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Grundschule erhält Nest aus purem Gold

Kunstwerk soll Fragen über den Wert von Bildung aufwerfen

Aktuelle Entwicklung

Goldenes Nest gestohlen

Es war als „als finanzieller und ideeller Grundstock für die neue Fuchsberg-Grundschule in Berlin Marzahn-Hellersdorf“ gedacht, schreibt der Künstler auf seiner Webseite. Die Rede ist vom Gold-Nest, das im November 2018 in der Berliner Grundschule als Kunst am Bau installiert wurde. Jetzt wurde das goldene Kunstwerk gestohlen.

Das Nest hatte einen Materialwert von rund 30.000 Euro. Die Gesamtkosten für den Steuerzahler inklusive Honorar, Vitrine und weiterer Sicherheitstechnik beliefen sich jedoch auf rund 92.500 Euro.

Außer Scherereien hat das Kunstwerk der Schule bisher offenbar wenig gebracht.

Was ist passiert

Grundschule erhält Nest aus purem Gold

Berlin. Im November 2018 wurde in dem Neubau einer Grundschule im Bezirk Marzahn-Hellersdorf das Kunstwerk „24 kt“ installiert. Das winzige Vogelnest besteht aus purem Gold und hatte 2014 einen Wettbewerb des Bezirksamtes zur Auswahl von Kunst am Bau gewonnen. Die Senatsverwaltung teilte dem Bund der Steuerzahler jetzt viel höhere Kosten mit, als damals in den Medien zu erfahren waren.

Das Nest aus 74 massiv gegossenen Feingoldzweigen diene „als finanzieller und ideeller Grundstock für die neue Fuchsberg-Grundschule in Berlin Marzahn-Hellersdorf“, schreibt der Künstler auf seiner Webseite. Das ca. 22 x 22 x 6 cm kleine Kunstwerk ruht auf einem mattierten Glassockel in einer in die Wand eingelassenen Vitrine aus Stahl und 47-mm-Sicherheitsglas. Ein Vertrag erlaube zudem nach frühestens vierzehn Jahren „die Zerstörung und Veräußerung“ und stelle dafür als Bedingung „die gemeinsame Entscheidungsfindung und die Bildung einer gleichberechtigten Gemeinschaft.“

Die Wettbewerbsjury hatte schon 2014 als tieferen Sinn erkannt, dass in dem Schulgebäude an der Straße „Habichtshorst“ ein in Gold gefertigtes Vogelnest platziert werden soll, „wie es von Greifvögeln gebaut wird.“ Das goldene Nest werde „zur Projektionsfläche von Ideen und Träumen der Schüler/innen und Lehrer/innen“, hieß es in einer damaligen Pressemitteilung. Das Preisgericht würdigte den Entwurf zudem als eine „komplexe und durchdachte Konzeptarbeit mit experimentellem Charakter“. Darüber hinaus werfe das Kunstwerk auch „viele Fragen über den Wert von Bildung auf.“

Der Bund der Steuerzahler hätte sich gerne selbst einen Eindruck und ein Foto von dem Kunstwerk gemacht. Leider verweigerte das Schulamt dem Bund der Steuerzahler eine Genehmigung zum Betreten des Schulgeländes. Durch den „Vorfall“ hätte die Schule schon genug Störung erlitten. Ob mit „Vorfall“ der bereits fünf Tage nach der Einweihung festgestellte erste Einbruchsversuch gemeint war, lies die Verwaltung allerdings offen. Der mehrfach um Vermittlung gebetene Schulstadtrat reagierte zunächst 11 Wochen überhaupt nicht, lies dann aber zumindest ein Pressefoto übersenden.

Was den Steuerzahler die vielen aufgeworfenen Fragen über den Wert von Bildung gekostet haben, wollte der Bund der Steuerzahler genauer wissen. Erst nach 11 Wochen teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mit, dass sich die Kosten für das Kunstwerk auf 80.000 Euro für Material und Honorar beliefen. Davon entfielen 30.101 Euro auf die 814,23 g Gold mit einem Feingehalt von 999 Promille, was den titelgebenden 24 Karat entspricht. Darin enthalten seien auch 19.316 Euro für die Anfertigung der Vitrine. Noch zusätzlich aufgewendet worden seien aber weitere 12.500 Euro für eine nicht näher bezeichnete „Sicherheitstechnik“. Das macht zusammen also 92.500 Euro.

Foto: Steffen Bernitz

Bild zum Fall

***Link des Videos unter dem Reiter Medien bei "Medien nach URL einfügen" einsetzen***

Der Bund der Steuerzahler meint

Der Senat gibt den Sanierungsrückstau an den Berliner Schulen mit 3,9 Milliarden Euro an. Da werfen Ausgaben von 92.500 Euro für ein winziges Kunstwerk aus massiven Gold tatsächlich viele Fragen über den Wert von Bildung auf. 

