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  • Berlin
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30.09.2025

Berlin-Schal zum Frühlingsanfang

Werbekosten übersteigen Spendenerlös

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Was ist passiert?

Berlin. Im März 2025 startete der Verkauf eines exklusiven Berlin-Schals in einer limitierten Auflage von 5.000 Exemplaren. Der schwarz-weiße Schal mit farbigem Berlin-Aufnäher sieht nicht nur gut aus, sondern soll auch einem guten Zweck dienen: Mit dem Kauf eines Schals für 35 Euro gehen 15 Euro als Spende an die Obdachlosenhilfe, und man erhält einen TÜV-zertifizierten und schadstoffgeprüften Schal, der zu 80 Prozent aus Baumwolle und zu 20 Prozent aus Wolle besteht. 

In Berlin sind laut Schätzung des Senats mindestens 6.000 Menschen wohnungslos. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen. Mit dem Kauf des Schals werde nun in doppelter Hinsicht für Wärme, Schutz und Geborgenheit gesorgt: Sowohl für die Käuferinnen und Käufer als auch für die obdachlosen Menschen, denen die Spende zugutekommt, heißt es in einer Pressemitteilung der Senatskanzlei. „Mit der Aktion setzt Berlin ein starkes Zeichen für gesellschaftliches Engagement. Mein Dank gilt allen Beteiligten dieser tollen Initiative“, lobte der Regierende Bürgermeister. Jeder verkaufte Berlin-Schal unterstütze Organisationen, die obdachlosen Menschen helfen. 

Auf Nachfrage teilte die Senatskanzlei dem Bund der Steuerzahler mit, dass die Aktion zwei Ziele verfolge: Sie solle einerseits Aufmerksamkeit für das Thema Obdachlosigkeit schaffen und andererseits durch den Verkauf des Schals Spenden sammeln. Das Land Berlin unterstütze das Projekt vor allem kommunikativ. 

Aber eben nicht nur, denn die Antwort nannte auch Kosten von 45.000 Euro, die bei der Senatskanzlei im Rahmen des Hauptstadtmarketing-Vertrags für Werbe- und Marketingleistungen angefallen seien. Davon deklarierte die Senatsverwaltung u. a. eine Kostenposition für „Produktion und Buchung von Außenwerbung“ in Höhe von 18.000 Euro. 

Andererseits hieß es in derselben Auskunft der Senatskanzlei, Außenwerbeflächen seien nicht kostenpflichtig angemietet, sondern von den „Berlin Partnern im Rahmen ihrer Partnerschaft sowie als Sponsoring zur Verfügung gestellt“ worden. Mit einem Betrag von 45.000 Euro an Landesmitteln seien privatwirtschaftliche Medialeistungen im Wert von 323.000 Euro zur Bewerbung des Berlin-Schals aktiviert worden. 

Demnach summieren sich die Senatsgelder und privatwirtschaftliche Leistungen auf 368.000 Euro. Falls über den Sommer alle 5.000 Schals verkauft worden sind (dies stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest), ließe sich damit ein Verkaufserlös von bestenfalls 175.000 Euro generieren. Die gemeinnützigen Einrichtungen der Obdachlosenhilfe bekämen davon gerade einmal höchstens 75.000 Euro insgesamt.

Über das Problem der Obdachlosigkeit oder die Spendensammlung schweigen sich die zahlreichen Plakate im Stadtbild übrigens aus – sie werben lediglich für den Verkauf des Schals.

Foto: Alexander Kraus

Alternative Investition

Die Landesregierung sollte die Wohnungslosenpolitik stärker angehen und die gemeinnützigen Organisationen besser direkt unterstützen. 

Der Bund der Steuerzahler meint

Armut und Obdachlosigkeit sind in Berlin leider nicht zu übersehen. Statt gutgemeinter Kampagnen und warmer Worte sollte die Landesregierung besser echte und langfristige Lösungen für das Problem präsentieren.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Portrait Alexander Kraus, Vorsitzender des Bund der Steuerzahler Berlin

Alexander Kraus

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