Newsletter

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig. Diese Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzrichtlinien. Diesen stimme ich zu.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder


Besuchen Sie uns

News Bild 2183
  • Schleswig-Holstein
  • Brücken, Straßen und Verkehr
30.09.2025

62 Mio. Euro für temporäre Ausweichtrasse

Teure Ausweichtrasse: Rund 62 Mio. Euro Mehrkosten für die Fehmarnsundbrücke

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Fehmarn (SH). Zwischen der deutschen Ostseeinsel Fehmarn und dem dänischen Lolland wird seit 2021 ein Tunnel für den Eisenbahn- und Straßenverkehr gebaut. Die Finanzierung und den Bau der Festen Fehmarnbeltquerung übernimmt eine staatliche dänische Projektgesellschaft. Die deutsche Seite hat sich in einem Staatsvertrag dazu verpflichtet, die Anbindung an das deutsche Autobahn- und elektrifizierte Eisenbahnnetz sicherzustellen, wenn der Tunnelbau fertig ist. Derzeit wird mit einer Inbetriebnahme im Jahr 2032 gerechnet. Doch obwohl sich diese Fertigstellung bereits mehrfach verzögert hat, kommt die deutsche Seite mächtig unter Druck, die Hinterlandanbindung rechtzeitig sicherzustellen.

Ein besonderes Nadelöhr ist der Fehmarnsund, der die Insel Fehmarn vom deutschen Festland trennt. Über den Fehmarnsund führt seit 1963 eine 963 Meter lange Brücke, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Sie trägt eine zweispurige Bundesstraße sowie eine eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke. Für die künftig vorgesehenen Güterzüge mit einer Länge von 835 Metern und einem zulässigen Gesamtgewicht von 2.300 Tonnen ist sie nicht ausreichend tragfähig.

Lange wurde darüber diskutiert, ob die Brücke ersetzt oder durch ein zusätzliches Bauwerk erweitert werden soll – oder ob ein Tunnel unter dem Fehmarnsund gebaut werden soll. Erst 2020 entschied man sich für den Tunnel, mit vier Röhren für eine vierspurige Bundesstraße und eine zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke. 

Die denkmalgeschützte Brücke soll aber in jedem Fall für den Regionalverkehr erhalten bleiben. Nach umfangreichen Baugrunduntersuchungen erarbeitete das Eisenbahn-Bundesamt nun die Planfeststellungsunterlagen für diesen Tunnel unter dem Fehmarnsund. Darin wird davon ausgegangen, dass er nicht rechtzeitig bis 2032 zur Fertigstellung des dänischen Fehmarnbelttunnels eingeweiht werden kann. In diesem Fall müsste die Fehmarnsundbrücke vorübergehend die gesamte Hinterlandanbindung übernehmen, bis der benachbarte Tunnel fertiggestellt ist. Damit würden die Kosten für die ohnehin geplante Sanierung der Brücke von rund 30 Mio. Euro auf mehr als 91 Mio. Euro steigen, um das Eisenbahngleis zu elektrifizieren und für höhere Zuglasten zu ertüchtigen. Mehr als 61 Mio. Euro zusätzliche Kosten nach Preisstand 2022 – und das nur, um die Zeit zu überbrücken, bis der Tunnel fertig ist.

Foto: Thomas Kranenberg

Alternative Investition

Mit dem Geld ließe sich der Etat der Technischen Hochschule Lübeck finanzieren. Der liegt aktuell bei rund 52 Mio. Euro.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Die Entscheidung über die Querung des Fehmarnsunds ist viel zu spät gefallen. Die langsamen deutschen Planungs- und Entscheidungsprozesse führen in diesem Fall zu vermeidbaren Mehrkosten von mehr als 60 Mio. Euro. Schnellere Entscheidungen und Umsetzungen könnten hier zu erheblichen Einsparungen führen!

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Rainer Kersten

Spenden Sie für unsere Arbeit!

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen um Steuergeldverschwendungen wie diese aufzudecken. Unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende damit wir weiterhin Steuergeldverschwendung aufdecken können.

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Sigvard Orts 30/09/2025 um 12:05

    Die Dänen haben den Bau des Tunnels 2015 beschlossen.
    Deutsche Bürokratie ist die Wirtschaftsbremse Nr. 1.
    Fachkräftemangel, fehlenden Investionen, hohen Energiekosten...all diese Probleme würde es bei einer praktisch- und realitätsnahen Verwaltung nicht geben.
    Stattdessen werden diese Probleme immer noch verstärkt durch noch mehr Bürokratie.
    "Lass uns eine neue Behörde gründen für Bürokratieabbau"