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Autor des Artikels

Alexander Kraus

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Kommentare (9)

  • Otto Dressel
    Otto Dressel
    am 14.03.2019
    Berlin hat Milliarden Schulden - aber 100 T€ für ein Vogelnest können wir uns leisten. Dies zeigt eindeutig den Realitätsverlust unserer Eliten.
    Meine Stimme hat diese Elite verloren.
  • Jürgen Cebulla
    Jürgen Cebulla
    am 14.03.2019
    Ein Beispiel für Berliner Großkotz, der den Bildungsauftrag und die eigene finanzielle Situation völlig ausblendet. Das Schlimme ist,
    daß sich diese abgehobene Einstellung häufig in der dort 'für uns' gestalteten Politik findet.
  • Siegfried Wache
    Siegfried Wache
    am 14.03.2019
    Der Wert von Bildungseinrichtungen bemißt sich nach meiner Meinung besonders auch in der Güte der sanitären Anlagen, die an einer neuen Schule hoffentlich vorbildlich sein dürften. Wenn ich jetzt sage das müsse an allen Schulen so sein, bevor man ein solches Kunstwerk installiert, ist das dann Nestbeschmutzung?
  • Johann Müller
    Johann Müller
    am 14.03.2019
    Soweit ich weiss muss bei öffentlichen Ausschreibungen ein bestimmter Prozentsatz für " Kunst" ausgegeben werden. Ich persönlich halte das für nicht sinnvoll.
    • Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler Berlin e.V.)
      Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler Berlin e.V.)
      am 14.03.2019
      Sehr geehrter Herr Müller,

      völlig Korrekt! In Berlin ist das in der Verwaltungsvorschrift "ABau" (Anweisung Bau) geregelt. https://senstadtfms.stadt-berlin.de/eabau/lesefassung.pdf

      Wir hatten in der Vergangenheit bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mehrfach angeregt, diese Vorschrift auszusetzen, solange Berlin so stark verschuldet ist und einen so großen Sanierungsrückstau hat. Man hat uns geantwortet, dass man davon Abstand nehmen will, wegen der großen Bedeutung der Kunst- und Künstlerförderung in Berlin.

      Mit freundlichen Grüßen
      Alexander Kraus
      Vorstandsvorsitzender Bund der Steuerzahler Berlin e.V.
  • Rudi Greschner
    Rudi Greschner
    am 14.03.2019
    Die Wohlstands-Dekadenz unserer Zeit manifestiert sich auch
    in der Bildung.
  • Hans W. Raulf
    Hans W. Raulf
    am 14.03.2019
    Sowas bringt das Faß zum überlaufen! Mehr Verschwendung geht wohl nicht. Man sollte die Entscheidungsträger mit 20 % an den Kosten beteiligen!!!! Ob sie dann wohl auch so entschieden hätten !?
    Hans Raulf
  • Werner Wilms
    Werner Wilms
    vor 4 Tagen
    Bitte stellen Sie Strafanzeige gegen alle politisch Beteiligen. Plus Zivilklage auf persönlichen Schadenersatz der Verursacher.
    • Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler Berlin e.V.)
      Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler Berlin e.V.)
      vor 9 Stunden
      Sehr geehrter Herr Wilms,

      wir gehen davon aus, dass die Maßnahme als sog. "Kunst am Bau" auch in dieser Form durch die Verwaltungsvorschrift "ABau" (Anweisung Bau) gedeckt ist. Damit wäre sie auch nicht strafbar. Insofern scheidet nach unserer Auffassung eine Strafanzeige aus.

      Auch eine Zivilklage auf Schadenersatz wird keine tragfähige Anspruchsgrundlage haben, denn es war ja nicht das Goldnest des BdSt oder von mir persönlich, so dass wir oder ich - zumindest direkt - natürlich nicht geschädigt sind (als Steuerzahler natürlich schon).

      Zu überlegen wäre allerdings, ob das Land Berlin gegen die Verantwortlichen für die Kunst am Bau Schadenersatzansprüche hätte, weil die vielleicht irgendwelche Amtspflichten verletzt hätten. Aber da sind dann wieder so viele Instanzen beteiligt (Senat, Bezirksamt, Jury), die auf gesetzlicher Grundlage gehandelt haben, so dass man da wohl niemanden verantwortlich machen kann.

      Unser Anliegen ist daher, eine Diskussion darüber anzustoßen, ob es bei dem derzeitigen Verschuldungsstand, den Pensionslasten und einem immensen Sanierungsrückstau wirklich notwendig ist, Kunst am Bau zumindest in dieser Form mit massiven Gold einzusetzen.

      Dass die Kunst nun gestohlen wurde, setzt der Geschichte jetzt das "Sahnehäubchen" auf, weil das nach zwei erfolglosen Einbruchsversuchen in einer nachts einsamen Schule sicherlich zu befürchten war, dass die Diebe wiederkommen.

      Viele Grüße
      Alexander Kraus, Vorsitzender BdSt Berlin e.V.

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