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Pilotprojekt mit Bruchlandung

„intelligente“ LED-Beleuchtung für 1,3 Millionen Euro versagt

Was ist passiert

Pilotprojekt mit Bruchlandung

Ein durch den Bund gefördertes Pilotprojekt in Erfurt erweist sich als teurer Flop. 2010 gewann Thüringens Landeshauptstadt im Bundeswettbewerb „Kommunen in neuem Licht“ die Förderung für eine neue Beleuchtung der innerstädtischen Andreasstraße. Mit intelligenter Beleuchtungstechnik sollten neue Möglichkeiten der Lichtarchitektur und der Beleuchtungsqualität erschlossen werden. Gleichzeitig sollte die Beleuchtung energieeffizient und wirtschaftlich sein. Soweit die Theorie. In der Praxis gab es jedoch viele Probleme und Unzufriedenheit. Jetzt will die Stadt  neue Leuchten kaufen und anbringen. Der Bund der Steuerzahler hält kritisch fest: Das teure Pilotprojekt des Bundesforschungsministeriums ist, zumindest in Erfurt, gescheitert.

Was genau war geschehen? Mit dem Wettbewerb „Kommunen in neuem Licht“ wollte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2009 die rasche Markteinführung der neuen LED-Technologie in Kommunen vorantreiben. Auch das Erfurter Stadtplanungsamt hatte sich am Wettbewerb beteiligt. Für den ohnehin von der Stadt vorgesehenen Neubau der östlichen Gehbahn in der Andreasstraße sollte die Beleuchtung mit Fördergeldern neu gestaltet werden. 2010 gewann Erfurt als eine von zehn deutschen Kommunen den Wettbewerb um die Förderung der neuen Beleuchtung. Das Projekt „Lichtarchitektur und Energieeffizienz in Erfurt – Neugestaltung Andreasstraße (EFLED)“ wurde durch das Bundesforschungsministerium mit 1,3 Mio. Euro zu 100 Prozent als Forschungsprojekt finanziert.

Doch bereits kurz nach der Fertigstellung der Beleuchtungsanlage im Juni 2013 tauchten Probleme und Mängel auf: Es kam zu stroboskopartigen Blitzen und Flackern, Aufleuchten und Verlöschen sowie längerem Totalausfall der Leuchten. Viele Reparaturen und Nachbesserungen an den Leuchten waren erforderlich. Das verantwortliche Tiefbauamt wollte das Projekt deshalb zunächst nicht abnehmen. Da jedoch die Fördermittel des Ministeriums erst nach der Abnahme fließen sollten und die Projektteilnehmer zugesagt hatten, die Mängel zu beseitigen, wurde das Projekt letztlich doch von der Stadt abgenommen und die Fördermittel des Bundes wurden ausgezahlt.

Damit waren die Probleme jedoch nicht behoben. Eigentlich sollte die Beleuchtung mit 80 Prozent der Leistung laufen und so Energie gegenüber den vorher eingesetzten Lampen einsparen. Da dies zu dunkel war, wurde die Beleuchtungsanlage mit 100 Prozent der Leistung betrieben. Strom konnte somit nicht wie geplant eingespart werden. Zudem blieb bei einigen Leuchten die Lebensdauer weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Besonders ärgerlich: Trotz der Nachbesserungen ist der Gehweg nicht richtig ausgeleuchtet; an vielen Stellen ist es schlicht zu dunkel.

Für die Mängel muss nun die Stadt Erfurt – und damit der Steuerzahler – aufkommen, da es sich um ein Forschungsprojekt handelte und kein Gewährleistungsanspruch gegenüber den Herstellern der Leuchten geltend gemacht werden konnte. Jetzt hat die Stadt Erfurt die Reißleine gezogen und will neue Leuchten kaufen und anbringen. Das wird voraussichtlich noch einmal circa 38.000 Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten für die Arbeitsleistung der erneuten Umrüstung. Das teure Forschungsprojekt in Erfurt ist trotz vieler guter Absichten gescheitert. Und der Steuerzahler muss nochmals zahlen.

Foto: Wolfgang Mahrle

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Autor des Artikel

Wolfgang Mahrle

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