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Hohe Kosten, hohe Risiken

Sanierung des Schauspielhauses in Düsseldorf sprengt Kostenrahmen

Was ist passiert

Hohe Kosten, hohe Risiken

Düsseldorf. Das Schauspielhaus in Düsseldorf, erbaut zwischen 1965 und 1970, gilt mit seinem geschwungenen Baukörper und seinen charakteristischen Fassadentafeln als ein architektonisches Wahrzeichen der Stadt. Seit fast 20  Jahren steht es unter Denkmalschutz. Jetzt muss es umfassend saniert werden. Die dafür ursprünglich geplanten 11,2  Mio. Euro reichen jedoch nicht aus. Im Herbst 2016 wurde bekannt, dass 20,9  Mio. Euro nötig sein werden, um die Gebäudetechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Das Land NRW und die Stadt Düsseldorf tragen die Kosten jeweils zur Hälfte.

8,4  Mio.  Euro der ermittelten Mehrkosten von 9,7  Mio. Euro sind „Sowieso-Kosten“  – Kosten, die bei korrekter Planung auf jeden Fall angefallen wären. Besonders hohe Abweichungen von der ursprünglichen Kalkulation gab es, weil notwendige Durchbrüche von der Fachfirma nicht eingeplant worden waren, weil die Lüftungsplanung zur Zeit der Projektvorbereitung noch nicht genehmigt und deshalb ungenau war, weil wesentliche Teile des Gewerkes Elektro und IT bei der Vorbereitung nicht berücksichtigt worden waren und später klar wurde, dass Teile der Elektroanlage wegen TÜV-Anforderungen vollständig erneuert werden mussten. Kurzum: Die Planung war mangelhaft und musste nachgebessert werden. Zudem stiegen die Nebenkosten und der Wechsel des Projektsteuerers verursachte weitere Kosten. Zu den Sanierungskosten für die Gebäudetechnik kommen noch weitere hinzu.

Ein Gutachten hat nämlich gezeigt, dass auch das Dach und die Fassade sanierungsbedürftig sind. Diese notwendigen Maßnahmen sollten zügig angegangen werden, damit das Haus nicht zu einem späteren Zeitpunkt erneut geschlossen werden muss. Auf 15 Mio. Euro belief sich die erste Kostenschätzung für die Dach- und Fassadensanierung. Doch schon die Abbrucharbeiten wurden rund 600.000  Euro teurer als veranschlagt.

Die Stadt sieht dafür den Hauptgrund in der guten Konjunktur im Baugewerbe. Weitere Kosten fallen an, weil das Kassenhäuschen abgerissen werden darf und damit der Eingangsbereich neu gestaltet wird. Die auskragende Kellergeschossdecke muss abgedichtet werden, das Dach soll, nachdem die Denkmalschutzbehörde ihr Okay gegeben hat, begrünt werden, die Müllcontainer erhalten einen Sichtschutz, neue Elektrotrassen werden verlegt, die äußeren Stützwände saniert, der Blitzschutz wird erneuert. Insgesamt belaufen sich die veranschlagten Kosten auf 18,95 Mio.  Euro.

Ob dies das Ende der Fahnenstange ist? Dem Bund der Steuerzahler ist die Aussage des städtischen Rechnungsprüfungsamts gegenwärtig: Im März 2018 warnte es vor „hohen Termin- und Kostenrisiken“, da der Zeitrahmen eng gesteckt ist. Zusätzlich bemängelten die Rechnungsprüfer, dass Kosten von gut 2  Mio. Euro nicht belegt oder nur geschätzt sind. Außerdem warnten sie vor weiteren Risiken, weil nicht alle erforderlichen Sanierungsarbeiten im Terminplan aufgeführt seien, weil man bei der Demontage der Fassadenteile im September 2017 zeitlich im Rückstand gewesen sei und weil Baustelleneinrichtung und -logistik problematisch werden könnten.

Nach letztem Stand, im Juli 2018, seien die Arbeiten im Zeitplan, so die Stadt Düsseldorf. Ende 2019 soll die Sanierung des Schauspielhauses beendet sein.

Foto: Bärbel Hildebrand

Der Bund der Steuerzahler meint

Sanierungen im Bestand beinhalten immer das Risiko unliebsamer Überraschungen. Umso wichtiger ist es, sorgfältig zu planen, die Kosten gewissenhaft zu schätzen und sich nicht zeitlich unter Druck zu setzen. Sonst wird’s teuer für die Steuerzahler.

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Bärbel Hildebrand

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