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„Fass ohne Boden“ in Niedersachsen verliehen

BdSt würdigt teure Fehlentscheidung mit Negativpreis

Was ist passiert

BdSt würdigt teure Fehlentscheidung mit Negativpreis

Der Bund der Steuerzahler ist bekannt für seine Recherchen zu Fällen von Steuergeldverschwendung. Doch damit nicht genug. Auch nachdem wir die Ergebnisse unserer Recherchen veröffentlicht haben, bleiben wir an den Fällen dran – zum Teil mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen. So hat zum Beispiel unser Landesverband Niedersachsen/Bremen den Negativpreis „Fass ohne Boden“ an den Wissenschaftsminister des Landes Niedersachsen verliehen.

Was war geschehen? 1994 wurden im niedersächsischen Schöningen steinzeitliche Speere gefunden. Die Aufregung war groß, denn mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren sind die Schöninger Speere die ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Schnell kam die Idee auf, eigens für die Speere ein Ausstellungszentrum am Fundort, am Rande des Helmstedter Braunkohle-Reviers, zu erbauen. Der Bund der Steuerzahler war skeptisch, er fürchtete die dauerhaft hohen Folgekosten eines Speere-Museums. Sinnvoller schien dem BdSt, die Funde im Braunschweiger Landesmuseum auszustellen. Die Entscheidung fiel 2009 dennoch zugunsten des modernen Neubaus. Mit einer Anschubfinanzierung von 15 Mio. Euro unterstützte die damalige Landesregierung den Bau des „paläon“ und versprach, nach seiner Fertigstellung werde sich die Museums-GmbH selbst tragen, also ohne öffentliche Zuschüsse auskommen.

Doch bereits wenige Jahre nach der Eröffnung (2013) sollten sich die Befürchtungen des BdSt bewahrheiten: Die Anzahl der zahlenden Besucher blieb deutlich hinter den hohen Erwartungen zurück. Statt der erhofften 100.000 Besucher jährlich, kam weniger als die Hälfte. Zuschüsse von etwa 1 Mio. Euro mussten das Land Niedersachsen, der Landkreis Helmstedt sowie die Stadt Schöningen zuletzt zum Museumsbetrieb beisteuern.

Um das Museum dauerhaft aus der Landeskasse subventionieren zu können, siedelt der Wissenschaftsminister des Landes das Museum nun unter dem Dach des Landesamtes für Denkmalpflege an. Damit werden die Steuerzuschüsse des Landes Niedersachsen verstetigt und die bisherigen Gesellschafter aus der Braunschweiger Region können sich wohlmöglich aus der Verantwortung für das Museum stehlen. Mindestens 500.000 Euro wird das Land Niedersachsen ab sofort jedes Jahr zuschießen müssen. Weitere 200.000 Euro steuern der Landkreis Helmstedt und die Stadt Schöningen bei. Rund 300.000 Euro sollen über Eintrittsgelder, Einsparungen und „Synergieeffekte“ erreicht werden. Wobei die konkreten Einsparungen bislang offen bleiben. Zudem befürchtet der BdSt, dass mit der neuen Struktur des Museums die Kosten des Ausstellungsbetriebes mit jenen für die archäologische Forschung im Helmstedter Braunkohlerevier vermischt werden. Dies würde die wahren Defizite des Museums verschleiern.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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