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TEMPOräre Parklets

Teure Fahrradstellplätze für den Prenzlauer Berg

Was ist passiert

Teure Fahrradstellplätze für den Prenzlauer Berg

Berlin. Auch im Prenzlauer Berg gibt es jetzt Parklets. Anders als die im aktuellen Schwarzbuch 2018/19 kritisierten Parklets in Kreuzberg, dienen die neuen Aufreger nicht zum Sitzen, sondern Fahrradfahrern als Abstellplatz. Der Bund der Steuerzahler fragte nach, wie viel Steuergeld in die Konstruktionen aus Stahl und Holz geflossen ist. Denn eine sehr viel kostengünstigere Lösung liegt auf der Hand.

Im Einzelnen: Im Oktober 2018 machte gleich das erste von vier neuen Parklets am U- und S-Bahnhof Schönhauser Allee negativ von sich reden. Weil es in den Radweg hineinragte, hatte laut Medienberichten Pankows grüner Bezirksbaustadtrat die Konstruktion aus Stahl und Holz als „Verkehrsgefährdung“ eingestuft und die Abnahme verweigert. Erst nach dem Umbau erfolgte dann mit vier Wochen Verspätung die Einweihung.

Die 12 Meter langen Konstruktionen sind mit Fahrradbügeln ausgestattet und ergänzen laut Senatsverwaltung zunächst das Angebot der bestehenden Fahrradabstellanlagen. Sie können nach Ablauf der Förderfrist auch flexibel mit Tischen und Stühlen zum Verweilen ausgestattet werden. Die Konstruktionen nehmen die Fläche von zwei Kfz-Parkplätzen ein und sollen zunächst für ein Jahr aufgestellt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Bund der Steuerzahler sah sich das Parklet genauer an und staunte nicht schlecht: Denn unter dem Hochbahnviadukt der U-Bahnlinie U2 stehen bereits zahlreiche Fahrradanlehnbügel. Für viele weitere regengeschützte Fahrradstellplätze ist dort noch jede Menge Platz.

Wie viel kostet das Ärgernis eigentlich? Wir fragten genau nach. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz teilte mit, dass die Parklets in der Schönhauser Allee brutto jeweils 58.263,22 Euro gekostet hätten. Durch die notwendigen baulichen Kürzungen zum Radweg hin hätten sich zudem Mehrkosten in Höhe von 9.617,33 Euro je Parklet ergeben, die zu 100 Prozent zu Lasten des Landes Berlin gingen.

Dass zwei der Parklets zu 70 Prozent der Investitionssumme vom Bundesumweltministerium gefördert wurden, tröstet wenig. Denn auch die Fördermittel im Rahmen des TEMPOrär-Projektes „Klimaschutz im Radverkehr” sind Steuergelder. TEMPOrär steht übrigens für „Temporäres Modellprojekt zur Erprobung schnell umsetzbarer provisorischer Maßnahmen zur Stärkung klimaneutraler Mobilität im urbanen Umfeld“.

Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist laut Aktenauskunft der Senatsverwaltung nicht durchgeführt worden, weil es sich beim Bau der Parklets um eine Pionierarbeit handle, die in Deutschland so noch nicht geleistet worden sei. Die Maßnahme ersetze klassische Straßenbaumaßnahmen und sei im Vergleich dazu per se wirtschaftlicher. 

Foto: Alexander Kraus

Der Bund der Steuerzahler meint

Eine haushaltsrechtlich vorgeschriebene Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hätte durchaus eine günstigere Lösung ergeben können. Mit jeweils acht Fahrradbügeln in jedem der vier Parklets ergeben sich bei Gesamtkosten von 271.522,20 Euro je Fahrradstellplatz Kosten von 4.242 Euro. Der Bund der Steuerzahler hält die Maßnahme daher für eine Pionierleistung im Bereich der Steuergeldvernichtung. Alternativ hätte das Land Berlin mit dem gleichen Geld mindestens 1.000 Fahrradanlehnbügel unter der Hochbahn einbetonieren können, an denen man dann mindestens 2.000 Fahrräder regengeschützt hätte anschließen können. Das wäre ein wirkliches Angebot für die Radfahrer gewesen.

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Alexander Kraus

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Kommentare (10)

  • Harmanna Zevenberg
    Harmanna Zevenberg
    vor 1 Woche
    Wenn ich sehe wie mit dem Steuergeld herum geaast wird stellen sich bei mir immer wieder die Nackenhaare hoch. Anstatt das Geld für sinnvolle Dinge zu verplanen ( Rente, Kitas, Schulen) etc.
    Alles ist marode in Westdeutschland wie Brücken, Strassen egal wo man hinschaut. Wichtig ist die Steuergelder zu verprassen und zu veruntreuen.
  • Johannes Schya
    Johannes Schya
    vor 1 Woche
    Wäre schön wenn man diese Fahrrad Parkbucht auch mal ansehen könnte. Leider ist sie von einem dicken roten Balken völlig verdeckt, der sich nicht wegklicken lässt
  • Bernhard
    Bernhard
    vor 1 Woche
    Nicht alle vier Parklets sind für Fahrräder, zwei sind bereits mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Für die angrenzende Gastronomie?
    • Alexander Kraus (Bund
      Alexander Kraus (Bund
      vor 6 Tagen
      Jedenfalls ist darüber diskutiert worden, die beiden vom Bund geförderten Parklets nach der Bindungsfrist für die Förderung des Radverkehrs in Sitz-Parklets (Sitzlets?) umzubauen. Wir können uns nicht so ganz vorstellen, dass das ein besonders großes Vergnügen ist, wenn man an der Schönhauser Allee sitzt: Hinter einem der Stau, die Straßenbahn und von oben der Krach von der U-Bahn. Da muss man schon starke Nerven haben!
  • Wolfgang Petri
    Wolfgang Petri
    vor 5 Tagen
    Wenn´s dann jemandem nutzt, warum nicht? Wir Steuerzahler sind doch ...
  • Siegfried Wache
    Siegfried Wache
    vor 4 Tagen
    Berlin Achtung! Bei der Planung solcher Pseudoumweltmaßnahmen vorher Gehirn einschalten! Bei manchen ist da nämlich der gesunde Menschenverstand aufgespielt worden.
  • Gerhard
    Gerhard
    vor 4 Tagen
    4200 € für einen Fahrradabstellplatz! Das erfüllt ja wohl ganz klar den Tatbestand der Verschwendung von Steuermitteln. Wann werden die Verantwortlichen endlich zur Rechenschaft gezogen?
  • guert
    guert
    vor 3 Tagen
    @Gerhard
    NIE!
    Es gibt sicher Beschlüsse eines Gremiums aus gewählten Abgeordneten. Deren Verantwortung endet, die Sache eine bürokratisch "vorschriftsmäßige" Finanzierung hat.
    Theoretisch kann "der Wähler" (w/m/d/...) durch Änderung seines Stimmverhaltens bei der nächsten Wahl die Betreffenden zur Rechenschaft ziehen. - Dies kein Witz, sondern bittere Ironie in unserer Demokratie!

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