insgesamt kamen 34 Stationen zusammen, in der Regel mit einem Aufenthalt von drei Tagen. Am „Dance Cube“ beantworteten Energieberater Fragen rund um das Thema Energieverbrauch und gaben Tipps zum Stromsparen.

Inwieweit sich die Tänzer über den Energieverbrauch des „Dance Cube“ und ihren eigenen Beitrag dazu informiert haben, ist nicht bekannt. Fakt ist jedoch, dass das vollmundige Versprechen der Energieautarkie bei näherem Hinsehen nur ein schöner Schein war. Auf Nachfrage des Bundes der Steuerzahler teilte das Wirtschaftsministerium nämlich mit: „Die Annahme einer autarken Energieversorgung trifft nicht zu“. Wie viel Strom über die Solaranlage erzeugt wurde, war gar nicht erst erfasst worden. Auskunft gab das BMWi lediglich über den Strom, der mittels der Generatoren im Boden „ertanzt“ wurde: In den drei Jahren waren es insgesamt rund 1,8 kWh. Das ist reichlich wenig und dürfte nicht einmal gereicht haben, um beide Smartphone-Ladesäulen während des Einsatzes des „Dance Cube“ zu betreiben – ganz zu schweigen von der Musik- und Lichtanlage.

Dass über Energieerzeugung und -effizienz informiert wird, ist zunächst nicht verkehrt. Fraglich ist jedoch, ob der „Dance Cube“ dafür geeignet war und die Kosten rechtfertigt. Es wurde suggeriert, dass allein das Tanzen ausgereicht hätte, die Mini-Disco zu betreiben – dabei müsste den Verantwortlichen im Ministerium klar gewesen sein, dass dies nicht funktioniert. So wird die PR-Maßnahme unfreiwillig zum Symbol diverser steuerfinanzierter Energiewende- Maßnahmen des Bundes, die bei näherem Hinsehen eher schöner Schein sind.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Energie effizient einzusetzen, ist durchaus sinnvoll. Weniger sinnvoll ist es hingegen, wenn der Bund dafür mit einer mobilen, angeblich energieautarken Vorzeige-Disco wirbt, die nicht hält, was sie verspricht.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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