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  • Schleswig-Holstein
  • Brücken, Straßen und Verkehr
01.10.2026

20 Jahre Planung – nur Ärger und Kosten

Pläne mussten vollständig überarbeitet werden

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Was ist passiert?

Lindaunis (SH). Dass die alte Klappbrücke über die Schlei bei Lindaunis erneuert werden muss, steht außer Frage. Sie wurde 1924 errichtet und entspricht in keiner Weise mehr den heutigen Verkehrsbedürfnissen: Beim Bau hatte man Teile verwendet, die sogar schon 1892 für eine ehemalige Brücke in Brunsbüttel angefertigt worden waren. 

Die nur fünf Meter breite Fahrbahn teilten sich Autos, Züge, Fahrräder und Fußgänger. Der Verkehr wurde mit einer Ampel geregelt. Immer dann, wenn ein Zug kam, mussten die anderen warten. 

20 Jahre plante die Deutsche Bahn eine neue Brücke. Als die Bauarbeiten im Jahr 2020 endlich begannen, mussten diese schon nach einem Jahr wieder unterbrochen werden. Denn die Gründungsarbeiten für den Neubau führten dazu, dass sich die alte Brücke verzog und nicht mehr genutzt werden konnte. Die Pläne mussten vollständig überarbeitet werden. Seitdem müssen Bahnfahrgäste vor der Brücke aussteigen, zu Fuß hinübergehen, um auf der anderen Seite wieder in einen Zug zu steigen. Autos können dort gar nicht mehr fahren. 

2024 hatten sich dann die Richtlinien für Eisenbahnbrücken verändert: Seitdem stellt das Eisenbahn-Bundesamt höhere Anforderungen an einen Neubau. Deswegen musste es wieder eine neue Planung geben, die die ursprünglich für 2025 vorgesehene Inbetriebnahme verhinderte. Die neuen Pläne führten nun zu neuerlichen Ausschreibungen. Jetzt hofft man auf eine Fertigstellung bis Ende 2027, wenn keine weiteren unvorhergesehenen Entwicklungen dazwischenkommen. Danach sollen dann die alten Brückenteile abgerissen werden. 

Dass es bei dieser Planungsgeschichte nicht bei der ursprünglichen Kostenschätzung bleibt, ahnt der kundige Steuerzahler sofort. Ursprünglich war man von 40 Mio. Euro ausgegangen. Inzwischen rechnet man mit mindestens 246 Mio. Euro, die sich die Deutsche Bahn (für die Eisenbahn) und das Land (für die Straße) teilen müssen. Entscheidend für Anwohner und Wirtschaft in der bedeutenden Tourismusregion ist, dass der Neubau jetzt schnell fertig wird und die wichtige Eisenbahnverbindung zwischen Kiel und Flensburg wieder durchgängig befahrbar ist. 

Foto: DB Netz AG

Alternative Investition

Für 200 Mio. Euro können 20 Kilometer neue Deiche an der Ostsee für den Schutz vor Sturmfluten gebaut werden.

Der Bund der Steuerzahler meint

Dass sich über einen Zeitraum von 20 Jahren Vorschriften und Erkenntnisse ändern, ist nicht überraschend. Darum müssen Planungsprozesse schnell und zielgerichtet erfolgen. Nur so lassen sich Kostenexplosionen verhindern und Verkehrsverbindungen bedarfsgerecht ausbauen.

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Autor des Artikels

Rainer Kersten

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