
Chinesische Pandabären für München
Millionen für Pandabären: Sinnvolles zoologisches Vorhaben oder ein teures Prestige-Projekt?
Was ist passiert?
München (BY). Das Vorhaben, zwei Große Pandas aus dem Reich der Mitte in den Tierpark Hellabrunn nach München zu holen, sorgt für Diskussionen. Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder hatte schon während seiner staatspolitischen China-Reise im Jahr 2024 angekündigt, ein Panda-Pärchen über die „China Wildlife Conservation Association“ (CWCA) nach Bayern zu holen. Die Tiere sollen als Publikumsmagnet im Münchner Tierpark Hellabrunn ihr neues Zuhause finden. Nach Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus stellt „die Haltung Großer Pandas in Bayern eine herausragende touristische Attraktion dar. Aufgrund ihrer globalen Strahlkraft fungieren Große Pandas als international anerkannte Publikumsmagneten, die ein signifikantes Besucheraufkommen generieren. Vergleichbare Projekte in Berlin, Edinburgh und Wien bestätigen dieses enorme Anziehungspotenzial; […] Die Großen Pandas steigern maßgeblich den Bekanntheitsgrad und die Reputation Bayerns als international anerkannter Wissenschaft- und Kulturstandort. Die Verhinderung des Aussterbens der Großen Pandas ist eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, die nur durch die enge Zusammenarbeit von Zoos, Artenschutzorganisationen und chinesischen Institutionen möglich wurde. Die Haltung von Großen Pandas im Tierpark Hellabrunn unterstützt diese globalen Erhaltungsmaßnahmen. Zudem macht sie die internationale Schutzarbeit für die Öffentlichkeit sichtbar und fördert Umweltbildung und Forschung in Bayern. Es soll ein umfangreiches Bildungsprogramm entstehen, das Schülern und Besuchern Biodiversität, Artenschutz und ökologische Verantwortung in einem globalen Kontext näherbringt. Die Überlassung von Pandas ist international ein hochrangiges Zeichen diplomatischer Verbundenheit. Sie hält Gesprächskanäle mit China offen und steht für Vertrauen sowie langfristige Zusammenarbeit, die über symbolische Gesten hinausgeht“.
Schließlich wurde am 21.1.2026 der Kooperationsvertrag zur internationalen Erhaltung der Großen Pandas zwischen der CWCA und dem Tierpark Hellabrunn unterzeichnet. Doch der Preis ist hoch.
Für die tapsigen schwarz-weißen Bären wird eine sogenannte Artenschutzgebühr bei ihrem Eintreffen fällig. Der Freistaat Bayern hat sich bereit erklärt, sich an der „anfallenden Artenschutzgebühr mit einem Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich jährlich zu beteiligen“, so das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Bei einer längeren Laufzeit kann sich dies schnell auf etliche Millionen Euro summieren. Hinzu kommen rund 18 Mio. Euro für ein neues Panda-Gehege, die der Freistaat Bayern im Rahmen einer „Einzelfallförderung“ übernehmen wird.
Der genaue Zeitpunkt für das Eintreffen der Pandas steht aktuell noch nicht fest. Dem Vernehmen nach soll das Panda-Pärchen im Jahr 2028 in seine neue Heimat im Münchner Zoo einziehen. Die laufenden Unterhaltskosten für die „Bambusfresser“ wird der Tierpark Hellabrunn tragen.
Mögliche Nachkommen der Pandas sollen dem Vernehmen nach der Volksrepublik China gehören, werden doch auch sie Teil des chinesischen Schutz- und Zuchtprogramms für Große Pandas sein.
Befürworter des Panda-Projekts verweisen auf den zu erwartenden Besucherschub mit zusätzlichen Einnahmen und den Imagegewinn für München. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus verweist u. a. darauf, dass „Investitionen in touristische Infrastruktur neben ihrem unmittelbaren Zweck auch der Stärkung des Standorts, der regionalen Wertschöpfung sowie der Attraktivität für Besucherinnen und Besucher dienen“. Kritiker hingegen fragen, ob das Kosten-Nutzen-Verhältnis noch stimmt, handelt es sich doch bei den flauschigen Pandabären nicht um symbolische Maskottchen, sondern um seltene lebende Tiere mit dauerhaftem Betreuungs- und Kostenaufwand.
So steht hinter diesem Panda-Projekt zunehmend die Frage: Handelt es sich um ein sinnvolles zoologisches und touristisches Vorhaben oder um ein teures Prestige-Projekt auf Kosten der Steuerzahler und auf dem Rücken der Tiere?
Foto: Maria Ritch / Michael Stocker
Alternative Investition
Mit einer zweistelligen Millionensumme hätte der Freistaat Bayern bayerische Tierheime wirksam sanieren können.
Der Bund der Steuerzahler meint
Werden die Pandabären eine weitere Attraktion und ein Besuchermagnet im Tierpark Hellabrunn sein und zu einer sinnvollen Stärkung des Artenschutzes beitragen oder sind sie angesichts hoher Kosten eher eine teure internationale Prestige-Diplomatie?
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