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Die im Dunkeln pressen nicht

Neues vom Solar-Presshai in Köln

Was ist passiert

Die im Dunkeln pressen nicht

Mehr Licht! Dieser Satz wird Johann Wolfgang von Goethe auf dem Sterbebett zugeschrieben. Doch passt er auch in die Niederungen der Kölner Abfallentsorgung. Denn mehr Licht brauchen die Solar-Presshaie.

Erinnern Sie sich noch an den Solar-Presshai? 2017 hatte es der innovative Abfallbehälter, der mittels einer solarbetriebenen Presse den Müll zusammendrückt und deshalb mehr schlucken kann, ins Schwarzbuch geschafft. Für 8.000 Euro pro Stück hatte die Stadt elf dieser Presshaie gekauft – und das, obwohl sie spezielle Müllsäcke und extra Leerungstouren benötigen und deshalb höhere Folgekosten mit sich bringen.

Im November meldete die Kölnische Rundschau, dass die Solar-Presshaie mehr Sonnenlicht benötigen, um ordnungsgemäß zu pressen. Diese Darstellung, so die Stadt Köln auf Anfrage des Bundes der Steuerzahler NRW, sei nicht richtig. Vom Frühjahr bis zum Herbst reiche die Sonneneinstrahlung. Nur im Winter, „wenn die Sonne relativ tief steht, die Temperaturen heruntergehen und bedingt durch die Bebauungsstrukturen die Sonneneinstrahlung nur eingeschränkt das Solarmodul erreicht, entlädt sich der Akku allmählich.“

Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln haben drei Ersatz-Akkus und ein Ladegerät angeschafft, zusätzlich zu dem Ladegerät und dem Ersatz-Akku, die zum normalen Lieferumfang des Solar-Presshais gehörten. Die zusätzlichen Kosten seien „nur geringfügig“. Wenn nun im Winter der Presshai nicht presst, werden die Akkus ausgetauscht und geladen. Das erledigen die Stadtreiniger auf ihren normalen Touren. Wer jetzt schadenfroh grinst, dem sei gesagt, dass die Testphase mit dem Solar-Presshai schließlich klären soll, „ob weitere solarbetriebene Abfallbehälter angeschafft werden sollen, um die Sauberkeit zu erhöhen, oder aber, ob großvolumige Papierkörbe ohne integrierte Müllpresse besser geeignet sind“. Und überhaupt: Selbst wenn der Presshai nicht presst, frisst er 160 Liter Müll. 80 Liter mehr als die herkömmliche Tonne „Colonia“. Wenn das nicht 8.000 Euro wert ist! 

Der Bund der Steuerzahler meint

Bleibt nur zu hoffen, dass die bescheidene Erfolgsbilanz des Presshais dazu führt, dass nach der „Probezeit“ keine weiteren der sündhaft teuren Abfallbehälter angeschafft werden. 

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Autor des Artikels

Bärbel Hildebrand

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