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  • Schleswig-Holstein
  • 50 Jahre Schwarzbuch
01.09.2018

Trauerspiel Gorch Fock

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Was ist passiert?

Die Gorch Fock, das Segelschulschiff der deutschen Marine, wird leider zum Dauergast im Schwarzbuch. Die 2016 mit 10 Mio. Euro in Auftrag gegebene Sanierung kostet jetzt mindestens 135 Mio. Euro und wird voraussichtlich bis zum 2. Quartal 2019 andauern. Dann hat der Steuerzahler über 150 Mio. Euro in den einstigen Stolz der Bundeswehr gesteckt.


Die aktuelle Gorch Fock wurde 1958 als Segelschulschiff für die Bundesmarine gebaut. Neben der seemännischen Grundausbildung für den Offiziersnachwuchs diente sie immer auch repräsentativen Zwecken für die Bundesrepublik. Die weiße Dreimastbark war ein Sympathieträger nach innen und außen. Zwei Todesfälle auf Ausbildungsfahrten 2008 und 2010 beschädigten das Image. Seit dieser Zeit lassen auch die Hiobsbotschaften über den baulichen Zustand des Schiffes nicht nach. Immer wieder wird eine Werft mit überschaubaren Instandsetzungsarbeiten beauftragt, die sich anschließend als Fass ohne Boden erweisen. So gab es 2010 eine Generalüberholung, die 4,8 Mio. Euro kosten sollte. Schlussrechnung: 7,5 Mio. Euro. Schon 2012 musste das Schiff wieder in die Werft, weil außerplanmäßig Rostschäden am Rumpf entdeckt wurden. Aus der ursprünglichen Auftragssumme von 2 Mio. Euro wurden am Ende 9,6 Mio. Euro. 2013 sollten die durchgeführten Instandsetzungsarbeiten noch einmal überprüft werden. Hier wurden aus 0,4 Mio. Euro am Ende 1,2 Mio. Euro. 2016 wurde schon wieder eine Grundinstandsetzung fällig. Hierfür rechnete die Bundeswehr anfangs mit 10 Mio. Euro. Heute wissen wir, dass die Arbeiten insgesamt mindestens 135 Mio. Euro verschlingen und das Schiff für zweieinhalb Jahre nicht einsatzbereit ist. Rechnet man nur die Werftaufenthalte seit 2010 zusammen, die immer in derselben Werft absolviert wurden, so hat die Bundeswehr Aufträge von 17,2 Mio. Euro erteilt und die Werft am Ende über 150 Mio. Euro abgerechnet.


Der Bund der Steuerzahler hatte schon beim Auftreten der außerplanmäßigen Rostschäden am Rumpf die Aufgabe des Schiffes und den Ersatz durch einen Neubau gefordert. Dieses wäre sicherlich die günstigere Lösung gewesen. So ist die aus der Fernsehwerbung bekannte Alexander von Humboldt II 2011 für gerade einmal 15 Mio. Euro in Bremen neu erbaut worden. In Presseberichten ist zu lesen, dass andere Marinestreitkräfte neue Segelschulschiffe zu Preisen zwischen 20 und 40 Mio. Euro haben bauen lassen. Doch die Bundeswehr rechnet anders: Sie ging zunächst davon aus, dass ein Neubau 100 Mio. Euro kosten würde. Ende des Jahres 2017 wurde der berechnete Finanzbedarf dafür plötzlich auf 170 Mio. Euro erhöht. Damit glaubte man, die Fortsetzung der Reparaturarbeiten rechtfertigen zu können. Während man ursprünglich einen Neubau für 2025 anstrebte, soll dieser jetzt erst 2040 kommen. Für den Laien stellt sich eine weitere Frage: Wie kann ein Schiff, das rund um die Uhr von einer Stammbesatzung mit Fachleuten und schiffstechnischen Offizieren betreut wird, innerhalb kürzester Zeit so marode sein, dass es praktisch komplett erneuert werden muss. Zum Vergleich: Die rumänische Mircea, die zeitweise als Ersatz für die Gorch Fock von der Bundeswehr genutzt wurde, und die portugiesische Sagres wurden 1938 als Schwesterschiffe zur damaligen Gorch Fock (heute Museumsschiff in Stralsund) in Hamburg gebaut und sind nach wie vor als Segelschulschiffe im Einsatz, ohne dass vergleichbare Instandsetzungsarbeiten notwendig geworden sind.
Wir kritisieren, dass so viel Geld in einen rostigen alten Kahn gesteckt wurde, obwohl ein Neubau deutlich günstiger gewesen wäre. Außerdem muss die Bundesmarine die Qualität bei Wartung und Pflege ihrer Schiffe deutlich verbessern.
 

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