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  • Nordrhein-Westfalen
  • Kostenexplosion

Blamage in Bonn: Beethovenhalle bleibt Baustelle

Zeitdruck machte die Sanierung extra-teuer

Aktuelle Entwicklung

Beethovenhalle bleibt Bonner Sorgenkind

In der Bonner Ratssitzung am 28. März verspricht es heiß herzugehen. Die SPD hat eine Große Anfrage gestellt und will von der Verwaltung wissen, ob die schlechte Beschaffenheit des Baugrunds bei der Beethovenhalle schon vor Sanierungsbeginn bekannt war.

Da schwingt Sprengstoff mit, denn dann hätte die Kostenexplosion womöglich verhindert werden können. Zumindest die vorgelegte Kostenschätzung für die aktuelle Sanierung wäre wahrscheinlich deutlich höher ausgefallen, wenn damalige Erfahrungen berücksichtigt worden wären. 1996 ist die Beethovenhalle zuletzt modernisiert und im südlichen Bereich um drei Seminarräume erweitert worden. „Im Zuge dieser Baumaßnahmen gab es sicher Erfahrungen zum Baugrund und den jetzt problematischen Innenbereichen“, ist sich die SPD sicher.

Die Kostensteigerung für die denkmalgerechte Sanierung der Beethovenhalle ist besonders auf umfangreiche zusätzliche Maßnahmen am Boden zurückzuführen. Mauerreste und Hohlräume erschweren und verteuern die Bauarbeiten. Ursprünglich ging man von Sanierungskosten von rund 60 Millionen Euro aus. Jüngste Hochrechnungen übersteigen die 100-Millionen-Euro-Marke. 

Was ist passiert

Blamage in Bonn: Beethovenhalle bleibt Baustelle

Bonn. Als es um die Grundsanierung der 1959 eröffneten Beethovenhalle in Bonn ging, wurde im Vorfeld ausgiebig diskutiert. Erste Planungen und verschiedene Varianten für eine denkmalgerechte Instandsetzung der Konzerthalle gab es bereits im Juli 2013. Nach zwei Jahren beschloss die Stadt Bonn schließlich die mittelgroße und somit mittelteure Sanierungsvariante. Damals ging die Verwaltung von geschätzten 59,8  Mio.  Euro brutto aus und hielt einen Schwankungsrahmen von 20  Prozent offen. Ende 2016 begannen die Arbeiten an der Konzerthalle, und schon damals regte sich erster Unmut: „Für das Geld könnte man glatt neu bauen“, spotteten Kritiker.

Auch zeitlich legte man sich früh fest. Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens sollte „seine“ Halle die zentrale Spielstätte für die Festivitäten sein, die im September 2019 beginnen. Deshalb hieß das ambitionierte Ziel: Im November 2018 hat alles fertig zu sein. Danach sollten im laufenden Betrieb die technischen Anlagen von Be- und Entlüftung sowie die Akustik reguliert werden.

Bauen im Bestand ist mit allerlei Unvorhersehbarkeiten verbunden. So stiegen auch in Bonn schnell die Kosten: In Lüftungsrohren wurde Asbest entdeckt, es gab Schadstoffe im Erdreich, hinter der Wandverkleidung und unter dem Küchenboden. Außerdem mussten umfangreiche Brandschutzmaßnahmen durchgeführt werden. 

Eine besondere Herausforderung stellten die Ausschreibungen dar. Es gab nur wenige Firmen, die sich um Aufträge bewarben. Der fehlende Wettbewerb machte die Sanierung noch teurer, denn auch die Baufirmen kannten den Zeitdruck mit Blick aufs Beethovenjahr. Keine gute Verhandlungsposition für die Stadt: Die eingereichten Angebote lagen deutlich höher als kalkuliert. Zu allem Überfluss krachte es dann noch zwischen der Stadt und dem Architekten.

Mitte Februar 2018 ließ die Stadt verlauten, dass es gravierende Schwierigkeiten mit dem Baugrund und massive Statikprobleme gebe. Bei der Kampfmittelsondierung sei man auf nicht definierbares Metall gestoßen, das aufwendige Spezialuntersuchungen nach sich zog. Generell sei die Bausubstanz der Halle schlechter als erwartet. Auch hier waren spezielle, zeitaufwendige Maßnahmen nötig.

Der gesamte Terminplan verzögerte sich, und damit war die Entscheidung gefallen: Das Beethoven-Jubiläum würde ohne Beet­hovenhalle stattfinden.

Die ursprünglich vorgesehenen rund 60  Mio. Euro für die Sanierung wurden längst überschritten. Im September 2018 passte die Stadt die Kostenprognose noch einmal an: Jetzt geht man von 94  Mio. Euro aus und will im April 2020 fertig sein. Der „Verein Bürger für Beethoven“ nennt die Kostenexplosion und die verspätete Fertigstellung eine „kommunalpolitische Blamage“.

Foto: Janine Bergendahl

Der Bund der Steuerzahler meint

Zeitdruck ist bei Sanierungen und Bauen im Bestand der schlechteste Berater. Um den Termin einzuhalten, wird oft mehr Geld ausgegeben als geplant. Und Baufirmen können Mondpreise aufrufen.

Alternative Investitionen

Für 34 Mio. Euro könnte man sieben Kindergärten bauen.

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Janine Bergendahl

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