Es ist Zeit Ihren Browser upzudaten!

Ihre Browserversion ist zu alt und wird von dieser Webseite nicht unterstützt. Es kann deshalb zu fehlerhaften Darstellungen von Inhalten kommen.

Darum sollten Sie updaten:
  • Webseiten laden schneller
  • Webseiten werden korrekt und schöner angezeigt
  • Sie surfen sicherer und sind besser gegen Phishing-Angriffe geschützt
Schließen


Besuchen Sie uns

Ein Angebot vom BDST
  • Berlin
  • Teure Annehmlichkeiten

Die „Goldene Stunde“ der Charité

Umstrittene Kunst am Bettenhochhaus wird noch teurer

Was ist passiert

Die „Goldene Stunde“ der Charité

450.000 Euro hat die vor wenigen Tagen an der Berliner Charité fertiggestellte Kunstinstallation „Die Goldene Stunde“ gekostet, wie der Bund der Steuerzahler von der Senatsverwaltung für Kultur erfahren hat. In einer früheren Pressemitteilung war  dagegen von  324.000 Euro für Preisgelder, Aufwandsentschädigungen und die Realisierung die Rede. Dabei haben die Berliner Kliniken mit einem Sanierungsrückstau in Milliardenhöhe zu kämpfen.

Berlin. An der Brandwand gegenüber dem Haupteingang des sanierten Bettenhochhauses an der Luisenstraße hängt jetzt ein 8,5 Meter großes, abstrahiertes goldenes Ziffernblatt mit ausgesparten Stunden- und Minutenstrichen. An der Wand im Innenhof des Charité-Baus erscheint das Ziffernblatt in umgekehrter Weise. Dazu meint die Berliner Senatsverwaltung für Kultur: Die Kunst am Bau diene künftig dem Ziel, sich mit zeitgenössischen Mitteln sowohl inhaltlich als auch räumlich im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Lehre, Forschung und Geschichte mit dem Standort auseinanderzusetzen. Frontal gegenüber dem Charité-Haupteingang platziert, wirke die Arbeit wie eine goldene Sonne, ein stimulierendes, positives Signal für Patienten und Besucher, heißt es in der Erläuterung. Als magische Form sei sie ein Eyecatcher weit in die Luisenstraße hinein. Positiv- und Negativform würden sich in der räumlichen Vorstellung des Betrachters zur gefüllten Kreisform komplettieren. Der Kreis schließe sich im wahrsten Sinne des Wortes: etwas werde „rund“. Auch der Begriff der Vanitas, der Vergänglichkeit spiele in die Installationen hinein, werde jedoch in Gold sogleich positiv in einen Bestandteil des Lebens, gerade auch eines Krankenhauses verwandelt. Die „Goldene Stunde“ bezeichnet in der Notfallmedizin übrigens den Zeitraum, in der akutmedizinische Patienten gerettet werden können und stehe hier laut Preisträger im erweiterten Sinne auch als Metapher für den „goldenen“ Moment der Heilung.

Dabei stecken die Berliner Kliniken nicht nur in personellen, sondern auch in finanziellen Schwierigkeiten. So hinken sie bei Modernisierung und Sanierung mit Milliardenbeträgen dem aktuellen Stand der Technik hinterher. Immerhin ist das goldene Ziffernblatt, das 10 Zentimeter freischwebend auf der Brandwand mit einem Durchmesser von 8,5 Metern installiert wurde, auf dem neuesten Stand. In der Beschreibung zu dem Kunstwerk heißt es, der drei Millimeter starke Edelstahl sei Industrie-spiegelpoliert, PVD-beschichtet und damit extrem dauerhaft, wetterfest und farbstabil und somit für den Außenbereich prädestiniert. 

Foto und Video: Alexander Kraus

Video zum Fall

Der Bund der Steuerzahler meint

Während die Berliner Krankenhäuser bei Modernisierung und Sanierung mit Milliardenbeträgen hinterherhinken, wird Geld für Kunst am Bau ausgegeben. Dass hier die Prioritäten richtig gesetzt wurden, muss bezweifelt werden.

Fragen an den Autor

Autor des Artikel

Alexander Kraus

E-Mail schreiben
Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du denkst!