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  • Nordrhein-Westfalen
  • Brücken, Straßen und Verkehr
01.10.2026

70 Kilometer für eine Tankfüllung!

In Bielefeld verdampfte bei der Nutzung von Wasserstofffahrzeugen viel Steuergeld

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Was ist passiert?

Bielefeld (NRW). Seit Ende 2023 gibt es in der Stadt Bielefeld sieben Wasserstoff-Müllwagen, die 7,5 Mio. Euro gekostet haben. Das Bundesverkehrsministerium förderte den Kauf mit knapp fünf Mio. Euro. Der Umweltbetrieb der Stadt wollte eigentlich eine eigene Tankstelle für diese Fahrzeuge bauen, doch die Förderung wurde abgelehnt. Ein zweiter Förderantrag im Rahmen der Initiative „HyDrive OWL“ wurde ebenfalls abgelehnt, so die Stadt Bielefeld. Fast parallel zu diesen Anträgen habe ein privater Tankstellenbetreiber mit der konkreten Planung für den Bau einer Wasserstoff-Tankstelle in Bielefeld begonnen, doch der hätte seine Investitionsentscheidung im Sommer 2025 endgültig zurückgenommen, erklärte die Stadt Bielefeld dem Bund der Steuerzahler NRW im März 2026. Die Folge: Ein Müllwagen fuhr viereinhalb Jahre, die anderen sechs Müllwagen gut zwei Jahre ein- bis zweimal die Woche zum Tanken nach Rheda-Wiedenbrück. Hin und zurück sind das 70 Kilometer. Doch dann schloss auch die Wasserstofftankstelle in Rheda-Wiedenbrück.

Als wären die weiten Tankfahrten nicht schon absurd genug gewesen, wurde jetzt auch noch bekannt, dass es in Bielefeld bereits seit 2021 eine Wasserstofftankstelle für die Bielefelder Busse gegeben hatte – nur durften und konnten die Müllfahrzeuge dort nicht tanken.

Ein Problem war, dass die Technik dieser Tankstelle auf Busse ausgelegt ist, die mit 350 Bar betankt werden. Die Müllfahrzeuge des Umweltbetriebs brauchen aber eigentlich 700 Bar. Tests ergaben schließlich, dass die Müllfahrzeuge mit einigen Anpassungen doch an dieser Tankstelle betankt werden können. Das andere Problem war, dassdiese Tankstelle zu 90 Prozent gefördert worden war und laut Förderrichtlinien durftendortnur Wasserstoffbusse tanken. Die Müllautos waren an dieser Tankstelle also nicht zugelassen. Die Stadtwerke Bielefeld standen in den vergangenen Jahren daher mehrfach in Kontakt mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW (MUNV), um die Nutzung der Wasserstofftankstelle auch für Müllfahrzeuge möglich zu machen.

Ende April 2026 wurde schließlich die erlösende Nachricht verkündet: Auch die Müllautos der Stadt Bielefeld dürfen an der Wasserstofftankstelle der Bielefelder Busse tanken. Doch diese Lösung hatte offenbar ihren Preis: Eine Anfrage des Bundes der Steuerzahler NRW beim MUNV ergab, dass die Stadtwerke Fördermittel zurückzahlen müssen, damit die Müllautos an der Tankstelle der Wasserstoffbusse tanken dürfen.

Und der Knaller kommt erst noch: Für die Stadt Bielefeld steht jetzt schon fest, dass ihre Müllfahrzeuge bald mit reinem Batterieantrieb unterwegs sein werden. Entsprechend plane der Umweltbetrieb den schrittweisen Umstieg auf batterieelektrische Fahrzeuge sowie den Ausbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur bis Ende 2027, so die Stadt in einer Pressemitteilung von April 2026.

Foto: Pexels/Engin Akyurt

Der Bund der Steuerzahler fordert

Ein Ende der Subventionen für Wasserstoffautos – zum einen wegen der problematischen Förderkultur, zum anderen zeigt eine Studie des Deutschen Steuerzahlerinstituts (DSi) des Bundes der Steuerzahler, dass Wasserstofffahrzeuge gravierende technologische Nachteile im Vergleich zu reinen batteriebetriebenen E-Fahrzeugen haben.

Video zum Fall

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Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Andrea Defeld

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