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29.10.2019

Alles fürs Rad

Geplante Kosten für Radschnellweg haben sich verdoppelt

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Was ist passiert?

Böblingen. Der Landkreis Böblingen hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 den Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen auf 20 Prozent zu steigern. Damit das klappt, investiert der Kreis in die Radinfrastruktur. Planungsgrundlage ist eine kreisweite Machbarkeitsstudie, die Bereiche mit hohem Radverkehrspotenzial ausweist. Die Strecke zwischen Ehningen und Böblingen ist eine solche Potenzialstrecke. Sie ist ein Teilabschnitt der möglichen Radschnellverbindung (RSV) Stuttgart- Böblingen/Sindelfingen-Herrenberg. Der bestehende Radweg Ehningen-Böblingen soll also zur Radschnellverbindung ertüchtigt werden.

Anfangs kalkulierte das beauftragte Ingenieurbüro dafür Kosten in Höhe von 1,42 Mio. Euro. Zwischenzeitlich sind die kalkulierten Kosten inklusive der Kostensteigerung u. a. wegen der angespannten konjunkturellen Situation im Bausektor und der Auslastung der Baubetriebe auf rund 2,1 Mio. Euro gestiegen. Zu der Kostensteigerung dürfte aber auch beigetragen haben, dass bei der ersten Kostenschätzung der Aufwand für die Sanierung der Umleitungsstrecke nicht berücksichtigt wurde, da der bestehende Radweg während des Umbaus nicht benutzt werden kann. Daher wird ein Waldweg als Umleitung herhalten, der entsprechend ertüchtigt und zudem an das Radwegenetz angebunden werden muss. Von der Kostensteigerung überrascht wurde der Kreisrat, der dem Projekt zu den ursprünglichen Kosten zugestimmt hatte.

Losgehen soll der Bau im Herbst 2019, im Frühjahr 2020 soll alles fertig sein. Dann ist der Radweg von 2 auf 4 m verbreitert, der Höhenverlauf angepasst und eine Wegbeleuchtung installiert. Bis dahin sollte auch die Finanzierung geklärt sein. Bisher schlägt die Gesamtmaßnahme beim Land mit 700.000 Euro zu Buche, den Rest trägt der Kreis, der noch darauf hofft, dass sich das Land auch noch an den konjunkturell bedingten Mehrkosten – so der Kreis auf unsere Anfrage – beteiligt. Aber egal ob Kreis oder Land: Steuergeld bleibt Steuergeld.

Foto: Murillo de Paula on Unsplash

Der Bund der Steuerzahler meint

Hätte man bei der Planung alle Kosten berücksichtigt und nicht erst hinterher auf den Tisch gelegt, wer weiß, was dann aus dem ganzen Projekt geworden wäre.

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Autor des Artikels

Michael Weiss

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