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Teures „Spaßbad blu” in Potsdam

Millionen für ein Spaßbad

Was ist passiert

Teures „Spaßbad blu” in Potsdam

Potsdam. Die Stadt Potsdam wollte ein teures Spaßbad mit Sauna und Wellnesslandschaft bauen und engagierte dafür im Jahr 2005 sogar den weltberühmten brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer. Doch die Landesregierung versagte der Stadt die Förderung des Freizeitbades. So verschwanden die Pläne zunächst sang- und klanglos in der Schublade, obwohl die Stadt laut Medienberichten bereits 4  Mio. Euro für die Planung ausgegeben hatte.

Die Entscheidungsträger der Stadt entschlossen sich dann, ein Bad auf eigene Rechnung zu bauen und wollten sich dies von ihren Bürgern offenbar legitimieren lassen: Im Jahr 2012 konnten die Bürger über den Standort eines neuen Schwimmbads entscheiden. Eine Entscheidung gegen den Bau war bei dieser Abstimmung jedoch nicht möglich, die Bürger konnten lediglich zwischen zwei Standorten wählen – entweder der Volkspark oder nahe des alten Schwimmbads am Brauhausberg. Die Stadt bezifferte die Herstellungskosten im Befragungsbogen mit 23  Mio. Euro. Diese Kostenplanung hätte jedoch allenfalls am Standort Volkspark realisiert werden können, da dort wegen ausreichender Parkplätze keine Tiefgarage erforderlich gewesen wäre. Die Bürger entschieden sich aber für den Standort Brauhausberg.

Vor Baubeginn bezifferte die Stadt die Kosten mit 32  Mio. Euro. Später plante sie Kostensteigerungen ein und legte eine Kostenobergrenze von 36,2  Mio. Euro gegenüber dem Bauherrn, den stadteigenen Stadtwerken (SWP), fest. Warum waren die Kosten gestiegen? Nicht nur wegen allgemeiner Baukostensteigerungen, sondern auch aufgrund ursprünglich nicht einkalkulierter zusätzlicher Baumaßnahmen im Wellnessbereich mit Saunalandschaft und Gastronomie usw. Dies verteuerte den Bau zunächst um 3,5  Mio., schließlich sogar um 10  Mio. Euro.

Das Bad ging am 7. Juli 2017 in Betrieb und kostete deutlich mehr als 40  Mio. Euro, nach grober Schätzung 42  Mio. Euro. Eine endgültige Kostenberechnung liegt selbst anderthalb Jahre nach Eröffnung noch nicht vor.

Foto: Ludwig Zimmermann

Der Bund der Steuerzahler meint

Die Landesregierung hat der Stadt Potsdam im Jahr 2004 die beantragten Fördermittel zu Recht versagt. Nach einem Gutachten der Landesregierung aus dem Jahr 2003, das auch heute noch gilt, ist das Land Brandenburg ausreichend mit Freizeitbädern versorgt: Insgesamt werden 23 Thermen und Freizeitbäder betrieben, davon sind 14 kommunale Einrichtungen. Die teils hohen Verluste der kommunalen Bäder müssen leider die Steuerzahler ausgleichen. Hinzu kommt, dass die Bäder wegen ihrer baulichen Anfälligkeit schnell renovierungsbedürftig werden. Allein zwischen 2006 und 2018 wurden für die Erhaltung von 5 Bädern durch die Landesregierung Fördermittel in Höhe von mehr als 13 Mio. Euro ausgereicht. So musste die Steintherme in Bad Belzig, im Juni 2002 eröffnet, bereits 2009 mit Fördermitteln in Höhe von 1,6 Mio. Euro „attraktiviert“ werden, wie das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg mitteilt. Bei dem Potsdamer Bad wird zudem Daseinsvorsorge, d. h. die Nutzung als Sportstätte für Leistungs- und Breitensport mit einem im kommerziellen Bereich angesiedelten Wellnessbereich vermischt. Wir meinen: Die Stadt Potsdam sollte sich auf die Daseinsvorsorge beschränken! Zudem wäre eine Renovierung oder ein Neubau einer reinen Schwimmhalle an einem anderen Ort wie dem Volkspark wesentlich günstiger gewesen als ein Freizeitbad, das den übrigen Freizeitbädern in der Region auch noch Konkurrenz macht.

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Ludwig Zimmermann

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