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29.10.2019

Abgefahren: Bequem, aber teuer

Neu gegründete Bundesgesellschaft mietet Luxusbüros

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Was ist passiert?

Bund. Dass der bisherige Bundesfernstraßenbau mit der Zersplitterung seiner Aufgaben und Verantwortungen zwischen Bund und Ländern ineffizient ist und dies regelmäßig zu Kostenexplosionen führt, hatte der Bund der Steuerzahler in seinem Schwarzbuch 2015 analysiert und scharf kritisiert. Handlungsbedarf erkannte sodann auch die Politik und strukturierte 2017 die Verwaltung des Fernstraßennetzes neu. Ab 2021 wird der Bund die Finanzierung und Verwaltung des 13.000 km langen Autobahnnetzes aus einer Hand verantworten, zentral gemanagt durch die eigens gegründete bundeseigene Autobahn GmbH.

Doch damit ist das Problem von Steuergeldverschwendung nicht behoben. Um das riesige Reformprojekt rechtzeitig in die richtigen Bahnen lenken zu können, wurde die Immobiliensuche für die Zentrale der Autobahn GmbH im Sprint durchgeführt. Fündig wurde die GmbH im September 2018 in exklusiver Lage am Leipziger Platz, im Zentrum Berlins. Exklusiv ist ebenso die Ausstattung, denn die Büros haben einen Empfangsservice und sind komplett möbliert, voll ausgestattete Teeküchen inklusive. Das Preisticket für dieses „große Paket“ ist entsprechend üppig: 2 Mio. Euro muss die staatliche Autobahn-Gesellschaft in diesem Jahr für die Nutzung der Büros und die etlichen Serviceleistungen zahlen. Nach der Erweiterung der Büroflächen im Sommer 2019 ergeben sich monatliche Kosten je Quadratmeter von durchschnittlich 123 Euro, je potenziellem Arbeitsplatz von 1.044 Euro. Das ist selbst für diese exklusive Lage eine herausgehobene Größenordnung.

Mehr noch: Die bisherige Erweiterung der Bürokapazitäten auf 188 Arbeitsplätze wird jedoch nicht reichen, denn 2020 sollen 290 weitere Mitarbeiter hinzukommen. Folglich werden dann schon wieder neue Mietflächen nötig werden.

(Foto: Sebastian Panknin)

Der Bund der Steuerzahler meint

Die bundeseigene Autobahn GmbH hat die Aufgabe, den Bundesfernstraßenbau effizienter auszurichten – und damit auch Kostenexplosionen zu verhindern. Dass nun ausgerechnet die neue Bundesgesellschaft mit enorm hohen Verwaltungskosten auffällt, ist ein schlechter Start. Auch für alle staatlichen Gesellschaften müssen die Gebote der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit gelten. Hier hat die Autobahn GmbH deutlichen Nachholbedarf.

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Autor des Artikels

Sebastian Panknin

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Bemerkungen :

  • user
    Dr.Michael Bergau 30/10/2019 um 12:36

    Eine Büromiete in dieser Höhe dürfte bundesweit ein absoluter Rekord sein. Über die Möblierung wird dann offensichtlich die Miete hochgejubelt. Selbst im teuren München liegen die Spitzenmieten allenfalls um die 35-40 € ohne Möblierung.. Das ganze ist unfaßbar und gehört zur Staatsanwaltschaft ! Wer hat das zu vertreten ?