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Fehlplanungen, Fußgänger und Fördergelder

Irre Posse in Celle: Stadt will Fußgänger von Zebrastreifennutzung abhalten

Was ist passiert

Fehlplanungen, Fußgänger und Fördergelder

Celle. Schon kurz nach Inbetriebnahme der neuen Kombination aus Kreisel und Zebrastreifen im August 2016 bewahrheiteten sich am Celler Neumarkt die Befürchtungen der Kreiselkritiker. Bei den Verkehrsplanungen war das hohe Radfahrer- und Fußgängeraufkommen am Neumarkt nicht ausreichend berücksichtigt worden. Aus diesem Grund kam es an dem Kreisel, der eigentlich eine Verbesserung der innerstädtischen Verkehrssituation herbeiführen sollte, wegen der regen Nutzung der Zebrastreifen immer wieder zu langen Rückstaus wartender Fahrzeuge. Besonders während des täglichen Berufsverkehrs führte dies regelmäßig zu einem Verkehrsinfarkt.

Einfach zurückbauen konnte die Stadt die Zebrastreifen jedoch nicht, da sie Bestandteil des vom Land mit fast 1  Mio. Euro geförderten Verkehrskonzepts „Äußerer Ring“ sind. Der Rückbau der Zebrastreifen könnte als Veränderung der Fördergrundlage gewertet werden und die Stadt dadurch möglicherweise zur Rückzahlung der Fördergelder zwingen.

Um Stau am Neumarkt zu vermeiden, aber ohne die erhaltenen Fördergelder aufs Spiel zu setzen, beschritten die Stadtplaner im Juni 2017 kreative Pfade: Sie sperrten die Zebrastreifen einfach „vorübergehend“ ab. Um die aufgestellten Sperrbaken zu rechtfertigen, verwies die Stadt auf die Baumaßnahmen in einer nahegelegenen Straße, die zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen am Neumarkt führen würde. Seitdem müssen die Fußgänger wieder die etwa 80  Meter entfernte Ampelkreuzung zur Straßenquerung nutzen.

Als die Baumaßnahmen im November 2017 abgeschlossen waren, hätten die Zebrastreifen des Neumarktkreisels eigentlich wieder für die Fußgänger freigegeben werden müssen. Die Baken blieben allerdings stehen. Weil die vorübergehende Stilllegung der Zebrastreifen tatsächlich zu erheblichen Verbesserungen des Verkehrsflusses geführt hatte, möchte die Stadt die Sperrung nun bis zur Fertigstellung des nächsten Bauabschnitts des „Äußeren Rings“ aufrechterhalten. Mit dem „nächsten Bauabschnitt“ ist der Ausbau einer angrenzenden Einbahnstraße gemeint, der allerdings bereits seit über zehn Jahren in der Planungsphase feststeckt. Die nur vorübergehende Sperrung droht also zu einer Dauerlösung zu werden.

Dass diese Befürchtung berechtigt ist, zeigte sich im Februar 2018 eindrucksvoll, als die Baken nämlich durch festinstallierte Metallzäune ersetzt und die Zebrastreifen zusätzlich abgefräst wurden – 5.700  Euro kostete diese Maßnahme. Zur Erinnerung: Die Zebrastreifen sind Bestandteil der Förderung und dürfen nicht dauerhaft entfernt werden. Wohl deshalb kündigte die Stadt Celle bereits an, die Zebrastreifen wiederherzurichten. Die erstmalige Einrichtung hat den Steuerzahler seinerzeit bereits 12.800  Euro gekostet.

Foto: Jan Vermöhlen

Der Bund der Steuerzahler meint

Wären die bei der Planung vorgebrachten Bedenken ausreichend berücksichtigt worden, müsste sich die Stadt heute nicht windiger Tricks bedienen, um den innerstädtischen Verkehr am Laufen zu halten.

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Jan Vermöhlen

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Kommentare (3)

  • Horst
    Horst
    vor 2 Wochen
    Liebe Schwarzbuchersteller, leider stellen Sie die Verwaltung als Deppen an den Pranger, in dem Sie nachträglich die Situation ins Lächerliche ziehen und die ursächliche politische Dimension verschweigen. Viel mehr sollten sie die desaströsen politischen Handlungsweisen in den Kommunen aufdecken und nicht die Verwaltung lächer lich machen, welche gezwungen wird, den politischen Willen umzusetzen.
    • Jan
      Jan
      vor 2 Wochen
      Hallo Horst, vielen Dank für Ihren Beitrag!
      Es geht dem BdSt hier nicht darum, einzelnen Personen oder Gremien die Schuld zuzuschreiben. Das ginge auch gar nicht, da an den Entscheidungsprozessen viele Stellen beteiligt sind. Dazu gehört die Verwaltung ebenso wie die beschließenden Gremien.
  • Chris
    Chris
    vor 2 Wochen
    Wenn ich richtig informiert bin, gab es ein Gutachten aus denen hervorgeht, dass mit dem Bau eines Kreisels am Neumarkt zu Rückstaus führen kann. Rat und Verwaltung wollten diesen Kreisel, bauten diesen und es kam zu Staus. Die Stadt Celle ist bekannt für "eigenartige" Entscheidungen. Bekannt ist Celle auch durch die "Fahrradständer to go" (gesendet bei Mario Barth) oder durch die Umgehungsstraße die seit über 90 Jahren in Planung ist (auch wenn das Ländersache ist). Es werden sogar Bauvoranfragen abgelehnt mit der Begründung: "Die Bebauung eines Hauses würde das Natur und Landschaftsbild beeinträchtigen, OBWOHL (!!!!) nebenan die Umgehungsstraße gebaut werden soll. Mit anderen Worten, Häuser beeinträchtigen das Stadtbild und Straßen bereichern es. Dank dieser- und vermutlich vieler anderer Fehlentscheidungen tritt Celle eben immer wieder negativ auf und hat sich jetzt auch ein Plätzchen auf dem Siegertreppchen gesichert, mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung. Mein Glückwunsch, das ist das Ergebnis "erfolgreicher" Arbeit von Rat und Verwaltung und das zu RECHT!!!

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