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  • Berlin
  • 50 Jahre Schwarzbuch
26.02.2016

Kietzgrabensteg – Verzichtbare Fußgängerbücke in Berlin-Köpenick

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Was ist passiert?

Dass die Arbeit des Bundes der Steuerzahler den Umgang der Politik bzw. der Verantwortlichen mit Steuergeldern verändert hat, beweist ein Fall im Schwarzbuch 2016 aus Berlin.

Im Ortsteil Köpenick wurde im Jahr 2016 der Kietzgrabensteg eröffnet. Die Fußgängerbrücke in der Altstadt Köpenick verbindet eine Freifläche hinter der Stadtbibliothek, die nach Angaben des Bezirksamtes, bis dahin ein wenig beachteter Bereich der Altstadt war, mit dem Amtswäldchen. Als die Brücke geplant wurde, gab es gleichzeitig auch einmal Pläne, auf der Fläche des brach liegenden Amtswäldchens Veranstaltungsflächen zu errichten. Ein Investor dafür hat sich allerdings nie gefunden. Dennoch hielt man beim Bezirksamt am Bau der Brücke fest. Geplante Baukosten: 412.000 Euro.

Aber nicht nur, dass die Brücke aufgrund ihrer Lage wenig nutzt. Hinzu kommt, dass sich nur 75 Meter vom Kietzgrabensteg entfernt, bereits eine Brücke über den Kietzgraben befindet. Der Kietzgrabensteg erspart den Fußgängern einen Umweg von gerade einmal 3 Minuten. Dem Steuerzahler hat die Brücke allerdings nichts erspart. Im Gegenteil: Die Baukosten für die sinnlose Brücke stiegen am Ende auf 464.706,64 Euro.

Nachdem der Bund der Steuerzahler auf den Kietzgrabensteg aufmerksam wurde, beantragten die Mitarbeiter Akteneinsicht. Beim Durchblättern der Akten, vor Ort im Rathaus Köpenick, stieß der Bund der Steuerzahler auf interessante Notizen. Offensichtlich war den zuständigen Mitarbeitern des Bezirksamtes klar, dass die geplante Brücke in den Medien mit der Verschwendung von Steuergeldern in Verbindung gebracht werden könnte. In einem Besprechungsprotokoll war zu lesen, dass die Mitarbeiter des Bezirksamtes befürchteten, dass die Brücke in einer Fernsehsendung landen könnte, in der der Präsident des Bundes der Steuerzahler regelmäßig zu Gast ist. Weiterhin war in dem Protokoll festgehalten, dass man im Zusammenhang mit dem Brückenbau „so wenig Aufsehen wie möglich“ erregen wollte. Das erklärt auch, warum die Pressemitteilung zur Eröffnung des fertiggestellten Kietzgrabensteges erst eine Woche nach der Freigabe der Brücke, und nicht bereits im Vorfeld, verschickt wurde. Die Eröffnung der Brücke blieb daher weitestgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.

Auch heute, sechs Jahre nach Eröffnung des Kietzgrabensteges, hat sich vor Ort nichts verändert. Noch immer führt die Brücke vom Hinterhof bei der Stadtbibliothek hinüber zur Amtswäldchen-Brache. Und noch immer ist die sinnlose Brücke eine Verschwendung von Steuergeldern.

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