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Klotz am Bein der Steuerzahler

Neubau auf Zollverein muss nach nur zwölf Jahren für 5,5 Mio. Euro saniert werden

Was ist passiert

Klotz am Bein der Steuerzahler

Essen. Nach den Vorstellungen des Bauministeriums NRW sollte sich das Gelände der „Zeche Zollverein“ in Essen zu einem Design- und Kulturstandort entwickeln. Also reichte das NRW-Wirtschaftsministerium 2001 ein Konzept für eine private Design-Akademie bei der Europäischen Kommission ein. Japanische Architekten des Tokioter Architektenbüros SANAA entwarfen ein extravagantes und auffälliges Haus für die künftige Design-Uni – das SANAA-Gebäude. Architekturfans schwärmen von einem architektonischen Meisterwerk mit bahnbrechendem Energiekonzept. Beim Steuerzahler hingegen kommt mit Blick auf die Finanzierung keine Freude auf.

Die rund 14 Mio. Euro Baukosten teilten sich die EU, das Land NRW und die Stadt Essen. Hinzu kam noch eine sogenannte Anschubfinanzierung für die private „School of Design“ in Höhe von 6,7  Mio.  Euro, für die ebenfalls unterschiedliche staatliche Stellen Geld gaben. Doch schnell kam die Ernüchterung. Ende 2007 schloss die „School of Design” ihre Tore. Bei Studiengebühren von 22.000  Euro für ein 20–Monate–Studium kamen zu wenig Studenten. Auch die Betriebskosten für das Gebäude sollen für die Design-Uni zu hoch gewesen sein. 2016 lagen sie bei 426.000  Euro, die heute beim Eigentümer NRW.URBAN, beim Mieter Folkwang Universität der Künste und bei der Stiftung Zollverein anfallen.

Doch wie konnte das teure Gebäude nach dem Scheitern der Design-Uni weitergenutzt werden?

Die Rettung brachte der Staat in Gestalt der Folkwang Universität der Künste. Sie mietete seit Januar  2010 das SANAA-Gebäude an. Mittlerweile hat man den gesamten Fachbereich Gestaltung der Folkwang Universität auf Zollverein angesiedelt und einen weiteren Neubau für den Hochschulbetrieb errichtet. Das SANAA-Gebäude werde auch für Kongresse, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen vermietet. Auch würden Mieteinnahmen erwirtschaftet, die die wesentlichen Instandhaltungskosten für das Gebäude decken, so das NRW-Bauministerium.

Doch jetzt muss das noch junge Gebäude für 5,5  Mio. Euro saniert werden. Nicht nutzbar ist der Dachgarten wegen des rutschigen Plattenbelags, es gibt zudem Betonschäden, und Fensterbänke sind mangelhaft abgedichtet. Außerdem ist eine neue Innendämmung notwendig, und die Lüftung des Gebäudes muss für eine größere Personenzahl ertüchtigt werden. Das Gebäude von 7.000 Quadratmetern sei ursprünglich für 120 Studierende konzipiert worden. Die Folkwang Universität möchte jedoch deutlich mehr Personen unterbringen.

Zwar hat die Bauherrin die Beseitigung der Abnahme- und Gewährleistungsmängel verfolgt, doch teilweise konnten Mängel aufgrund von Firmeninsolvenzen nicht behoben werden bzw. es zeigte sich, dass die Mängelbeseitigung nicht nachhaltig war. Dies sei teilweise auch den Besonderheiten des architektonischen Entwurfs geschuldet, so das NRW-Bauministerium.

Foto: Andrea Defeld

Der Bund der Steuerzahler meint

Mit dem SANAA-Gebäude verfolgte das Land NRW hochfliegende Pläne. Schnell entpuppte sich das Gebäude jedoch als Klotz am Bein des Steuerzahlers.

Alternative Investitionen

Die rund 26 Mio. Euro wären besser in den teuren Erhalt der Altgebäude des Welterbes Zollverein investiert worden.

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Andrea Defeld

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